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161. Hierochloe austrälis Roem. et Schult. (= Hölcus austrälis Schrad.) Südliches
Mariengras. Ital.: Avena odorosa.
Der Büchername Darrgras (zu „dürr, dorren") bezieht sich vielleicht auf die rasch verwel-kenden Blätter dieser Grasart.
Unterscheidet sich von der vorigen Art in der Hauptsache durch die folgendenMerkmale: Pflanze lockerrasig, keine oder nur sehr kurze (kaum 1 cm lange) Ausläuferbildend. Stengel zart, höchstens am Grunde 1 mm dick, schlaff. Obere Blattscheiden ohneSpreiten. Aehrchen weniger zahlreich, einander mehr genähert, die Rispe daher meist kürzerund schmäler, meist nicht über 6 cm lang uud 2 cm breit. Untere Rispenäste einzeln oderzu 2, alle kahl. Aehrchenstiele unter den Aestchen mit einem Haarbüschel. Die beiden unterenHüllspelzen gestutzt, stachelspitzig, grösstenteils weisshäutig. Die oberste Hüllspelze (dieDeckspeize der zweiten männlichen Blüte) auf dem Rücken mit geknieter und gedrehter,bis über 3 mm langer Granne. — Ende III bis V.
Stellenweise in Holzschlägen, in lichten Wäldern (besonders in Laubwäldern), aufKalkfelsen, in den Voralpen bis ca. 1000 m ansteigend. In Deutschland zerstreut imöstlichen Teil in Ostpreussen, in Westpreussen (besonders häufig in den Weichselgegenden),in Pommern (bei Bartin und Bütow), Brandenburg (bis Hertelsau, Zanze), Königreich Sachsen(Meissen, Penig), in Posen, .Schlesien (stellenweise ziemlich zahlreich); im Süden nur inBayern (bei Weltenburg, Kehlheim, Regensburg, Kottigas bei Weismain, Grütz bei Nürnberg,bei Mühlbach Bez. Riedenburg). In Oest er reich ziemlich verbreitet, wenn auch nichthäufig; fehlt z. B. in Salzburg vollständig. In der Schweiz ganz fehlend.
Allgemeine Verbreitung: Zerstreut in Mitteleuropa (östlich bis Littauen, Süd-Finnland, Esthland, Livland, südlich bis zur Provinz Brescia und bis Bergamo).
Die drei Gattungen Phalaris, Anthoxanthum und Hierochloe gehören zur Tribus Phalaroideae. AlleAehrchen fruchtbar, einblütig oder mit 1 bis 2 unter der endständigen eingeschlechtigen Blüte stehendenmännlichen Blüten. Hüllspelzen 4, die 2 oberen sollen als Deckspelzen der männlichen Blüten dienen, ungleich,die 2 oberen kleiner. Deckspelzen zuletzt pergamentartig oder knorpelig. Vorspelze meist ohne Mittelnerv.Narben an der Spitze der Deckspelzen hervortretend. Drei weitere Gattungen sind vorwiegend in Australienund Neu-Seeland, z. T. auch in Südafrika zu Hause.
LXV. Stfpa 1 ). Pfriemengras.
Blätter schmal, meist zusammengefaltet (vgl. Fig. 91 c), an den Rändern rauh. Rispemeist ausgebreitet. Aehrchen in der Regel gross, einblütig (Fig. 91b). Hüllspelzen meistziemlich lang, länger als die lang begrannten, mit stechendem, bebärtetem Grunde (Callus)versehenen Deckspelzen. Granne unterhalb des Kniees meist gedreht und zuletzt abfällig.Lodiculae 3 (Taf. 21, Fig. 22), länger als der Fruchtknoten, lanzettlich. Staubbeutel ander Spitze meist etwas bärtig.
Zu dieser Gattung gehören ca. 100, einander z. T. sehr nahe stehende Arten, die in den Tropen und in dengemässigten Zonen verbreitet sind. Es sind meist recht charakteristische Gräser der Steppen und der Savannen;einige sind auch Felsenpflanzen. Stipa pennata, pennata var. tirsa und capillata sind die wichtigsten Gräser dersiidrussischen Steppen. In Europa kommen 11 bis 12 Arten vor, die mit Ausnahme von S. pennata und capillataauf das südliche und südöstliche Gebiet beschränkt sind. Die Grannen verschiedener Arten sind stark hygro-skopisch, sodass sie hie und da als Hygrometer Verwendung finden. Durch eigentümliche Bewegungen bohrtsich die Spitze der lang begrannten Frucht in die Erde ein. Bei Schafen kommt es nicht sehr selten vor, dassdie spitzen Früchte sich in die Haut einbohren und bis zu den Eingeweiden vordringen. Auf den Prairien deswestlichen Nordamerika bilden die Stipa-Arten einen Hauptbestandteil der Bunch-Gräser. S. tenacissima L.(= Macröchloa tenacissima Kunth), in Spanien Esparto, in Nordafrika Haifa oder Alfa geheissen, wird in
') Griech. OTVJlElov (otvmj) = Werg, grober Flachs; da die lateinische Form des Wortes stupa (stuppa)lautet, wird in neuerer Zeit auch Stupa geschrieben.