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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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und mit 1 (bei unsern Arten) bis 2 männlichen, dreimännigen unteren Blüten (Taf. 24,Fig. 5a). Alle Spelzen häutig, die fruchttragenden erhärtend. Lodiculae 2. Wie die vorigeGattung kumarinhaltig.

Die Gattung umfasst 13 Arten der gemässigten und kalten Zonen beider Erdhälften (selten auch inden Gebirgen der Tropen). In Mitteleuropa sporadisch nur die beiden folgenden Arten. Im hohen Norden nochH. pauciflöra R. Br. und H. alpi'na Roem. et Schult.

1. Aehrchenstiele kahl. Pflanze lange Ausläufer treibend. Obere Hüllspelzen mit sehr kurzer, geraderGranne..............................H. odorata nr. 160

1*. Aehrchenstiele unter dem Aehrchen mit einem Haarbüschel. Grundachse lockerrasig, keine Aus-läufer bildend. Oberste Hüllspelze mit lang geknieter und gedrehter Granne . . . . H. australis nr. 161

160. Hierochloe odoräta Wahlenb. (= Hölcus odorätus L., = H. boreälis Schrad.).Wohlriechendes Mariengras. Böhm.: Tomkovice. Taf. 24, Fig. 5.

Das Gras wird wegen seines angenehmen Geruches (wie viele andere wohlriechende Kräuter) mit derheiligen Marie in Verbindung gebracht und heisst daher Marie ngras (in Ostpreussen: Margengras; polnisch:Panny Maryi trawa, finnisch: Marianheinä, esthnisch: Marja hein, norwegisch: Marigras). Auch der NameBeddelstro h", den die Pflanze auf Langeoog (Ostfriesische Insel) führt, steht wohl mit dem ebengenanntenin Zusammenhang und bildet ein Analogon zu der BezeichnungMariae Bettstroh" für Galium verum (s. d.).Auf Langeoog wird das wohlriechende Gras von den Inselbewohnern gesammelt und in Büscheln aufbe-wahrt. Wie Anthoxanthum odoratum enthält auch das Mariengras Kumarin. Findet stellenweise ähnliche Ver-wendung wie der Waldmeister.

Ausdauernd, 15 bis 60 cm hoch, lange Ausläufer treibend. Stengel steif aufrecht, glatt, Ibis2 mm dick, am Grunde mit mehreren genäherten Knoten, dicht büschelig. Scheiden kahl.Oberstes Blatt mit sehr langer Scheide und ganz kurzer Spreite. Blatthäutchen 2 bis 4 mmlang, zugespitzt. Rispe locker, bis 1,5 dm lang und 7 cm breit. Aeste während der Blüte-zeit abstehend, geschlängelt, untere Rispenäste zu 2, alle kahl. Aehrchenstiele unter demAehrchen verdickt, glatt, kahl, 1 bis 4 mm lang. Untere zwei Hüllspelzen länglich eiförmig,trockenhäutig, glänzend; obere (die Deckspelzen der beiden männlichen Blüten) fast gleich-lang, derb, am Rande braun behaart, mit sehr kurzer, die Spelzen kaum überragender, ge-rader Granne. Frucht sehr klein, kaum 2 mm lang, mit Griffelrest. IV bis VI.

Stellenweise auf feuchten, fruchtbaren Wiesen, an See- und Teichrändern, in Ge-büschen, in Brüchen, auf Torfmooren, seltener auch auf Aeckern oder in Weingärten. InDeutschland von Oldenburg durch Norddeutschland bis Ostpreussen (westlich der Elbeweniger häufig), landeinwärts durch Brandenburg, Provinz Sachsen, Anhalt und die Lausitzbis nach Schlesien (besonders im Gebiet der Oder). In Süddeutschland in Bayern (Isar-gebiet von Tölz bis Deggendorf und Lechauen bei Rain). In Oesterreich einzig inBöhmen (fast nur im mittleren Eibtal) und Mähren (sicher bei Cejc), in Tirol (Obertal beiGries, Mendel [auf der Nonsbergseite], früfier nächst Campitello im Fassatal); für Nieder-österreich (Göller) sehr fraglich. In der Schweiz sehr selten in den Kantonen Wallis(Lac de Taney, 1420m; 1893 entdeckt) und Schwyz (Einsiedeln); früherauch von Einsiedelnherabgeschwemmt auf einer Limmatinsel bei Höngg unterhalb Zürich.

Allgemeine V erbr eitung : Nord- und Mitteleuropa, Russland, Dobrudscha,Bulgarien, Nordasien, Nordamerika (südlich bei Kalifornien und New-Jersey).

Aendert etwas ab :

var. effüsa Uechtr. Rispe bis 30 cm gross. Rispenäste haardünn, voneinander weit entfernt. BeiBreslau beobachtet.

var. Uechtr ftzii Aschers, et Graebner. Blätter stark verlängert. Pflanze auffallenderweise im Herbstblühend. (Saisondimorphismus?). Am Oderufer bei Karlowitz und bei Stettin (Ostufer des Dammschen Sees).