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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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das Aufblühen im obersten Drittel oder Viertel, um von da aus gleichzeitig nach auf- und abwärts fortzuschreiten.Gleichzeitig mit den Früchten fallen bei den wildwachsenden Gräsern gewisse Teile der Aehrchen und desGesamtblütenstandes ab. Diese Vorrichtungen, die zum Zerstreuen der Früchte beitragen, fehlen fast allenGetreidepflanzen im kultivierten Zustande, kommen jedoch bei den wildwachsenden Stammformen derselben vor.Die Früchtchen werden meistens vom Winde transportiert, wobei die'hnen anhaftenden Spelzen oder andere Organe (Achsenglieder, Grannen)als Flugapparate dienen (Verminderung des spezifischen Gewichtes).Bei einzelnen Arten, wo die Früchte von Haus aus sehr klein sind(Agrostis, Eragrostis) fallen dieselben vollständig aus den Spelzenheraus. Durch besonders starke und behaarte Grannen, die in derfeuchten Luft eigentümliche Bewegungen ausführen, sind die Früchteverschiedener Gräser der offenen Fluren und der Steppen (Stipa pennata,Aristida-Arten) ausgestattet. Dieselben sind auch so gebaut (hygro-skopisch, mit spitzer, oft stechender Spitze), dass sie leicht in den Bodeneindringen können. Zuweilen gelangen derartige Bohrfrüchte in dasWollkleid der Tiere (Schafe), wo sie durch die Haut bis zu denEingeweiden vorzudringen vermögen und hier tödliche Entzündungenhervorrufen können. Bei einigen wenigen Gräsern (Melica nutansund uniflora) werden die Aehrchen wahrscheinlich durch Ameisen ver-breitet. Ebenso sind die fleischigen Beeren vieler Bambuseen wahr-scheinlich der Verbreitung durch Tiere, die den Samen verzehren,ohne ihn jedoch zu verdauen, angepasst.

Bei einigen Gräsern besonders der Hochgebirge undv on hohen Breiten wo die Fruchtreife oft unsicher ist sind ver-laubte oder vivipare Aehrchen entwickelt (Poa alpina und bulbosa,Festuca ovina und rupicaprina). Echt vivipar ist ein Gras nur dann,wenn die vergrünenden Aehrchen ausfallen und als Brutknospen der^ ermehrung dienen, d. h. von der Rispe sich loslösen, um sich dann zubewurzeln. Derartige Formen sind in der Kultur fast gänzlich konstant.Dagegen geht es nicht an, jede Vergrünung des Aehrchens, wieeine solche durch Ernährungsstörungen bedingt werden kann,_ auch als

' vivipara zu bezeichnen. Solche Aehrchen fallen nicht aus, dienen nicht zur Vermehrung und erweisen sichin der Kultur als nicht konstant. Die viviparen Rispen haben ein eigentümliches krauses Aussehen.

Die Süssgräser sind über die ganze Erde verbreitet und gehören zu den äussersten Vorposten derBlütenpflanzen sowohl gegen die Pole (Phippsia algida, Calamagrostis Lapponica, Vahlodea atropurpurea) alsauch gegen die Schneegrenze der Hochgebirge hin (in den Alpen Festuca pumila, Agrostis rupestris. Poa laxa,Sesleria sphaerocephala etc.). Das Maximum an Zahl der Arten liegt in den Tropen; hinsichtlich der Indi-viduenzahl überwiegen sie jedoch in den kaltgemässigten Zonen, wo ihre Rasen zu ausgedehnten, den Bodenganz überziehenden Wiesenteppichen zusammenschliessen. Auch in den Steppengebieten und Savannen, wo sicheinzelne Arten durch häufig über mannshohen Wuchs auszeichnen, spielen die Gräser eine hervorragende Rolle ;ihre Rasen wachsen aber zerstreut und bedecken den Boden nicht mit einer geschlossenen Grasnarbe. Dagegengehören die Bambuseen zu den charakteristischen Bestandteilen der Tropenwälder, wo sie besonders in denNiederungen der Monsungebiete stark vertreten sind. Einige der Arten haben eine sehr grosse, fast kosmo-politische Verbreitung (Phragmites), während andere in der nördlichen gemässigten Zone weit verbreitet sind,um mit Ueberspringung der Tropen im antarktischen Gebiete wiederzukehren (Deschampia flexuosa, Festucaovina und elatior, Poa nemoralis). Zirka 90 Gattungen sind überhaupt in beiden Erdhälften verbreitet. Wiederandere Arten kommen in den Gebirgsketten von Europa und Asien, sowie gleichzeitig im arktischen Gebietevor (Trisetum spicatum, Poa alpina und Cenisia, Phleum alpinum). Habituell zeigen die Gräser bestimmterGenossenschaften grosse Aehnlichkeiten. So sind viele Steppengräser, sowie Gräser von trockenen, sonnigenAbhängen äusserst xerophil gebaut. Ihre Blätter sind steif, starr, oft stechend, die Sprosse sind zu dichten undfesten Horsten vereinigt, die Blattspreiten oft eingerollt, gefaltet oder mit Wachs oder Haaren überzogen (Stipapennata und capillata, Koeleria Vallesiana, Andropogon ischaemum und contortus, Melica ciliata, Festucaspadicea, Formen von Festuca ovina, Diplachne serotina etc.). Ganz ähnlich verhalten sich verschiedeneDünengräser (Ammophila arenaria, Elymus arenarius, Triticum junceum) oder Gräser des trockenen Sandbodens(Phleum arenarium, Hordeum secalinum, Lepturus incurvatus, Mibora minima, Weingaertneria canescens etc.).Andrerseits sind die Gräser des Waldes oder der Waldränder von meist stattlichem Wüchse; ihre Halme sind ziem-lich hoch, ihre Rispen lang, spreizend und überhängend, die Blattflächen relativ breit, dünn und oft nach aussen

Fig. 80. Randpartic vom Weizenkorn. Unter

der verwachsenen Frucht- und Samenschale

liegt die Eiweisskürner führende Kleberschichr,

darunter der stärkefiihrende Teil des

Endosperms.