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141. Andropogon gryllus 1 ) L. (= Cbrysopogon gryllus Trin., = Pollinia gryllus Spr.).Goldbart. Ital.: Erba da spazzola, brecco, squari, quadro, trebbia. Fig. 83.
50 bis 100 cm hoch, dichtrasig. Grjndachse wagrecht oder schräg aufsteigend,kurz, verzweigt, mit zahlreichen Blattresten bedeckt, die einzelnen Triebe fest aneinandergedrückt, horstbildend. Blätter schmal (meist nicht über 2 bis 3 mmbreit), unterseits glatt, oberseits und an den Rändern etwas rauh,mit langen (bis 5 mm), weissen Haaren besetzt. Rispe gross(bis über 2 dm lang), mit vielen, quirlig gestellten (bis 12 ineinem Quirl), fadenförmigen, schlaffen und dünnen Aesten,welche an ihren etwas verdickten Enden die zu 3 vereinigtenAehrchen (Aehrchendrillinge; vgl. auch var. auctus Hack.)tragen. Aehrchen ca. 1 cm lang und ca. 1 mm breit, amGrunde mit einem dichten Büschel von gold- bis rotglänzendenHaaren besetzt (Fig. 83, b und c). Unterste Hüllspelze des zwei-geschlechtigen Aehrchens zugespitzt, obere Hüllspelze borstigbewimpert, zerschlitzt, zweispitzig, mit ca. 10 bis 14 mm langer,meist geschlängelter, leicht abbrechender Granne. Deckspelze fastganz auf die bis ca. 3 cm lange, gekniete und gedrehte Granne re-duziert. Seitliche Aehrchen männlich und gestielt, mit zart be-grannten Hüllspelzen und mit häutigen, an der Spitze zerschlitztenDeckspelzen. Frucht sehr schmal. — V bis VIII.
Selten an warmen, trockenen, sonnigen, grasigen Abhängenund Hügeln, auf trockenen Magermatten; stellenweise im Süden(Federgrassteppe) mit anderen xerophil gebauten Gräsern (Stipacapillata und pennata, Andropogon ischaemum) weite Streckenüberziehend und den Hauptbestandteil der Vegetation bildend( 3 Goldbartformation a ). Fehlt in Deutschland gänzlich. InO est erreich nur in Niederösterreich (im Gebiete der pannoni-schen Flora; nördlich der Donau nur zwischen Untersüssbrunnund Weikendorf, auf der Fucha [Krems]), in Steiermark (Haidinnächst Pettau), in Krain, Istrien und im südlichen Tirol (nochbei Bozen und am Küchelberge bei Meran, ca. 600 m). In derSchweiz stellenweise im Tessin (nördlich bis Osogna und Sta.Petronella bei Biasca), im bündnerischen Misox (bis Lostalla,450 m); nicht aber im Wallis. Bei Bex (Waadt) nur angepflanzt.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet (vonhier stellenweise weit in die Alpentäler vordringend), östlich bisKleinasien, Kaukasus, Syrien, Mesopotamien; Ostindien; Australien.
Bildet im eigentlichen Verbreitungsgebiet verschiedene Formen, dieaber bei uns nur selten auftreten:
var. auctus Hackel. Längere Rispenäste mit 2 zweigeschlecht-ichen Aehrchen; das untere nur von einem männlichen, gestielten Aehrchenegleitet. — Noch wenig beobachtet. Mit der Hauptform in allen Uebergängen.
var. aiirea Murr. Aehrchen nicht violett, sondern goldgelb bishellgelb. Haarkranz am Grunde rotgelb. — Hie und da unter der Normal-form (z. B. bei Meran).
Aus den Wurzeln werden im Süden feinere Bürsten angefertigt.
) ygvhXoq = Grille, bei Plinius auch für allerhand bizarre Zusammensetzungen gebraucht (vgl. auchIJeutschen „Grille" = Eigenlaune); wegen des eigentümlichen Aussehens dieser Grasart.
Fig. 83. Andropogon gryllus L.
a Habitus, b Zwitteriges Aehrchen.
c Unteres, zwitteriges Aehrchen und
seitliches, männliches Aehrchen,