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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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bis zylindrisch. 1 bis 4 (5) cm lang, ca. 8 mm breit, stumpf, nach oben und unten etwasverschmälert. Aehrchen 3,5 bis 4 mm lang, eiförmig. Hüllspelze in eine kurze Granneallmählich verschmälert, am Rücken kammförmig bewimpert (Taf. 26, Fig. 4 a), doppeltbis 3mal so lang als die stumpflichen, flaumig behaarten Deckspelzen. Lodiculae fehlend.Frucht 1 mm lang. Griffel fast fehlend. V bis VII.

Ziemlich selten auf Dünen (besonders in den Tälern), am sandigen Meeresstrande,auf Sandfeldern. In Deutschland am Meere von Ostfriesland bei Mecklenburg (bisTravemünde, Warnemünde, Insel Hiddensee), auf Föhr und Rom. Ausserdem vereinzeltauf Sandfeldern im Binnenlande: Oberrheinfläche (zwischen Speyer und Bingen, Stengel-hof, sehr gemein bei Mainz), am Niederrhein: Aachen, Siegburg, Köln (Mülheimer Heide)und früher Brandenburg (Fehrbellin). Ausserdem selten verschleppt, z. B. Westerplatte beiDanzig. In Oesterreich wild nur in Istrien; selten verschleppt (im Wiener Prater 1879).Fehlt in der Schweiz (auch adventiv) anscheinend vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Westeuropa (nördlich bis Südschweden), Mittel-meerp-ebiet.

177. Phleum Michelii 1 ) All. (= P. hirsütum Suter, = Phälaris alpina Haenke, = Chi-lochloa Michelii Tfin.) Matten-Lieschgras. Fig. 91 h.

30 bis 60 (80) cm hoch, ausdauernd, dicht rasenförmig, kurze unterirdische Aus-läufer treibend, oberwärts mit zahlreichen, nichtblühenden Sprossen. Triebe durchbrechend.Oberste Blattscheide oft aufgeblasen. Blattspreiten kahl, nur an den Rändern etwas rauh,eilanzettlich, 4 bis 8 mm breit. Blatthäutchen an den Laubtriebblättern länglich undaussen fein sammethaarig, an den Halmblättern spitzer und ganz kahl, am obersten ein-seitig vorgezogen. Aehrenrispe ungleich zylindrisch, 2 bis 7 (12) cm lang und 7 bis 12 mmdick, deutlich lappig, meist stumpf, in der Regel weisslichgrün oder etwas violett über-laufen. Aehrchen länglich-eiförmig, 2,5 bis 3,5 mm lang und 0,7 bis 1 mm breit. Hüll-spelzen lanzettlich, 3 mm lang, allmählich in die 1 bis 2 mm lange Granne zugespitzt, amKiel und auf den Seitennerven mit bis über 1 mm langen, weissen Haaren besetzt (Fig. 91 i),3 nervig. Deckspelzen ca. '/ 4 kürzer als die Hüllspelzen, bräunlich. Narben seitlichzwischen den auseinander tretenden Spelzen heraustretend. VII, VIII.

Ziemlich häufig auf unbeweideten, sonnigen, steinigen Grashalden, auf Felsbändernund Wildheuplanken, in steinigen Wäldern (Lärchenwäldern) der Voralpen und Alpen, vonca. 1400 bis 2400 m, seltener tiefer hinabsteigend (Achenkirch in Tirol 1100 m, Chur-firsten ob Wallenstadt 800 m); ausschliesslich auf kalkreicher Unterlage.

Allgemeine Verbreitung: Alpensystem, Jura, Balkan, Karpaten, Apenninen,Sizilien.

Ändert wenig ab :

var. luxuria ns Beck. In allen Teilen üppiger. Aehrenrispe stark lappig, mit deutlich gestielten,entfernt stehenden (bis 1 cm) unteren Blütenästen. Scheint selten zu sein.

var. smaragd l'num Ambrosi. Ausläufertreibend. Scheinähre blaugrün.

var. trigynum (Host) Schrad. (= Phälaris trigyna Host). Fruchtknoten mit 3 Narben.

Das Matten-Lieschgras ist ein charakteristischer Kalkanzeiger. Auf dem kalkfreien Urgebirge ge-deiht es nirgends. Das beste Vorkommen zeigt es an den trockensten Abhängen der Kalkalpen. In Bezug aufden Stickstoffgehalt ist das Gras ebenfalls sehr genügsam. An gedüngten Stellen fehlt es meistens. Es liefertein gutes Mähefutter.

Ausser diesen 6 Arten werden in Mitteleuropa vereinzeltmeist unbeständig beobachtet: P. subu-lätum (Savi) Aschers, et Graebner (= P. tenue Schrad.), einjährig mit flach zusammengedrückten, ganz kahlen.

') Zu Ehren des florentinischen Botanikers Pier Antonio Micheli, 1679 bis 1737, der sich haupt-sächlich um die Kenntnis der italienischen Flora (besonders Kryptogamen) verdient machte.