Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
144
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

144

Danzig?). In O est er reich an der Küste von Triest, Istrien, der Quarnero-Inseln, vonKroatien und Dalmatien.

Allgemeine Verbreitung: Küsten von Europa (mit Ausnahme der nördlichenUfer des atlantischen Ozeans) bis zu den Kanarischen Inseln, an allen Küsten des Mittel-meeres, des Schwarzen und Kaspischen Meeres (hier die einzige marine Blütenpflanze!).

17- Farn. Najadacäceae 1 ). Nixkrautgewächse.

Einjährige, meist zerbrechliche, untergetaucht auf dem Grunde der Gewässer lebendePflanzen. Stengel sehr ästig; die untern Stengelglieder sehr lang, an den Knotenwurzelnd, die obern kurz, einander genähert. Blätter lineal, gegenständig, in nahezu senk-recht übereinander stehenden, sich nicht kreuzenden Paaren angeordnet, am Grunde scheidigerweitert, einnervig (ohne Seitennerven), am Rande gezähnt; jeder Zahn in eine kurzebraune Stachelspitze endigend. Innerhalb jeder Blattscheide 2 Achselschüppchen (squamulaeintravaginales). Blüten eingeschlechtig, ein- oder zweihäusig, einzeln, endständig, meistvon vorangehenden Blättern überragt (daher scheinbar seitenständig). Männliche Blüteaus zwei dünnen, durchscheinenden, becherförmigen Hüllen und einem zentralständigen,1- oder 4fächrigen Staubblatt bestehend. Aeussere Hülle oft in einen kurzen Schnabelvorgezogen, der an seinem Rande 1 bis 4 kurze, braune Stachelzähne trägt. Innere Hüllean der Spitze in 2 grosse, stumpfe, keulig angeschwollene Lappen verdickt (Fig. 71) undmit der Anthere verwachsen. Weibliche Blüte bei den einheimischen Arten von einemnackten Fruchtblatt gebildet; bei ausländischen Arten von einer scheidig geschlossenen,am Rande gezähnten Hülle umgeben. Fruchtknoten mit 3 langen, spitz endigendenNarbenschenkeln, mit einer aufrechten, anatropen Samenanlage. Samen mit harter Schale,ohne Nährgewebe.

Die Familie hat einzig mit den Potamogetonaceen einige verwandtschaftliche Beziehungen und hat mitihr den grossen, nährgewebelosen Samen sowie den weit entwickelten Embryo gemein. Auch hinsichtlich derBlütenbildung schliesst sie sich an gewisse Formen (Zannichellia und Althenia) ziemlich eng an. Die Bestäubunggeht bei allen Arten unter dem Wasser vor sich. Nicht in allen Fällen ist jedoch der Pollen fadenfömig. DieFamilie umfasst nur die folgende Gattung.

XL. Najas L. Nix kraut.

Die Gattung zeigt eine grosse horizontale Verbreitung, die sich fast über die ganze Erde erstreckt,Im Norden geht sie hoch hinauf; dagegen fehlt sie in den Gebirgswässern vollständig. Verschiedene Arten(N. marina) sind fast kosmopolitisch, während andere Arten nur ein sehr kleines Verbreitungsareal besitzen(N. tenui'ssima A. Br. in Finnland, N. microcärpa K. Schum. in Paraguay, N. setäcea Rendle auf Mauritius). Samenvon Najas marina, die früher irrtümlich für die Samen von Pinus silvestris gehalten wurden, sind an ver-schiedenen Stellen in den Pfahlbauten nachgewiesen worden.

Alle Najadaceen sind Bewohner des süssen Wasser; einzig N. marina erscheint an der Ostsee, inSchweden und Dänemark auch im Brackwasser. Die Gattung umfasst 32 Arten, von denen nur drei in Mittel-europa vorkommen. Ausserdem in Europa noch N. tenui'ssima A. Br. im südlichen Finnland und N. grammeaDel. in den Reisfeldern der Poebene und im österreichischen Friaul (Strassoldo).

1. Blüten zweihäusig. Blattscheiden ganzrandig. Stengel und Blattrücken meist bestachelt.

N. marina nr. 122.

1*. Blüten einhäusig. Blattscheiden wimperig gezähnt. Stengel und Blattrücken ohne Stacheln 2.

2. Blätter begrannt, fein gezähnelt, biegsam, meist gerade. Frucht gelblich. N. flexilis nr. 123.2*. Blätter ausgeschweift gezähnt, zerbrechlich, meist zurückgekrümmt. Frucht schwarzgrau.

N. minor nr. 124.

') Als Wasserpflanze nach den Najaden (gr, vr)dg, vaig, von vaietv = fliessen). den Quellnymphen derGriechen benannt.