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Hie und da (besonders im Süden) als Futtergras oder der Samen wegen als Vogel-futter angebaut und aus den Kulturen nicht selten verwildert (auch aus weggeworfenenResten von Vogelfutter).
Allgemeine Verbreitung: Subtropische und gemässigte Zonen der ganzenErde; ausserdem als Kulturpflanze weit verbreitet.
Der welsche Fennich oder die Kolbenhirse stellt jedenfalls eine durch Kultur entstandene, kräftigeUnterart von S. viridis dar (Uebergänge sind vorhanden). Die Heimat soll in Indien oder Mittelasien, vielleichtauch in China-Japan sein. Das Gras Hess sich in vielen prähistorischen Fundstätten (Robenhausen, Nidau, Auvernier,Baden, Lobositz, Hallstatter Salzberg etc.) nachweisen. Es wurde wie P. miliaceum als Nahrung (Brot und Brei)verwendet. In China wurde es bereits 2700 vor Chr. angebaut. Ebenso haben es die Griechen und Römerhäufig kultiviert. Auch die Kapitularien Karls des Grossen empfahlen es zum Anbau. Im 16. Jahrhundert wirddie Kolbenhirse für Görz, Krain und Böhmen als Kulturpflanze angegeben. Jetzt ist sie fast ausschliesslichauf Gegenden mit slavischer Bevölkerung beschränkt.
Von den zahlreichen Kulturformen mögen genannt sein:
var. mäxima Alef. Rispenähre lang, lappig, überhängend. Hüllborsten lang (subvar. longiseta Doli)oder kurz, d. h. wenig länger als die Aehrchen.
var. mohäria Alef. (= subvar. breviseta Doli, = S. Germanica P. B.). Rispenähre kurz, dicht,aufrecht. Hüllborsten lang (subvar. pricox Alef..) oder kurz (subvar. mitis Alef.). — Beide Varietäten wechselnauch in der Farbe (gelb, rot, braun oder schwärzlich) der Scheinfrüchte ab.
Besondere Verbreitungsmittel fehlen den Früchten (wie überhaupt den meisten Getreidearten) vollständig.
Die 3 Gattungen Panicum. Hoplismenus und Setaria gehören zu der Tribus Paniceae mit knor-peligen Deck- und Vorspelzen und kleiner (viel kleiner als die beiden obern) unterster Hüllspelze. Aehrchenin fingerig oder traubig zusammengestellten Aehren. Ausserdem umfasst die Tribus noch ca. 18 weitere Gattungen,darunter die Gattung Paspalum (der Gattung Panicum sehr nahestehend) mit ca. 160 Arten in den Tropen(sehr zahlreich in Amerika), Cenchrus (C. tribuloides L.. mit stacheligen Fruchthüllen, lästiges Unkrautin Nordamerika, selten in Europa eingeschleppt), Pennisetum, ca. 40 Arten in den Tropen und Subtropen(besonders in Afrika), (P. cenchroi'des Rieh, bis Südeuropa vordringend, — P. typhoi'deum Rieh., Duchn oderDochan, Negerhirse, wird der Früchte wegen besonders in Zentralafrika, in Ostindien und Arabien angebaut),andere Arten sind wegen der zottigen Aehren beliebte Zierpflanzen. Spi'nifex mit 4 Arten (besonders inAustralien) mit eigentümlichen doldigen weiblichen Blütenköpfen, die sich bei der Reife loslösen und vom Windeund von Meeresströmungen fortgetrieben werden.
LXT. Oryza 1 ) L. Reis.
Rispe meist gross, locker. Aehrchen gestielt, länglich. Untere Ilüllspelzen ver-kümmert, obere (wenn überhaupt ausgebildet) viel kleiner als die papierartigen, gitterartigpunktierten Deck- und Vorspelzen. Deckspelzen kielartig gefaltet, 5 nervig, oft begrannt.Staubblätter 1 bis 6 (vergl. Tai 21, Fig. 14). Lodiculae 2, häutig oder etwas fleischig,kahl. Frucht länglich, stumpf, seitlich zusammengedrückt, von den Spelzen eng umschlossen,mit 2 seitlichen flachen Furchen.
Die Gattung umfasst ca. 13 Arten, die besonders in den Tropen beider Erdhälften verbreitet sind.In Mitteleuropa tritt wild nur eine Art auf.
155. Oryza clandestfna (Weber) A. Br. (= O. oryzoides Dalla Torre et Sarntheim,=■= Phälaris oryzoides Sw., = Leersia oryzoides Sw,. = Asperella oryzoides Lam., = Ilomalo-cenchrus oryzoides I J ollich). Wilder Reis. Franz.: Faux riz.; ital.: Asperella, erba
taglia, erba tagliente. Taf. 24, Fig. 2.Ausdauerndes, hellgrünes, schräg aufsteigendes Rispengras. 5 bis 10 (20) dm hoch,1 bis 2 dm lange, von Schuppenblättern dicht bedeckte Ausläufer treibend. Stengel unter-wärts ästig, fast glatt, an den Knoten behaart. Blätter 6 bis 8 (10) mm breit. Blattspreitenicht über 2 dm lang, am Rande rauh, im unteren Drittel bis Viertel mit nach rückwärts, im
') Der Name stammt aus dem Indischen: sanskr. vrihi, iranisch brizi; dieses Wort ging als ögv^ov,üOVt^a (vielleicht durch Vermittlung des Semitischen [arab. aroz, uruz]) ins Griechische über.