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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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lang, gestutzt, oft etwas zerschlitzt. Aehrenrispe zusammengezogen, kurzköpfig, oval,seltener kurz zylindrisch. Aehrchen sehr kurz gestielt. Untere Hüllspelzen 7 bis 8 mmlang, die andern einhüllend, weiss mit grünem Bandstreifen, ganzrandig, am Rande jeder-seits einnervig, weiss geflügelt. Obere Hüllspelzen schmal-lanzettlich (Taf. 24, Fig. 3 a),gleich lang, etwas über halb so lang als die angedrückt behaarte, die etwas kürzere Vor-spelze vollständig umschliessende Deckspelze. Frucht von den gelben Deck- und Vorspelzenfest umschlossen, ca. 3 mm lang, glänzend, glatt, oval, beiderseits verschmälert. V bis X.Wird häufig im Kleinen, seltener im Grossen als Vogelfutter (Erfurt, Tennstedt).Kanarien- oder Glanzsamen", kultiviert und mit dem weggeworfenen Vogelsand ausgestreut;Ist deshalb nicht selten, doch in der Regel unbeständig, in Dörfern und Städten auf Schutt-boden, an Flussufern, an Mauern, auf Aeckern verwildert anzutreffen. Wird auch (wennvor der Reife abgeschnitten) für Sträusse und Trockenbuketts verwendet.

Vereinzelt werden bei uns gelegentlich adventiv beobachtet: P. caerule scens Desf. (Mittelmeer-gebiet), ausdauernd. Aehrenrispe zylindrisch, bei der Reife in Gruppen von 7 Aehrchen zerfallend, von denendie äusseren 5 bis 7 mm lang gestielt und männlich sind, das mittlere zwitterig und kurzgestielt, mit zahn-artigen Flügellappen, früher z. B. zahlreich an der Valsuganabahn in Tirol aufgetreten. P. paraddxa L.(Mittelmeergebiet), einjährig, Aehrenrispe in gleicher Weise zerfallend, aber seitliche Aehrchen unfruchtbar undnamentlich im unteren Teil der Rispe ganz verkümmert oder doch kleiner als das zwitterige. P. brachy-stächysLink (Mittelmeergebiet), einjährig, wie P. Canariensis, obere Hüllspelze zu ganz kleinen, unscheinbarenSchüppchen verkümmert. P. minor Retz. (Mittelmeergebiet), einjährig, wie die vorige Art, aber nur die eineder oberen Hüllspelzen verkümmert, untere Hüllspelzen stachelspitzig, mit zackig gezähneltem Flügel.

, LXIII. Anthoxänthum v ) L. Ruchgras.

Aehrchen in kurzen, ährenförmigen, schmalen Rispen. Die beiden unteren Hüllspelzensehr ungleich, scharf zugespitzt, gekielt, die unterste einnervig, dünnhäutig, halb so langwie die zweite 3nervige; die beiden obern Hüllspelzen viel kürzer als die zweite, behaart,an der Spitze ausgerandet. Staubblätter 2. Lodiculae fehlend.

Die Gattung umfasst nur wenige (ca. 4) Arten, von denen eine Art bei uns weit verbreitet ist. Einezweite Art aus dem Mittelmeergebiet hat sich stellenweise bei uns fest eingebürgert.

1, Aehrenrispe länglich, dicht. Die beiden untersten Hüllspelzen zugespitzt, ohne aufgesetzte Stachel-spitze. Stengel obervvärts nicht verzweigt.................A. odoratum nr. 158

1*. Aehrenrispe kürzer, sehr locker. Die beiden untersten Hüllspelzen scharf zugespitzt, mit deutlicherStachelspitze. Stengel stark verzweigt..................A. aristatum nr. 159

158. Anthoxänthum odoratum L. Ruchgras. Franz.: Flouve odorante;ital.: Paleo; engl.: Sweet-scendet Vernal; böhm.: Tonika. Taf. 24, Fig. 4.

Den Namen Ruchgras hat das Gras von dem angenehmen Gerüche seiner Blüten erhalten. Dasich der Kumaringehalt besonders beim Kauen frischer Pflanzen bemerkbar macht, heisst es im Thurgau (Schweiz)Süessgras; in Dessau (Anhalt) wird es auch Weisse Schmele (vgl. Deschampsia caespitosa) genannt. Wegender goldgelben Farbe der reifen Scheinähren wird es in der Schweiz als Goldgras, Goldschmäli, Fuchs-schmäli oder gelbes Ruchgras bezeichnet. Mehr Büchernamen sind: Riechgras, Lavendelgras, wilder Lavendel,Melilotengras, Tunka- oder Tonkagras, wohlriechendes Raygras.

Den angenehmen Geruch verdankt das Gras seinem Gehalt an Kumarin (Kumarsäureanhydrid = CqHeOa),demselben Körper, der auch dem Waldmeister (Asperula odorata), dem Steinklee (Melilotus officinalis) undden Tonkabohnen (Dipteryx odorata) den charakteristischen Geruch verleiht. Das Kumarin ist eine flüchtige,bitter schmeckende Substanz, die in grösseren Dosen bei Kalt- und Warmblütlern lähmend auf die Herztätigkeit, denBlutumlauf und die Atmung wirkt. Dieses Gras ist es denn auch, das in vertrocknetem Zustand dem Heu seinenangenehmen Geruch verleiht. Ab und zu (z. ß, im Thurgau) wird das Ruchgras an Stelle des Waldmeisters zurBereitung des Maitrankes verwendet. Ebenso wird es als Parfümerie dem Schnupftabak zugesetzt; oft bildetes auch einen Bestandteil derKräuterkissen" (leinene Säckchen, die mit wohlriechenden Kräutern gefüllt sindund zur Linderung den schmerzenden Körperstellen aufgelegt werden). Es ist auch ein gutes Futtergras. Jedochist es dem Viehe wegen des starken Geruches in grösseren Mengen unangenehm. Häufig werden seine Samen

ä ) Gr. äv$og Blüte und tavOög = gelblich, nach der Farbe der Rispen dieses Grases.