IS
scheiden. Von anderen Gattungen und Arten mögen genannt sein: Säccharum off icinärum L., Zuckerrohr,im tropischen Ostasien einheimisch, nun in allen Ländern kultiviert (für die Kultur wählt man eine Varietät,die das Vermögen zu blühen fast vollständig verloren hat und sich sehr leicht durch Stecklinge vermehrenlässt), Eriänthus Ravennae P. B., Ravenna-Seidengras, aus dem Mittelmeergebiet, mit starker, weisserRispe, Miscanthus (6 Arten in Süd- und Ostasien, einige davon beliebte Ziergräser, z. B. M. SinensisAnders. [= Eulälia Japönica Trin.) und M. sacchariflörus Hack.), Imperäta (J. arundinäcea Cyr. bildet immalayischen Archipel den Hauptbestandteil der Alang-Alang-Felder), Anthisti'ria (A. vulgaris Hack. [= A.ciliätaaut.], das Kangaroo-Gras der australischen Farmer) u. s. w.
LVII. Tragus 1 ) Hall. Kletten gras.
Die Gattung enthält ausser unserer Art noch T. Berteroänus Schult, in den wärmeren Gebietenbeider Erdhälften und T. koelerioides Aschers, aus Südafrika. Letztere Art mit dicht rasenförmig gedrängtem,bis 0,5 m hohem Stengel und oberstem, sehr langem Stengelgliede selten eingeschleppt beobachtet (z. B. inBrandenburg).
144. Tragus racemösus (L.) Desf. (= T. muricätus Moench, = Cenchrus racemösus L.,= Lappägo racemosa Schreb.). Traubenblütiges Klettengras. Ital.: Gramigna lappola;
böhm.: Bodloplev. Taf. 23, Fig. 1.
Einjährig, 10 bis 30 cm hoch, dem Boden anliegend, am Grunde büschelig verzweigt,an den Knoten wurzelnd. Stengel gekniet, aufsteigend, glatt. Blätter kurz, ziemlich stark,am Rande dornig bewimpert. Die untersten Blattscheiden kurz, die obern länger, bauchigaufgeblasen, mit oft schwach entwickelter Blattfläche. Blatthäutchen sehr kurz, bewimpert.Aehrchen in traubenförmiger, 4 bis 8 cm langer Rispe; letztere zylindrisch, von einem nichtoder wenig aus der Scheide des obersten Blattes hervorragenden Stengelgliede getragen.Rispenäste sehr kurz, 2 bis 3 mm lang, wie die Rispenachse mit starren, hakig gebogenenIlaaren besetzt, mit 3 bis 5 sitzenden, als ganzes abfallenden Aehrchen. Gipfelährchen ver-kümmert. Untere Hüllspelze klein, verkümmert, obere dick, mit hakig umgebogenen Weich-stacheln besetzt (Taf. 23, Fig. 1 a), kahnförmig die zwitterige Blüte umschliessend. — VI, VII.
Stellenweise an heissen, steinigen Orten, an Rainen, in Weinbergen, auf sandigenPlätzen. In Deutschland nicht wild, jedoch hie und da mit fremden Samen oder mit Wolleeingeführt. In O est erreich in Mähren, Niederösterreich, Krain, Istrien und Südtirol (bisca. 500 m). In der Schweiz spontan nur im Wallis von Brancon bis Sierre (bis 900 m).
Allgemeine Verbreitung: Tropen und Subtropen beider Erdhälften, stellen-weise in die gemässigte Zone vordringend.
Die Fruchtährchen bleiben wegen den hakigen^ Hüllspelzen leicht an dem Fell und Pelz von Tierenhängen. Die Gattung Tragus ist der einzige europäische Repräsentant des Tribus Zoisieae mit einblütigenAehrchen und stets wehrlosen häutigen Deckspelzen.
LVIII. Pänicum 2 ) L. Hirse.
Einjährige Pflanzen von vielgestaltigem Habitus. Aehrchen in Scheinähren oder Rispen, 1 bis 2 blutig,aussen flach, innen gewölbt, mit 3 Hüllspelzen. Unterste meist kleiner als die zweite, diese so gross wie dritte,oft eine verkümmerte oder männliche Blüte deckend. Deckspelze die Vorspelze fest umschliessend, beide meistverhärtend, wehrlos oder mit Spitzchen. Lodiculae 2, fleischig.
Die Gattung umfasst ca. 300 Arten, die besonders in den wärmern Ländern zu Hause sind. In denSavannen und Campos gehören sie zusammen mit den nahe stehenden Paspalum-Arten zu den bessernFuttergräsern.
*) Gr. zgdyog = Bock; bei Dioskorides auch Name einer Pflanze (vielleicht Ephedra distachya).2 ) Bei den Römern (wahrscheinlich) Bezeichnung der Kolbenhirse (Setaria Italica) von lat. pänis = Brot,da (nach Plinius und Columella) diese Art zum Brotbacken verwendet wurde.