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LV. AndropÖgon 1 ) L. Bartgras.
Aehrchen in Rispen oder Scheinähren; diese einfach, endständig oder fingerförmigzusammengestellt. Aehrchen zu 2 oder 3 vereinigt. Das untere oder mittlere Aehrchenungestielt und zwitterig (Taf. 21, Fig. 17), dessen Deckspelze mit kräftiger, gedrehter odergeknieter Granne; die gestielten, seitlichen Aehrchen männlich oder unfruchtbar, mit un-begrannter Deckspelze. Alle Aehrchen mit 2, meist unbegrannten Hüllspelzen, die bei derReife verhärten und die Frucht fest umschliessen.
Die Gattung umfasst eine grössere Anzahl meist ansehnlicher Gräser der wärmeren Zone. Mit derGattung Sorghum ist sie nahe verwandt; letztere \vird von vielen Autoren auch zu Andropogon eingezogen.In Europa sind Vertreter der Gattung besonders im Süden zu Hause; am weitesten geht A. ischaemuninach Norden.
1. Aehrchen zu 2, in Scheinähren....................... 2.
1*. Aehrchen in Rispen angeordnet; meist zu 3 am Ende der Rispenäste . . . A. gryllus nr. 141,
2. Scheinähren fingerförmig zusammengestellt...........A. ischaemum nr. 140.
2*. Scheinähren einzeln, endständig...............A. contortus nr. 142.
140. Andropogon ischaemum 2 ) L. (= A. angustifölius Sm.). Gemeines Bartgras.
Franz.: Brossiere, chiendent ä balais, Carbon pied de poule; ital.: Sanguinella, pie di pollo,
erba Luciola; böhm.: Vousatka; ,ung.: Fenyerfü. Taf. 22, Fig. 2.
80 bis 100 cm hoch (seltener bis 4 m hoch), mit rasenbildender, kurzkriechenderGrundachse, mehrere unterwärts ästige, knickig aufsteigende Aeste treibend. Blätter schmal,selten über 3 mm breit, die obersten kürzer als ihre Scheiden, graugrün, gegen den Scheiden-mund abstehend, bärtig bewimpert. Ligula fehlend, statt dessen eine Haarreihe. Scheinährenzu 2 bis 6 (1 bis 10) fast fingerartig gestellt, schmal, 3 bis 6 cm lang. Blattspindel sehrdünn, lang, abstehend, weiss behaart. Alle Aehrchenpaare aus einer männlichen und einerzwitterigen Blüte bestehend (Taf. 21, Fig. 17). Deckspelze der 4 mm langen Zwitterblütenauf eine ca. 1,5 cm lange, das Aehrchen mehrmals an Länge übertreffende Granne reduziert.Die beiden untersten Hüllspelzen lanzettlich, fast gleich lang, hellviolett. Vorspelze klein roft verkümmert. Narben purpurn. — VII bis X.
Stellenweise gesellig an sonnigen, trockenen und ungenutzten Hängen, an sandigenOrten, an Weinbergsrändern, Wegrainen und auf Bergwiesen; im allgemeinen kalkliebend (inNiederösterreich zwar namentlich auf Sandstein und Schiefer, weniger auf Kalk). In Deutsch-land nur im mittleren und südlichen Teile, nördlich bis zum Mittelrhein und den Neben-tälern bis Bonn, bis Thüringen (Stassfurt, nordöstlich. Harz), Halle a. S., Pirna. Bildet imWallis einen Bestandteil der Walliser Steppenheide, in Ungarn und in Niederösterreich einenBestandteil der Federgrasflur. Ist auch an den heissen Abhängen der Alpentäler nochanzutreffen (in Tirol bis ca. 1100 m, in Wallis bis 1400 m, in Unterengadin [ob Schuls] bis-ca. 1250 m).
Allgemeine Verbreitung: Weit verbreitet in den wärmeren Teilen der ge-mässigten Zone beider Erdhälften, weniger in den Tropen.
Bei der Fruchtreife löst sich die Aehrenspindel dicht unterhalb des Ansatzes eines jeden Blütenpaares-in einzelne Stücke auf. Die Blüten bleiben mit einer Partie der seidig behaarten Spindel in Verbindung undsind auf diese Weise zum Lufttransport sehr geeignet.
') ävrjg (Genitiv: ävögög) = Mann und ncbyav = Bart; die behaarten Scheinähren werden miteinem Barte verglichen.
2 ) Bei Plinius Name eines Grases mit blutstillenden Eigenschaften (vielleicht gaben die purpurrotenNarben des Grases Anlass zu diesem Glauben); griechisch: lo%nv (Nebenform zu i'/iiv) = halten unda'iaa = Blut.