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An überschwemmten Orten, an Ufern, in Gräben. In 0 est erreich zerstreut inMähren, Niederösterreich (nur im Gebiete der pannonischen Flora, im Marchfeld gegen dieMarch zu, bei Wülzeshofen und Zwingendorf), Krain und in Istrien. Fehlt in Deutschlandund in der Schweiz gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet, atlantisches Westeuropa (südwärtsder Bretagne), unteres Donaugebiet, Südrussland, Westasien. In Nordamerika eingeschleppt.
LXX. Phleum 1 ) L. Lieschgras.Einjährige oder ausdauernde, meist lockere Rasen bildende Gräser. Stengel be-blättert. Scheinähre fast immer zylindrisch, gestielt, mit spiralig gestellten Aesten. Aehrchenziemlich klein, von der Seite her zusammengedrückt. Hüllspelzen länger als die Deckspelzen,dreinervig, gekielt, in eine Granne oder Stachelspitze übergehend, in der Reife fast stetsan der Achse bleibend, voneinander getrennt. Deckspelzen wehrlos, stumpf, 3 bis 5nervig.Vorspelze 2 nervig. Lodiculale 2, zuweilen fehlend. Staubblätter 3. Frucht von der Seiteher zusammengedrückt, mit punkt- oder fast warzenförmigem, grundständigem Hilum.
Zur Gattung gehören ca. 10 Arten der gemässigten Zone beider Erdhälften. In Australien fehlt siegänzlich. P. pratense ist ein wichtiges Futtergras.
1. Deckspelzen 5 nervig, vorn abgestumpft. — Nur adventiv, nicht wild . . P. subulatum 215.1*. Deckspelzen 3 nervig........................... 2.
2. Aehrchen mit Achsenfortsatz (Stielchen) über die erste Blüte hinaus. Aehrenrispe mit z. T. längerenAesten, deshalb etwas locker; beim Umbiegen lappig ................... 3.
2*. Aehrchen ohne Achsenfortsatz über die erste Blüte hinaus. Aehrenrispe mit sehr kurzen Seiten-ästen, beim Umbiegen nicht lappig.......................... 6.
3. Aehrchen mittelgross, mindestens 3 mm lang, alle deutlich nach vorwärts gerichtet. Aehrenrispenicht kratzend......■........................... 4.
3*. Aehrchen klein, 2 mm lang, die untern und mittlem von der Hauptachse abstehend. Aehrenrispekratzend...........................P. p aniculatum nr. 174.
4. Hüllspelzen auf dem Kiel rauh oder mit ganz kurzen, borstlichen Haaren bewimpert; seltener miteinzelnen längeren, feinen Haaren...................P. Boehmeri nr. 175.
4*. Hüllspelzen auf dem Kiel lang kammförmig bewimpert.............. 5.
5. Einjährig. Granne der Hüllspelze sehr kurz (ca. 0,5 mm lang) .... P. arenarium nr. 176.5*. Ausdauernd und rasenbildend. Granne der Hüllspelze mindestens 1 mm lang. P. Michelii nr. 177-
6. Hüllspelzen meist kürzer als ihre Granne. Aehrenrispe lang, kahl und schlank. Oberste Blattscheidewenig aufgeblasen.........................P. pratense nr. 172.
6*. Hüllspelzen so lang oder kürzer als ihre bis 3 mm lange Granne. Aehrenrispe dick, kurz, wolligmeist trüb-violett. Oberste Blattscheide stark aufgeblasen...........P c alpinum nr. 173.
172. Phleum pratense L. Timotheusgras, Timothe, Wiesen-Lieschgras. Franz.:Fleole des pres; ital.: Coda di topo; engl.: Catstailgras, meadow catstail. Taf. 26, Fig. 3.
Der Name Thim otheusgras rührt davon her, dass die Pflanze als Futtergras in der Mitte des 18.Jahrhunderts (1765) durch Timothy Hansen von Nordamerika nach England kam: Timotheegras (UnteresWesergebiet u. a. O.), Timm elgr as (Nordböhmen), Timothygrosch [-gras] (Krain: Gottschee). Nach der zylind-rischen Form der Aehrenrispe heisst das Gras kleine Bumskeule [vgl. Typha latifolia, pag. 112!] (Anhalt:Dessau), Cholbegras (Schweiz: Luzern), Wacha [Weicher] Katz'n seh waf (Niederösterreich). Nach den süssSchmeckenden Halmen und dem hohen Futterwerte wird das Gras Zuckergras (Riesengebirge) und Futter-gras (Böhmerwald) genannt. Da es sehr reichlich Samen (Gebrauchswert der Samen = 74%) trägt, heisste s im Böhmerwald und im Egerland „Somagras" (Samengras), der Samen kurzweg „Grossom". Ueber dieBezeichnungen Lieschgras und Lische vergl. unter Carex! Im Gegensatz zum Wälsch-Fennich , der desSamen wegen gebaut wird, nennt man das Gras in Niederösterreich auch Rossfenigl. (Vgl. den nichtessbaren „Rosskümmel" [Anthricus silvestris] gegen den echten Kümmel [Carum carvi]!). In St. Gallen heisstdas Gras Trollhalm.
') Griech. (p?.tcag (q>?*vog) bei Aristophanes Name einer Sumpfpflanze, bei Theophrast Bezeichnunge mes schuf artigen Grases.