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142. Andropogon contörtus 1 ) L. var. g lab er Hackel (= A.contörtus All., = A. BellärdiBubani, = A. Alliönii Lam. et DC., = Heteropögon Allionii Roem. et Schult., = II. gläber
Pers.). Gedrehtes Bartgras. Fig. 84.
30 bis 60, seltener bis 100 cm hoch. Grundachse dicht rasig verzweigt, mit denResten von abgestorbenen Blättern bedeckt, mit zahlreichen, nicht blühenden Sprossen,oberwärts etwas verzweigt, mit bis 3, je eine Scheinähre tragenden,aufrechten, 2 bis 3 dm langen Seitenzweigen. Blätter schmal, meist3 bis 6 mm breit, unterseits am Grunde scharf gekielt, fast glatt,grau bereift, oberseits und am Rande rauh, am Grunde (zuweilen aucham Rande) vereinzelte Haare tragend. Blattscheiden seitlich zusammen-gedrückt, scharf gekielt. Scheinähren 4 bis 7 cm lang, ca. 6 mmdick, gerade oder etwas gebogen, mit braun glänzenden Haaren be-setzt. Aehrchen (10 bis 20 Paare) zu 2 dicht an der Spindel, dach-ziegelartig sich deckend. Untere Aehrchenpaare alle männlich undunbegrannt, kahl, bis 11 mm lang und 2 mm breit, nach aussenkonvex, nach innen konkav anliegend. Obere Aehrchenpaare in derRegel weiblich, schmal zylindrisch, mit braunen, kurz behaarten Hüll-spelzen und mit kräftiger, rauher Granne. Grannen der ganzen Aehreoft miteinander verschlungen. Deckspelzen stark reduziert, mit 6 bis12 cm langer, kurz borstig rauhhaariger Granne. Frucht weisslich,schmal-lineal, von dem Griffelrest gekrönt. — VIII bis X.
Selten an sonnigen, felsigen, trockenen 1 lalden der südlichenAlpentäler. Fehlt in Deutschland gänzlich. In Oesterreichnur in Dalmatien und in Südtirol (im untersten Vintschgau zwischenNaturns und Rabland bei fast /00 m, um Meran häufig bei Plars undAlgund und bei Durrenstein, St. Peter, Grätsch, Küchelberg, sowie amSinnichkopfe bei Burgstall; zwischen Vilpian und Terlan, bei Bozenmehrfach (zuerst 1820 beobachtet), bei Gola unterhalb Pregasinaund am Doss Brione bei Riva. Bei Meran verbreitet sich dieses Grasimmer mehr. In der Schweiz nur im südlichen Tessin (Bellinzona,bei Locarno, Ronco, Gandria).
Allgemeine Verbreitung: Weit verbreitet in den Tropenund Subtropen der ganzen Erde.
Die zur Fruchtzeit mit einem" scharf zugespitzten, rauhhaarigen Teile derHauptachse abfallenden weiblichen Aehrchen bohren sich zuweilen in die Haut undin das Fleisch der Schafe ein und bewirken oft grosse Eiterungen und Schaden beimVieh. Die Granne werden auch als Hygrometer verwendet.
LVI. Sorghum 2 ) Pers. Mohrenhirse.
Aehrchen wenige (bis 5 Paare) oder einzeln endständig an meist langen, starren, zuundeutlichen Rispen angeordneten oder an büschelig-verzweigten, selten geknäuelten Aesten.Aehrchen meist breit-eiförmig bis fast kugelig. Hüllspelzen gewöhnlich breit-lanzettlich,zuletzt hart und glänzend, an der Spitze meistens deutlich dreizähnig.
Die Gattung, die oft nur als Untergattung von Andropogon angesehen wird, enthält ca. 13 Arten,die in den Tropen beider Erdhälften weit verbreitet sind und als Kulturpflanzen (auch im südlichen Europa)eine grosse Bedeutung haben.
') Herumgedreht ;lat. contorquere = herumdrehen, -winden, nach den oft ineinander verschlungenen Grannen.2 ) Der italienische Name der Pflanze lautet Sorgho; seine Abstammung ist nicht sicher festgestellt.
F'i gr. 84. Andropogoacon-tortus L. 1 Habitus. 2 und3 Männliche und weiblicheBlüte aus dem obern Teilder Scheinähre (von vorn undvon hinten gesehen). 4 Männ-liche Blüte. 5 WeiblicheBlüte. 6 Innere Hüllspelze
(am Rückennerven mit2 Reihen Haaren). 7 Frucht-knoten und Narbe.