die zarthäutigen, meist fünfnervigen, in der Regel begrannten (Granne zuweilen verkümmert)Deckspelzen. Vorspelzen 1 /i bis 1 jz so lang als die Deckspelzen, sehr zart, zuweilend fehlend.Frucht frei (doch von den häutigen Spelzen umgeben), ellipsoidisch, am Grunde mit punkt-förmigen Hilum. Lodiculae eiförmig, kürzer oder länger als der Fruchtknoten.
Die Gattung umfasst etwa 100 Arten. Sie ist über die ganze Erdoberfläche verbreitet; besondersviele Arten finden sich in der nördlichen gemässigten Zone. In Europa kommen ca. 25 Arten vor; verschiedene reichenin der alpinen und arktischen Zone bis an die obere Grenze der Vegetation (bis 3 600 m). Einige Arten sindwichtige Futtergräser. Mehrere Arten finden in der Gärtnerei als Rasengräser (A. alba), kleinblütige Formen(A. nebulösa Boiss. et Reut. [= A. capilläris L.], A. elegans Thore und A. pulchella Kth.) zu Einfassungenund zu Trockenbukets Verwendung.
1. Aehrchenachse nicht über die Blüte hinaus verlängert. Hüllspelzen gleich lang oder die oberewenig kürzer. Deckspelzen unbegrannt oder auf dem Rücken begrannt............. 2.
1*. Aehrchenachse als feines Stielchen über die Blüte hinaus verlängert. Untere Hüllpelze um '/i bisV.i kürzer und schmäler als die obere. Deckspelzen unter der Spitze eine ihre Länge 3mal übertreffendeGranne tragend.................................. 6.
2. Alle Blätter flach, in der Knospenlage gerollt. Beide Hüllspelzen vorhanden, die innere kurz. 3.2*. Blätter (wenigstens die grundständigen) zusammengefaltet borstlich, in der Knospenlage gefalzt.
Innere Hüllspelzen fehlend. Blatthäutchen länglich..................... 4.
3. Blütenrispe vor und nach der Blüte zusammengezogen, meist bleich. Aehrchen am Ende derRispenäste mehr oder weniger gehäuft. Blatthäutchen verlängert..........A. alba nr. 188.
3*. Rispe auch zur Fruchtzeit ganz ausgebreitet, meist violett. Aehrchen am Ende der Rispenäste nichtgenähert............................A. vulgaris nr. 189.
4. Stengel mit 3 bis 6 flachen, schlaffen, 2 mm breiten Blättern. Untere Rispenäste mit 2 bis 7(seltener weniger) grundständigen Zweigen . . ..............A. canina nr. 190.
4*. Stengel mit 1 bis 2 steifen, nicht über 1 mm breiten Blättern. Untere Rispenäste mit 1 bis 2(selten weniger) grundständigen Zweigen......................... 5.
5. Rispenäste und Aehrchenstiele rauh, mit feinen Kurzhaaren......A. alpina n r. 191.
5*. Rispenäste und Aehrchenstiele ganz glatt und kahl, ohne Kurzhaare . . A. rup es tris n r. 192.
6. Rispe gross und breit, nicht unterbrochen . . ........A. spicaventinr. 193.
6*. Rispe schmal, schmächtig, unterbrochen ...........A. interrupta nr. 194.
Die einzelnen Agrostis-Arten werden hinsichtlich der Namensgebung vom Volk meist nicht näher
unterschieden, ja sie führen z. T. sogar oft dieselben Benennungen wie andere im Habitus ähnliche Gräser(z. B. Aira-Arten, vgl. dort) Schmelen, Schmilen (Nordöstl. Böhmen), S chm älc ha (Niederösterreich) etc.Im Riesengebirge heisst A. alba Braune Fuchsschmiele, in Anhalt (b. Dessau) Braune Schmele. imThurgau (Schweiz) wegen der fein verteilten Rispen Fins [= Feines), Schlissgrass (zu schlitzen, schleissen =zertrennen), A. alba var. prorepens wird stellenweise als kriechende Schmale oder als Knoten-, Hunds-, Schnür-,Flätter- (Aargau), Schlirp- (Bern), Sprättgras (Baselland) bezeichnet.
188. Agrostis alba L. (= A. stolonifera aut, = A. capilläris Pollich, = A. signäta Schur).Weisses Straussgras, Fioringras. Franz.: Agrostide, fiorin; engl.: Fiorin, creeping
beut prass.
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Ausdauernd, 20 bis 150 (200) cm hoch, lange (bis über 1 m) oberirdische, anden Knoten wurzelnde, seltener unterirdische Ausläufer treibend. Stengel meist steif, aufrechtoder knickig aufsteigend; kräftig, 1 bis 5 mm dick. Blattspreiten meist steif, oft etwas graugrün,lang zugespitzt, beiderseits oder nur oberseits rauh. Blatthäutchen länglich, bis 6 mm lang,vorgezogen, spitz, meist zerschlitzt. Blütenstand während der Blüte eine weit ausgebreitete, vorund nach derselben, zusammengezogene Rispe von pyramidaler Gesamtform, 2,5 bis 30 cmlang. Rispenäste 0,5 bis 8 cm lang, rauh, spitzwinkelig voneinander abstehend. Aehrchen2 bis 3 mm lang, bleichgrün, rötlich oder violett angelaufen, seltener gelb, lanzettlich, etwa2 mm lang gestielt. Hüllspelzen 2 bis 3 mm lang, länglich, meist am ganzen Kiele rauh.Haare der Aehrchenachse oft fehlend. Deckspelzen fünfnervig, wenig kürzer als die Hüll-spelzen, zweispitzig oder gezähnelt, auf dem Rücken begrannt, meist doppelt so lang alsdie Vorspelze. Fruchtknoten kahl. Narben federförmig. — VI bis VIII.