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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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verlängerte, sprengwedelförmige Narbe mit kurzen Papillen heisst fadenförmig (stigma.filiforme). Die beiden letzteren Formen treten gewöhnlich an der Spitze der sich wenig von-einander entfernenden Deck- und Vorspelze hervor. Nur selten ist die Narbe einfach(spindelförmig). Frucht in den meisten Fällen eine Schalfrucht (Caryopse) mit dünnem,,dem Samen fest anliegendem Pericarp, das hier die Rolle der Samenschale (diese selbstist schwach ausgebildet) übernimmt. Bei vielen Gräsern ist eine Scheinfrucht ausgebildet,die durch mehr oder weniger starkes Verwachsen der Frucht mit der Vor- und Deckspelze(Gerste, Hafer, Phalaris) zustande kommt. Nicht selten fällt dann die Frucht auch mitden Spelzen aus. Seltener sind die Schlauchfrüchte mit dünnem, den Samen lockerumhüllendem, aufspringendem Pericarp (Eleusine, Crypsis), die Nussfrüchte (bei einigen Bam-buseen, z. B. Dendrocalamus) und die Beeren (ebenfalls bei einigen Bambuseen: Meloca-lamus, Melocanna, Ochlandra). Letztere können apfelgross werden. Fruchtknoten stets eineschwach kampylotrope Samenanlage enthaltend.

Samen mit der Fruchtschale meistens verwachsen, auf deren Rückenseite die Anheftungsstelle desSamens als mehr oder weniger deutlich erkennbarer, bald punktförmiger, bald länglicher oder linienförmigerNabelneck (hilum) ausgebildet ist (Taf. 21, Fig. 11, 12 und 23).

Auf der Vorderseite ist an der Basis bereits äusserlich der nur vomPericarp überzogene Keimling zu erkennen (Taf. 21, Fig. 11, 13 und 24). Dieserist meist klein, selten über die Hälfte der Frucht lang, meist gerade, selten leichtgekrümmt (Oryza) und mit dem Würzelchen nach abwärts gerichtet. Der Keimling(Fig. 78) besteht zunächst aus einem schildförmigen, mit seiner Innenseite demNährgewebe anliegenden Körper, dem Schildchen (scutellum), welches auf seineretwas rinnigen Vorderseite das in der Mitte angeheftete Knöspchen (plumula)und das von der Wurzelscheide (Coleorrhiza) verhüllte Würzelchen trägt. DemSchildchen gegenüber befindet sich bei vielen Gräsern auf der Vorderseite desEmbryo ein schüppchenförmiges Anhängsel, der Epiblast, der besonders bei Stipaund Zizania stark ausgebildet ist, während er bei vielen andern Gräsern (z. B. Mais,Roggen, Gerste) gänzlich fehlt. Er wird auch als rudimentäres zweites Keim-blatt betrachtet. Das Knöspchen des Embryo besteht aus einem sehr kurzen,oft undeutlichen Achsengliede (Epikotyl) und einigen wenigen (2 bis 4) Blättern

Fig. 78. Längsschnitt durch die Frucht unt j ; s t je nach der Ausbildung des Epikotyls gestielt oder sitzend. Das erste,von Mais (unten der Embryo mit . , , , . .. _ .. ,. ,,, ,- , ,., . ......... ,

scutellum, weiss das Nährgewebe), farblose bis mattgrune, häufig rötliche Blatt (Coleoptile) umgibt die übrigen als

ein geschlossenes Rohr, das beim Keimen mit seiner harten Spitze den Bodendurchbricht, sich öffnet und später das erste Laubblatt hervortreten lässt. Die Wurzelscheide wird von densich entwickelnden (eine oder mehrere) Wurzeln durchbrochen. (Nach anderen Auffassungen sind Schildchen,Epiblast und Knospenscheide als Teile des Keimblattes anzusehen). Die Mehrzahl der Gräser besitzt nur eineWurzelanlage im Embryo und keimt daher mit einer Hauptwurzel (Fig. 79). Bald aber treten besonders amEpikotyl Nebenwurzeln auf, welche die Hauptwurzel rasch an Grösse übertreffen. DasNährgewebe besteht aus grossen, polygonalen Parenchymzellen, welche mit Ausnahme deräussersten Schicht, den Raum fast vollständig ausfüllen. Die äussere Zone (Kleberschicht)besteht aus einer einzigen Zellschicht von Eiweiss (Aleuron, Protein) führenden, polygonalenZellen (Fig. 80 und Taf. 21, Fig. 11).

Die Gräser sind ausgesprochen windblütige Pflanzen; ein- und zweihäusige Artensind relativ selten. Ihre Blüten werden in grosser Zahl gebildet, sind verhältnissmässig w r enigauffällig, meist nektar- und duftlos. Die Antheren produzieren grosse Mengen von glatten,mehlartig verstäubenden Pollenkörnern und sitzen auf sehr dünnen, leicht beweglichen Staub-fäden. Die Narben haben eine vielfach zerteilte, daher grosse, zum Auffangen der Pollen-körner sehr geeignete Oberfläche (Taf. 21, Fig. 6, 7; 9, 19, 22). Zur Blütezeit werden dieGeschlechtsorgane unter Mithilfe der lodiculae aus den Spelzen herausgedrängt, um nachdem Verbluten zusammenzusinken. In anderen Fällen öffnen sich die Blüten überhaupt nicht(kleistogame Blüten), sodass Fremdbestäubung ausgeschlossen ist und Selbstbestäubung erfolgt(bei uns z. B. verschiedene Gerstenarten, Oryza clandestina, Diplachne serotina). Bei den Fig. 79. Keimpflanze

Rispengräsern erfolgt das Aufblühen am Gipfel der Haupt- und Nebenachsen und schreitet vonZeamays, bei der

erst die Hauptwurzeivon hier aus nach der Basis fort. Bei den Aehren- und Aehrenrispengräsern dagegen beginnt entwickelt wird.