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zur Herstellung von Schindeln und Milchgefässen verwendet man das Zirbelholz sehr gerne. Die Samen derZirbel (wegen ihres Harzgehaltes früher als NucIeiCembrae offizineil) sind schmackhaft und werden in unserenAlpenländern, besonders von Kindern, gern gegessen; wegen ihres Wohlgeschmackes werden sie auch als Leckereifür Gebäck und Mehlspeisen verwendet und kommen in Süddeutschland auf den Obstmarkt. In vielen Gegendenvon Russland und Sibirien, wo die Zirbel häufig ist (z.B. im Ural), bilden ihre Samen ein weitverbreitetes Genuss-mittel der dortigen Bevölkerung. Aus den jungen Zweigen gewinnt man durch Destillation den karpatischenoder ungarischen Terpentin (Rigabalsam, Balsamum carpaticum).
Wegen des Gehaltes an Nährstoffen wird den Arvensamen von verschiedenen Tieren (in den Süd-alpen auch von den Italienern) stark nachgestellt. Vor allem kommen in Betracht der Tannenhäher (Nucifragacaryocatactes), das Eichhörnchen und die Haselmaus (Myoxus avellanarius). Beim Zerhacken und Abbrechenverschleppen und verlieren diese Tiere häufig einzelne Samen und tragen so zur natürlichen Verjüngungbei. Der Tannenhäher verpflanzt sie zuweilen auf die höchsten Felszinnen, wo sie sonst niemals hingelangenkönnten. — Verschiedene Namen von Alpen, Wäldern und Berggipfeln (z. B. der Zirbelkopf im Wettersteingebirge,das Val Cembra in der Gegend von Trento in Südtirol) leiten sich von dem Baume ab.
Bis ca. 18 m (selten bis 22,7m) hoch; bleibt bis an die obere Grenze mehr oderweniger hochstämmig. Stammdicke ca. 1,7 m. Hauptachse stark verlängert, mit tief herab-gehender, regelmässiger Beastung. Jugendliche Krone regelmässig kegelförmig (diese Formbleibt in tieferen, windgeschützten Lagen oft lange erhalten), im Alter unregelmässig, mehr-wipfelig werdend. Junge Triebe rotgelb, filzig. Kurztriebe nur im ersten Jahre von Nadel-scheiden umgeben; die altern Nadelbüschel sitzen nackt auf den kleinen, quergefurchtenKurztrieben. Nadeln 5 bis 9 cm lang und 1,5 mm breit, steiflich zugespitzt, dreikantig,meist zu 5 (ausnahmsweise auch zu 4 oder 3) an den Kurztrieben stehend (Taf. 12, Fig. 40),im Querschnitt ungefähr die Form eines gleichseitigen Dreieckes zeigend (Taf. 12, Fig. 41),bis ca. 4 Jahre alt werdend. Männliche Blüten sitzend, 10 bis 15 mm lang, lebhaft gelb oderrot gefärbt, eiförmig (Taf. 12, Fig. 35). Antheren mit kurzem, dünnhäutigem Connectivkamme(Taf. 12, Fig. 37). Weibliche Blüten aufrecht stehend, bis über 10 mm lang, kurz gestielt, violettgefärbt, einzeln oder zu mehreren (bis zu 6) an den Spitzen der jungen Triebe stehend. Deck-schuppen grün, vorn rot überlaufen und bereift, am Rande gezähnelt (Taf. 12, Fig. 38, 39).Fruchtschuppen purpurviolett, bläulich bereift, oberseits gewölbt, mit einem schwachen Kielversehen. Reifer Zapfen eiförmig, am Grunde stumpf, 5 bis 8 cm lang und 3 bis 5 cmdick, zimmetbraun, im unreifen Zustande grünlich und violett überlaufen. Samen (bildensich zuweilen nur in geringer Menge aus) verhältnismässig gross und schwer, ohne Flügel(ein kaum erkennbarer Rest umzieht als dünnes, braunes Band das Samenkorn und bleibtmit der Fruchtschuppe verbunden), mattbraun, verkehrt-eiförmig, stumpfkantig, mit einerstark gewölbten und einer flacheren Seite, 9 bis 14 mm lang und bis 8 mm dick. — VI, VII.Die Arve beginnt erst sehr spät, im 60. Jahre, zu blühen; in der Kultur allerdings früher(schon bei 25 Jahren), bringt dann jedoch keinen keimfähigen Samen hervor.
Hauptgebirgsbaum der Centralalpen, von ca. 1600 bis 2250 m, stellenweise bisgegen 2500 m; bildet daselbst — allein oder in Gesellschaft mit der Lärche, der Fichte oderder aufrechten Form der Bergföhre (in tieferen Lagen auch gelegentlich mit dem Bergahorn undder Ulme) — grössere Bestände. Strünke und Arvenleichen finden sich häufig 100 bis 200 müber der jetzigen Grenze. Die Hauptareale fallen mit dem Gebiete der grössten Gletscherzusammen und liegen im Gebiete grösster Massenerhebung (Wallis, Engadin, Oetztalergruppe,Tatra. Baum eines ausgesprochenen kontinentalen Klimas!). Kommt auf den verschiedenstengeognostischen Unterlagen (Gneiss, Dolomit, Kalk) vor. Ein gewisser Gehalt an Tonerdesagt der Arve besonders zu; deshalb die grosse Verbreitung in den Centralalpen. DieBevorzugung toniger Böden ist wohl auf die stetige, gleichmässige Bodenfeuchtigkeit derselbenzurückzuführen. Denn Feuchtigkeit ist diesem Baum ein erstes Bedürfnis. Dafür sprichtauch die Vorliebe für Nord- und Nordwestlage. In den Kalkalpen erscheint er fast nur
Hegi, P'lora.
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