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Häufig an Flussufern, an Gräben, Kanälen, Bächen, Seen, Teichen, auf be-wässerten Riedwiesen, oft fast reine Bestände bildend. Steigt im Gebirge bis über 1400 mhinauf (Tanay im Wallis 1420 m, Antholzer See in Tirol 1642 m).
Allgemeine Verbreitung: Fast durch ganz Europa (fehlt in der immergrünenRegion des Mittelmeergebietes), West-, Nord- und Ostasien, Nordamerika (südlich bisKalifornien und Virginien).
Da das Glanzgras sich sehr gut zur Streue eignet, wird es wie die Spitzsegge (Carex acuta)nicht selten als Streuepflanze angebaut. Seine höchste Entwicklung erreicht es im zweiten Jahre, wo es zwei,manchmal sogar drei Schnitte gibt. Auch als Blattfutterpflanze kann es Verwendung finden, muss jedoch vorder Blüte gemäht werden, da die Blätter und die Stengelteile später sehr hart werden. Im allgemeinen hältsich das Rohr-Glanzgras hauptsächlich an die Talsohlen. Wie aber Versuche auf dem alpinen Versuchsfeld aufder Fürstenalp ob Chur (1782 m) beweisen, 'kann es auf geeignetem Boden auch im Gebirge vorzüglich ge-deihen. Oft bildet es mit dem Schilfrohr, mit dem flutenden Süssgras und der Seebinse Mischbestände. Wiedas gewöhnliche Schilfrohr (Phragmites communis) dient auch diese Art zum Dachdecken etc.
Aendert nur wenig ab:
f. pfcta L. Bandgras. Blätter in der Jugend rosa weiss oder weiss, später gelblich weiss oder reinweiss gebändert. Wird häufig in Gärten als Zierpflanze (besonders zu Einfassungen) angebaut. Nach derForm der langen, schmalen Blätter heisst die Pflanze: Bandgras, Bandelgras (Böhmerland, Egerland,Niederösterreich etc.), Grasbandel (Böhmerwald), Pantlkraut (Krain: Gottschee), Fürtabantl [= Vortuch-band = Schürzenband] (Böhmerwald), Schnidabandla (Egerland). Schnürle (Böhmerwald), Seegras(Bremen), Seegras (Schweiz: St. Gallen). Den weissgestreiften Blättern verdankt das Gras Namen wie:Buntes Gras (Westpreussen: Weichsel-Delta), Streif lichgras (Riesengebirge), Pisats Grasch [— ge-streiftes Gras] (Krain: Gottschee). Da die Landesfarben von St. Gallen grün und weiss sind, nennt man esdort auch „Landfarbgras". Die Bezeichnungen Judeschwanz, Jodagräs, Jodabänder (St. Gallen)rühren vielleicht gleichfalls von den gelblich-weiss gestreiften Blättern her, da die Juden in früheren Zeitenein gelbes Abzeichen tragen mussten. Da dies Ziergras in seinem Aussehen etwas Exotisches hat, glaubte manes auf dem Meerwege oder doch aus fernen Ländern eingeführt: Meer gras (Schweiz: Zürich, Nidwaiden):Amerikanisch-, Englisch-, Holländisch-, Wälsch-, Türk i s ch-Gr äs (St. Gallen), SpanischGras (Elsass). Da es ursprünglich nur in den Gärten reicher Leute gepflanzt wurde, heisst es auch Hera-ld Herren-] Gras (St. Gallen). Wohl aus demselben Grunde und wegen seines stattlichen Aussehens nennt manes im Riesengebirge und in Niederösterreich „K aisergras". Der Name Brut g ras (—Brautgras; churwälsch:erba da spusa), den die Pflanze in Graubünden führt, scheint darauf hinzudeuten, dass sie bei Hochzeitsfesteneine Rolle spielt. Soll sie nach dem Volksglauben gegen Behexung schützen, da sie im Egerlande „Schrei-kraut (beschreien -.- behexen, vergl. Stachys recta, Erigeron acer!) heisst? Ueber die Bezeichnungen Baia,g'strafta [= gestreifter] Baia (Niederösterreich), gestreifter Peier (Steiermark) vgl. unter Agropyrumrepens. Franz.: Roseau panache, roseau ä rubans; ital.: Saggina spanuola, erba cordella; engl.: Various-leavedCanary-grass. f. lüteo-picta Voss. Blätter lebhaft gelb gebändert. — Gleichfalls Ziergras. — f. p allen sStebler. Rispen goldgelb. — f. coloräta Fl. Wett. Aehrchen teils strohgelb, teils purpurn. Rispe bunt-scheckig. — f. pällida A. Schwarz. Alle Aehrchen elfenbeinfarben. Hüllspelzen am Kiel mit einem schmalen,grünen Längsstreifen. Stengel und Blätter hechtblau.
157. Phalaris Canariensis 1 ) L. Kanariengras. Franz.: Alpiste des canaris; ital.:Scagliola, canaria; engl.: True Canaryk grass. Taf. 24, Fig. 3.
Die Bezeichnung Kanariengras rührt davon her, dass die Samen dieser Grasart ein seit langerZeit beliebtes Futter für unsere Stubenvögel, insbesondere für den Kanarienvogel bilden. In Hannover heissendaher die Samen auch Vögelsäd [= Vogelsaat]. Ausserdem benützt man das Mehl in der Baumwollwebereizur Schlichtebereitung („Schlichte" ist eine klebrige Flüssigkeit, mit der man die Kettenfäden beim Webentränkt, um den Zeugen eine gewisse Glätte und Steifheit zu geben). In Südeuropa finden die Samen auchzum Brotbacken Verwendung. — Im Dialekt des Tessin heisst das Gras Erba bindellina.
Einjährig, 20 bis 50 (80) cm hoch. Grundachse an der Basis meistens büscheligverzweigt, seltener kriechend. Stengel aufrecht, glatt. Blätter 5 bis 6 (8) mm breit, rauh.Scheiden ziemlich breit, weiss hautrandig, die oberste aufgeblasen. Blatthäutchen bis 3 mm
J ) Früher glaubte man allgemein, dass diese Pflanze zugleich mit dem Kanarienvogel (Serinus canarius)von den Kanarischen Inseln eingeführt worden sei.