Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
193
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

193

Tafel 24.

Erklärung der Figuren.

Fig.

1. Oryza clandestina. Habitus.

1 a. Aehrchen, einblütig, mit Deck- und Vorspelze.

2. Phalaris arundinacea. Habitus.Aehrchen einblütig. 2 Hüllspelzen normal,die obern zu pinselförmig behaarten Schüpp-chen reduziert.

Phalaris Canariensis. Habitus.Aehrchen, einblütig, mit 2 schuppenförmigenGebilden, die 2 rudimentären Blüten ent-sprechen.

2a

3.

3a

Fig

4.

»

4a

5.

;»

5a

Anthoxanthum. odoratum. Habitus.Aehrchen 3 blutig, die 2 unteren Blüten ge-schlechtslos, in Form von 2 begranntenSpelzen.

Hierochloe odorata. Habitus.Aehrchen 3 blutig. 2 untere männliche Blütenmit 3 Staubblättern und eine obere zwitterigeBlüte mit 2 Staubblättern (die Zwitterblütenicht aus den Spelzen hervorstehend).

die sonst dem nahestehenden Panicum miliaceum oder P. crus galli (s. d). zukommen: Wilder Brain (Niederöster-reich, Tirol); Gensinger (Niederösterreich); Grüttegras [= Grützegras, auch für Setaria glauca] (Nördl.Braunschweig). Im Dialekt des Tessin heisst die Pflanze Pabbi.

Einjährig. 5 bis 60 cm hoch. Stengel niederliegend, meist knickig aufsteigend, selteneraufrecht, dünn. Aehrenrispe etwas schlaff, 1 bis 10 cm lang, oval bis schmal-walzlich, meist kaum1 cm breit, dicht, selten gelappt, untere Rispenäste dicht gedrängt. Borsten meist viel längerals die ca. 2 mm langen Aehrchen, grün oder violett, in der Reife grün bleibend. Verkümmertezweite Blüte etwa ein Drittel so lang wie die fruchtbare. Narben purpurn. VII bis X.

Häufig auf Aeckern, Garten- und Brachland, an Zäunen, Wegen, in Wein- undOlivengärten; gemein in den Niederungen. Steigt vereinzelt bis ca. 1400m hinauf.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt im Norden), Sibirien, Ost-asien, Nordafrika.

Aendert ziemlich stark ab:

var. raäior (Gaud.). Von höherem (bis fast 1 m) und kräftigerem Wüchse. Blätter breit. Rispe grün,vielährig, dick, oberwärts überhängend, oft etwas gelappt. Hie und da auf fettem Boden. Bildet den Ueber-gang zu nr. 154.

var. breviseta (Doli) Hüllborsten kaum länger als die Aehrchen. Ziemlich selten.

var. reclinäta (Vill.) Volkart. Hüllborsten 2 bis 3mal länger als die Aehrchen. Sehr häufig.

Ausserdem finden sich auf Oedland Kümmerformen mit oft rot überlaufenen Halmen, Borsten undAehrchen und kurzen, wenigblütigen Scheinähren.

154. Setaria Itälica (L.) P. B. (= Panicum Itälicum L., = Pennisetum Itälicum R. Br.).Welscher Fennich, Kolbenhirse, Vogelhirse. Franz.: Millet des oiseaux; ital.: Panico.

Fig. 88, 1.

Der Name Fenn ich (althochdeutsch fenich) ist aus dem lateinischen panicum (vgl. pag. 186 Anm. 2) ent-standen, was aus mittelhochdeutschen Formen wie pennik, penich, penig deutlich zu ersehen ist. In manchenGegenden (z. B. in Steiermark) wird das Wort als P fenich ausgesprochen. Oft wird es auch verstümmelt undvolksetymologisch an Fenchel (Foeniculum officinale) angelehnt: Fenchel (Augsburg), Fenchelhirsch [= -hirse](Tirol). Der welsche Fennich heisst auch Kolbenhirse, in Kärnten Druz elhiVsch; im Dialekt desTessin Panigh.

Meist grösser und stärker als nr. 153. 50 bis 100 cm hoch. Stengel ziemlich steifaufrecht, bis 1 cm dick. Aehrenrispe meist sehr reichährig, l 1 /* bis 3 cm dick, keulig, oftunterbrochen lappig, mehrfach zusammengesetzt, oberwärts überhängend. Aehrchen 2 X \% mmlang, grün, in der Reife gelb, rot oder braun werdend, stehenbleibend. Zweite Hüllspelzeetwas kürzer als die dritte und die gleichlangen Deck- und Vorspelzen der oberen Blüten.Verkümmerte zweite Blüte */ 3 s0 l an g w i e die fruchtbare. Narben gelblich. Früchtchenbei der Reife nicht ausfallend. VII bis IX.

Hegi, Flora.

16