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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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143. Sorghum Halepense 1 ) Pers. (= Andropögon Halepensis Brot., Andropogonavenäceus Humb. et Kunth, = Trachypögon avenäceus Nees, Holcus Halepensis L. Wilde

Mohrenhirse. Durra. Ital.: Cannarecchia, cannarocchia. Taf. 22, Fig. 3.

x\usdauernd, 60 bis 100 cm hoch. Grundachse ziemlich dick (bis fast 1 cm), kurzkriechend, Ausläufer, sowie blühende und nichtblühende Triebe bildend. Stengel aufrecht, glatt.Blätter 1 bis 1,5 (2) cm breit, zugespitzt, glatt, am Rande meist von sehr scharfen Zähnchenrauh. Scheiden glatt. Blatthäutchen kurz, mit kurzen, ca. 1 mmlangen Haaren besetzt. Rispe bis 3 dm lang, stark verzweigt, mitbis 1,5 dm langen, in meist 3 bis mehrzähligen Quirlen stehenden, amGrunde bärtig behaarten, meist aufwärts gerichteten Aesten. Aehrchenzweigeschlechtig (Taf. 22, Fig. 3 a). Die beiden untersten Hüllspelzenzugespitzt, dicht kurz behaart, in der Mitte kahl oder verkahlend,gelb bis'gelbbraun; die übrigen Spelzen häutig, meist alle unbegrannt.Narben sprengwedelförmig. Männliche Aehrchen 5 bis 6 mm lang,3 bis 4 (5) mm lang gestielt. Hüllspelzen papierartig, spitz, dunkel-violett. VI, VII.

Selten an heissen, trockenen, buschigen Hügeln, in Wein-bergen, an Wegrändern (oft Ruderalpflanze). Wild einzig in O est er-reich in Istrien und im südlichen Tirol (Trient, Arco, Riva, Ro-vereto, Nogaredo u. s. w.) Ausserdem im mittleren und nördlichenEuropa stellenweise verschleppt.

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet. Orient,Kaukasus. Ostindien, China, Canaren, Kapverdische Inseln, Nord-amerika, Mexiko, Kuba, Kolumbien.

Mit dieser Art sind einige in den Tropen und in wärmeren Gebieten(besonders in Afrika wichtige Brotpflanzen) häufig kultivierte einjährige Arten naheverwandt.

Sorghum saccharätum Pers. (= Andropögon saccharätus Kunth.Zucker-Mohrenhirse, ital.: Saggina da granata, melgone). Rispe stets aufrecht. Stengel"unter der Rispe nicht zurückgekrümmt. Aeste der Rispe fast bis zur Mitte nackt: dieblühenden sehr weit abstehend, die fruchtbaren aufrecht. Zwitterige Aehrchen elliptischbis eiförmig, doppelt oder doch fast doppelt so lang als breit, spitz oder spitzlich,ln der Mitte oder unter der Mitte am breitesten. Wird in Südeuropa kultiviert.°n einzelnen Formen (z. B. von der var. technicus Körnicke) werden aus denstarren RispenästenReisbesen" hergestellt.

Sorghum vulgäre Pers. (= Andropögon sörghum Brot. var. eusörghumAschers, et Graebner. Fig. 85). Gemeine Mohrenhirse, Durra. Rispen ebenfallsa ufrecht, dicht zusammengezogen, eilänglich. Zwitterige Aehrchen verkehrt-eiförmig,im oberen Drittel oder Viertel am breitesten, selten fast rundlich, stumpf oder stumpf-ten, begrannt. Häufig kultiviert; wird in Nordamerika neuerdings auch zurZuckerfabrikation angebaut. Hinsichtlich der Ausbildung der Rispe und der Farbeuer Aehrchen ist diese Art sehr variabel.

Sorghum cernuum Host (= Andropogon cernuus Roxb.). Stengel unter speUe. 7 Fruchtknoten mitdp, o- . , . Narbe. 8 I.odicula.

Kispe meist mehr oder weniger zurückgebogen, die Rispe daher nickend. Rispe

k urz, eiförmig, sehr dicht, 8 bis 15 cm lang und 6 bis 12 cm breit, mit behaarter Hauptachse und Aesten.

aehrchen sehr breit-eiförmig bis fast rhombisch, wenig länger als breit. Frucht kugelig, bei der Reife zwischen

^en Hüllspelzen hervortretend, weiss, mit rötlichem Nabelfleck. Die Früchte werden vielerorts zur Bereitung

von Mehl und Brot benützt, die Rispenäste auch zu Reisbesen und Reisbürsten verwendet. Hie und da wird

aus der Pflanze auch Zucker gewonnen, oder sie wird, wie stellenweise in Deutschland, als Grünfutter angebaut.

Die Gattungen Andropogon und Sorghum bilden mit einigen andern Gattungen den Tribus der

-"-ndropogönea e, die sich von den Maydeae hauptsächlich durch teilweise eingeschlechtige Aehrchen unter-

Fig. 85. SorghumvulgarePeis. / Habitus. 2 ZwitterigeBlüte mit zwei männlichenBlüten. 3 Aeussere Hüllspelze.^Innere Hüllspelze. 5AeussereDeckspelze. 6 Innere Deck-

') Die Art wurde zuerst bei Aleppo beobachtet.