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oberen Teil mit nach vorwärts gerichteten Zäckchen. Scheiden rückwärts sehr rauh. Aehrchentraubig an schlängeligen, vorwärts rauhen Rispenästen, oft in der etwas aufgeblasenenScheide des oberen Blattes steckenbleibend (zuweilen in den unteren Scheiden noch weitereRispen enthaltend), halboval, massig gross, 4 bis 5 mm lang und 1,5 bis 2 mm breit, faststets mit geschlossenen Spelzen blühend (kleistogam) und fruchtend, einblütig, von derSeite her zusammengedrückt. Hüllspelzen fehlend. Deckspelzen schwach dreinervig, häutigdurchscheinend, unbegrannt, am Rande wie die wenig kürzeren Vorspelzen (Tat 24, Fig. la)wimperig behaart. Staubblätter 3. Frucht nur lose von der Deck- und Vorspelze einge-schlossen, von der Seite plattgedrückt, ca. 5 mm lang und etwas über 1 mm breit.VIII, IX.
Zerstreut in Sumpfgräben, Torflöchern, unter Schilf, an Ufern, in Maisfeldern, meistin Gesellschaft von anderen Gräsern ; steigt vereinzelt bis ca. 1000 m hinauf (bei Völs in Tirol).
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, gemässigtes Asien, Nord-amerika. In Südeuropa häufig als Unkraut in den Reis- und Maisfeldern.
Die Pflanze ist oft schwer zu finden, da sich die Rispen nur in heissen Jahrenvollkommen entwickeln sollen (in der Schweiz z. B. in den Jahren 1857, 1881, 1884,1885). Die Früchte der offenblütigen (chasmogamen) Aehrchen, deren Antheren dreimalso lang wie die der kleistogamen sind, reifen fast nie aus, dagegen die Früchtchen derkleistogamen. — Wird vom Vieh nicht berührt.
Mit der vorigen Art nahe verwandt ist der Reis 1 ) (Oryza sati'va L.), Franz.:riz ; ital.: riso ; böhm.: ryze. Fig. 89. Einjährig. Grundachse oft reich verzweigt. Stengel auf-recht, beblättert. Blätter am Grunde lang scheidenartig, bis 1 m lang, mit langer (bisüber 2 cm) meist ungleich zweispaltiger, weisser Ligula. Blattfläche bis 6 dm lang und1,5 cm breit, am Grunde jederseits mit linealen, borstig gewimperten (an den oberenBlättern oft verkümmerten oder fehlenden) Aehrchen (vgl. Fig. 89. 2, 3, 4). Rispe bis3 dm lang, zusammengezogen. Aehrchen flach, bis 3 mm lang gestielt, länglich, bei kulti-vierten Formen nicht abfallend. Untere Hüllspelzen verkümmert, obere schmal lanzettlich,zugespitzt. Deckspelzen 7 bis 9 mm lang, jederseits mit 5 deutlich vorspringenden Nerven,gitterartig punktiert, mit rückwärts etwas rauher Granne. Frucht von der Vor- und Deck-spelze fest umschlossen (Fig. S9, 5), bis 8 mm lang und 4 mm breit. Staubblätter 6.— VII bis IX.
Der Reis kommt wild an feuchten Orten in Indien, im tropischen Australien (eineVarietät [vär. punctata Kotschy], auch in Afrika) vor, wird in Asien seit denältesten Zeiten — in China seit 5000 Jahren — kultiviert und stellt daselbst für denMenschen ein äusserst wichtiges Nahrungsprodukt dar. Gewöhnlich wird der Reis als Breigenossen. Durch Gährung kann daraus Arak bereitet werden. Beim „Klebreis" (dieStärke färbt sich bei Zusatz von Jodlösimg nicht blau, sondern rotbraun) bilden dieKörner beim Kochen eine feste, zusammenhängende Masse. Er dient in Japan zur Berei-tung eines elastischen Teiges, woraus Kuchen gebacken werden, sowie zu Kleister.Nach Südeuropa wurde der Reis durch die Araber gebracht; in Aegvpten wird er seitdem Mittelalter, in Nordamerika (Karolina) seit dem 17. Jahrhundert kultiviert. Diezwei typischen Kulturformen sind der Berg- und der Sumpf- (Wasser-)Rcis. Der ersteregedeiht auf Anhöhen (bis 2700 m), ist wenig ertragsfällig, hat aber schmackhafte Früchte;der letztere liefert reiche Ernten, braucht aber viel Wasser und verlangt eine sorgfältigePflege, regelmässige, langandauernde Bewässerung, was leicht die Ursache von Sumpf-fiebern (Malaria) sein kann. Aus diesem Grunde ist der Reisbau stellenweise sehr ein-geschränkt; in Europa ist die Kultur in der Nähe von Ortschaften nicht gestattet. Imsüdlichen Europa (Poebene. Friaul, ungarisches Tiefland) ist der Reisbau noch ziemlichverbreitet. Im tirolischen Etschtale weisen noch einzelne Namen wie „Reisäcker" auf die
einstige Reiskultur in Südtirol hin. Nach dem Mangel oder dem Vorhandensein der Grannen, sowie nach der Farbeund Grösse der Früchte werden vom Reis eine grosse Zahl von Formen (ca. 1100) unterschieden. Das Reismehl(AmylumOryzae) findet auch als Reispuder oder Stupp (vgl. auch pag. 67), sowie als Kosmetikum vielfache Verwendung.
') Der Name Reis (mittelhochdeutsch ris) ist Lehnwort aus dem Romanischen (italien. riso, franz.riz), dem wiederum das lat. oryza zugrunde liegt (vgl. pag. 194, Anm. 1).
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Fig.89. Oryza s a t i v a L,1 Blütenrispe. 2,3,4 Ligulaund Oehrchen. 5 Frucht.