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XXXVII. Ruppia 1 ) L. Saide. 2 )
Die Gattung weist nur eine einzige Art, die sich allerdings in mehrere Formen gliedert. In der Trachthat sie grosse Aehnlichkeit mit den zartblätterigen Laichkräutern (z. B. Potamogeton pectinatus). Sie ist inSalz- und Brackwasser fast über die ganze Erdoberfläche verbreitet. Häufig kommt es vor, dass im Herbstgrosse Laubtriebe mit den abfallenden Früchtchen fortgetrieben werden. Pollen bogenförmig.
118. Ruppia maritima L. Strand-Saide. Ital: Erba da chiossi. Taf. 17, Fig. 5.
Bis 4 dm lang, bis auf die Blütenähre ganz untergetaucht. Stengel fadenförmig,schwimmend, mit 5 cm langen Stengelgliedern, an den Knoten wurzelnd. Blätter sehr schmal,fadenartig, zweizeilig angeordnet, ohne deutliche Quernerven, am Grunde scheidenartigerweitert, fein zugespitzt, mit je zwei Achselschüppchen. Aehre endständig (scheinbarseitenständig), nur 2 auf den entgegengesetzten Seiten der Aehrenachse sitzende Blütentragend (Taf. 17, Fig. 5 a). Jede Blüte mit zwei, fast sitzenden Staubbeuteln. Narbe sitzend,schildförmig, etwas vertieft (Taf. 17, Fig. 5 b). Früchtchen lang (bis 1 cm) gestielt, späterdoldenartig angeordnet, steinfruchtartig, oval, ca. 3 mm lang. — VI bis Herbst.
Häufig in Gräben und Tümpeln, in der Nähe der Küste; viel seltener im Binnenland,namentlich in der Nähe von Salinen (bei Artern in Thüringen sogar in 2*/a °/o Salzwasser).
Zerfällt in die folgenden drei Varietäten, die allerdings durch Uebergänge miteinander verbunden sind:
var. spirälis. L. Pflanze meist kräftig, häufig im bewegten und etwas tieferen Wasser. Blätterbis über 1 mm breit. Blüten ausgeprägt proterandrisch. Staubbeutelhälften länglich. Aehrenstiele sehr ver-längert, nach der Befruchtung sich spiralig zusammenrollend und die jungen Früchtchen tief ins Wasser hinab-ziehend. Stiel der meist schief-eiförmigen Früchtchen 3 bis 4 mal so lang wie diese. — Nur in der Nähe derKüste. In Deutschland auf Norderney, an der Nord- und Ostsee, in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg,Pommern und auf Rügen. In Oesterreich einzig bei Priest, in Istrien und Dalmatien.
var. rostelläta Koch. In allen Teilen feiner und zierlicher. Blätter schmäler und dünner. Aehren-stiel ziemlich kurz, selten bis 3 cm lang, nach der Befruchtung nicht spiralig zusammengerollt. Blüten proterogyn.Staubbeutelhälften rundlich. Früchtchen schief geschnäbelt, fast halbmondförmig-eiförmig, mehrmals kürzerals ihre Stiele. — In Deutschland ziemlich häufig an den Küsten der Nord- und Ostsee; ausserdem ver-einzelt im Binnenland, wie in Lothringen (Marsal), bei Hannover (in der Fösse zwischen Linden und Limmer),in Thüringen, Frankenhausen, Artern, Weissensee bei Halle (früher auch bei Amsdorf, Numburg bei Sonders-hausen und Stassfurt). In Oesterreich einzig bei Triest, sowie in Siebenbürgen.
var. breviröstris (Agardh) Aschers, et Graebner (= R. braehypus J. Gay). In allen Teilen nochfeiner und zierlicher als die vorige Varietät. Aehrenstiel meist nur 3 bis 5 mm lang, nach der Befruchtungabwärts gebogen. Früchtchen klein, so lang oder länger als der Stiel, obervvärts spitz, kaum geschnäbelt. —In Deutschland vereinzelt in Schleswig-Holstein (Schleimündung bei Winning, bei Heiligenhafen, Travemünde),in Mecklenburg (Warnemünde), Pommern (Zingster Stromschaar) und Westpreussen (Halbinsel Heia).
XXXVIII. Zannichellia 3 ) Mich. Teichfaden.
Die Gattung umfasst gleichfalls nur eine einzige Art, die über den grössten Teil der Erde — imSüss- und Salzwasser — verbreitet ist. In der Tracht hat sie grosse Aehnlichkeit mit Potamogeton pusillus, vonder sie sich besonders im Fruchtzustande leicht unterscheiden lässt. Wie Ruppia variiert sie recht bedeutend inder Wuchsform, in der Länge der Sprosse, in der Grösse der Blätter, in der Länge der Früchtchen und Griffel,wie auch in dem Fehlen oder Vorhandensein einer zweiten Anthere. Die Hauptverbreitungsbezirke liegen inder Nähe der Meere; dann tritt sie auch in der Umgebung von grösseren Städten auf, und zwar daselbstbesonders in verunreinigtem Wasser. Die nicht verzweigten Wurzeln zeigen ein eigentümliches biologischesVerhalten — erinnern so an die tropischen Epiphyten —, indem sie nicht gerade nach abwärts wachsen, sondernspiralförmig gewunden sind. Dadurch werden die Pflanzen nach Art eines Pfropfenziehers im Boden befestigtund können nur unter Mitnahme einer grösseren Masse von Schlamm aus dem Boden gezogen werden. Be-sondere Ueberwinterungseinrichtungen sind nicht ausgebildet.
') Nach H. B. Rupp (geb. 1688, gest. 1719), verfasstc eine Flora von Jena.
2 ) vgl. pag. 122.
3 ) Gian Girolamo Zannichelli (geb. 1662, gest. 1729), Apotheker in Venedig; verfasste mehrereSchriften über die Flora Venedigs.
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