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mit denen von Anthoxanthum aristatum, einem wertlosen Ackerunkraut, verfälscht (vgl. pag. 200). In Finnmarken, wodas Kumarin in grösserer Menge in der Pflanze vorzukommen scheint als in südlicheren Gegenden, flechten dieLappländer das Stroh zu Stricken, die sie zwischen ihre Kleider legen, um denselben das Aroma mitzuteilen.
Ausdauerndes, 30 bis 50 cm hohes, horstbildendes Gras. Stengel zahlreich, auf-recht bis aufsteigend, glatt oder nebst den Scheiden etwas rauh (vgl. subvar. asperum)oder behaart (subvar. silvaticum), oberwärts nicht verzweigt. Blätter 3 bis 6 mm breit,die grundständigen kurz oder bis 3 dm lang, die stengelständigen bedeutend kürzer (oft nichtüber 2,5 bis 5 cm lang), besonders am Grunde bewimpert, seltener beiderseits behaart.Blatthäutchen massig lang (bis 2 mm), am stumpfen Ende oft gezähnelt. Aehrenrispe länglich,2 bis 4 (7) cm lang und 0,5 bis ca. 2 cm breit, unten am dicksten. Aehrchen ein-blütig (Taf. 24, Fig. 4 a) mit 4 Hüllspelzen, die beiden untern zugespitzt, kahl oder zer-streut behaart, die beiden obern (oft als > unfruchtbare Blüten bezeichnet) behaart, weniglänger als die bis fast 2 mm lange Deckspelze, die dritte auf dem Rücken mit meistkräftiger, geknieter, die vierte mit kürzerer, gerader Granne. Staubblätter 2. Griffel undNarben 2, fast 1 cm lang. Frucht sehr klein (fast 2 mm lang), kaffeebraun, fest vonden derben, braunglänzenden, hautrandig weissen Deckspelzen eingeschlossen. — IV bis VIII.
Allgemein verbreitet auf Wiesen, Triften, in Wäldern (besonders in Kiefern-, Birken-,Eichen-, Buchen-, Fichten-, Lärchen- und Arvenwäldern, sowie im Legföhrengebüsch), auf Felsen,in Baumgärten, auf Magermatten, Sumpfwiesen, auf Kuh- und Schafweiden, auf allen Bodenarten(vom fruchtbaren Lias bis zum sterilen Serpentin, auf Torfboden, Sand u. s. w). und bei jedemFeuchtigkeits- und Belichtungsgrad. Gemein von der Ebene bis in die Hochalpen, bis 2/00 m.
Allgemeine V erb reitung : Europa (im Süden seltener, fast nur im Gebirge),westliches Nordafrika, Kleinasien, Kaukasusländer (bis 2800 m), Nordasien; ausserdem inNordamerika, Australien und Tasmanien eingeführt.
Im Frühjahr leiden die Blüten oft durch Spätfrost und werden dürr. Neben dem Blaugras und Hierochloe istes das früheste Gras unserer Flora. Am besten eignet sich der Anbau des Ruchgrases auf frischem Sand- und Lehm-boden; mit Erfolg kann es aber auch auf Moorboden kultiviert werden. Die künstliche Bewässerung erträgt es gut.
Das Ruchgras variiert nach verschiedenen Richtungen hin:
var. tvpicum Beck. Untere Hüllspelzen zerstreut weichhaarig. Halme glatt und die Blattscheidenetwas rauh oder beide rauh (A. asperum Mann). — Verbreitet.
subvar. strictum Aschers, et Graebner. Kräftige Form mit ziemlich dichter Rispe und steifemStengel. Obere Blattscheiden kahl. — Nicht selten.
subvar. tenerum Aschers, et Graebner. Zarte Schattenform mit dünnem, aus niederliegendem Grunde auf-steigendem Stengel, schmalen Blättern und meist kurzer, etwas lockerer Rispe. Obere Blattscheiden kahl. — Nicht selten.
subvar. villdsum Loisel. (= var. pilösum Doli). Untere Blattscheiden behaart. Blätter meist —wenigstens auf der Oberseite, oft beiderseits — behaart. — Nicht selten an trockeneren Orten.
var. glabrescens Celak. Untere Hüllspelzen kahl oder fast kahl (nur an den Nerven von kleinen,nach vorwärts gerichteten Zähnchen rauh). — Häufig.
subvar. longi aristätu m Celak. Stengel meist steif aufrecht. Rispe schmal, unten oft unter-brochen. Scheiden kahl. Granne der dritten Hüllspelze die zweite Hüllspelze bedeutend überragend. Deck-spelze unbegrannt. — Selten auf trockeneren Wiesen,
subvar. montanum Aschers.et Graebner. Stengel schlaff, meist gekniet. Scheiden kahl. Rispedicht. Granneder drittenHüllspelze die zweite nicht oder wenig überragend. Deckspelzen unbegrannt. —Besonders aufGebirgswiesen.
subvar. vulgatum Aschers, et Graebner. Stengel meist auf recht bis aufstrebend. Scheiden kahl. Rispenäste ver-schieden lang, anliegend. Rispe dicht, am Grunde am breitesten, nicht unterbrochen. — In der Ebene die häufigste Form.
subvar. umbrdsum Bolle. Aehnlich, aber Stengel schlaff. Rispenäste abstehend, die Rispe am Grunde.oft unterbrochen. — An sehr schattigen Orten.
subvar. silvaticum Aschers, et Graebner. Pflanze gross, vielstengelig. Blätter bis fast 3 dm lang.Scheiden sämtlich behaart. — Auf gutem Boden in lichten Wäldern.
subvar. triaristätum Beck. Deckspelze an der Spitze kurz begrannt. — Seltene Alpenform (Schweiz,Wechsel in Niederösterreich).
subvar. atherömane Volkart. Die eine oder beide inneren Hüllspelzen tragen gleichzeitig je 2Grannen. — Selten sind beim Ruchgras auch vivipare Formen anzutreffen.