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licher Waldbaum zu betrachten. Fehlt auch in der immergrünen Region des Mittelmeerg-ebietes meistens.
Von den zahlreichen Formen der Föhre mögen die folgenden genannt sein :
var. fastigiäta Carr. Säulen-Kiefer. Aeste der schmal pyramidalen Krone aufstrebend. — In Frank-reich und Norwegen beobachtet; wahrscheinlich auch bei uns.
lusus compressa Carr. Aehnlich. Alle Aeste vertikal aufstrebend. Krone schmal. Nadeln kurz.1 bis 2 cm lang. — Schweiz (bei Lenz im Kanton Graubünden).
lusus pendula Caspary. Trauer-Kiefer. Aeste grösstenteils oder alle schlaff herabhängend; dieuntersten dem Boden aufliegend. — Selten wild beobachtet; zuweilen auch in Gärten kultiviert.
lusus virgäta Caspary. Schlangenföhre. Hauptäste aufrecht abstehend (zum Teil einzeln), verlängert,nur oberwärts spärlich verzweigt. — Sehr selten, z. B. in Westpreussen (bei Vandsburg) und in Tirol (St. Vigilim Enneberg) beobachtet.
Andere Wuchsformen werden durch ungünstige Standorte oder durch klimatische Faktoren (vielleichtauch durch Tierfrass) bedingt, so die auf den Heidemooren, auf dürren, oft ganz armen Sandböden oder inrauhen Gebirgslagen zuweilen vorkommenden Krüppelformen.
lusus annulata Caspary. Schuppen-Kiefer. Stamm durch fast regelmässige Ablösung der Boiken-schuppen am unteren Ende auf s /i seines Umfanges geringelt. — Provinz Brandenburg: Stadtforst von Nauen.
f. parvifölia Heer. Nadeln verhältnismässig kurz, höchstens 25 mm lang. — Alpen (bei Bormio,Trimmis im Kanton Graubünden, beim Eingang ins Halltal im Inntal), in Schlesien, Westpreussen, Mährenund Niederösterreich.
f. variegata Carr. Baum mit ganz oder teilweise weissen Nadeln. — Zuweilen in Gärten gezogen;wild in Westpreussen (Schludron, Kreis Berent) beobachtet.
var. montfcola Schröter. Nadeln 5 bis 7 (nicht 2 bis 3) Jahre alt werdend, wie bei P. montana.Habitus an Sciatopitys verticillata Sieb, et Zucc. erinnernd. — Mehrfach in der Schweiz und vereinzelt inDeutschland (z. B. bei Gross-Kühnau bei Dessau) beobachtet.
lusus erythranthera Sanio. Antheren rosa bis karmin-braunrot gefärbt. — Mehrfach beobachtet.
var. genui'na Heer. Hacken der Schuppenschilder fehlend (f. plana Christ) oder wenn vorhanden,nach der Ansatzstelle des Zapfens herabgekiümmt (f. gibba Christ). — Verbreitet.
var. hamata Steven. Zapfen bis 7 cm lang, schmal kegelförmig. Hacken der Schuppenschilder zumTeil nach der Spitze des Zapfens aufgekrümmt. — Hie und da.
var. Engadinensis Heer. Knospen harzig. Kurztriebe länger dauernd als beim Typus. Blätter nichtübei 4 cm lang, bis 2 mm breit, sehr starr, rückenseits gelbgrün. Schuppenschild scherbengelb, glänzend. Nabelgross mit schwarzem Ring. — Alpen (Engadin von St. Moritz bis Hochfinstermünz, Ofengebiet).
83. PintlS montäna Mill. Bergföhre, Krummholzkiefer. Franz.: Pin de montagne,pin k crochets, suffis, creon, torche-pin, pin de Brianconnais; ital.: Pino nano, mugo.
Tat 14, Fig. 3.
Das Volk benennt natürlich nur die Formen von Pinus montana, die sich durch einen niederliegendenoder strauchigen Wuchs auszeichnen, mit besonderen Namen. Die aufrechten Formen der Pinus montanawerden von der gewöhnlichen Föhre in der Benennung nicht unterschieden. Den Namen Legföhre verdanktder Baum seinem niederliegenden Wuchs. In vielen Fällen ist der erste Bestandteil des Wortes bis zur Unkennt-lichkeit verstümmelt: Legförche (Obersteiermark), Lägken (Bayern), Leckern (Niederösterreich), Leggen.Locken (Salzburg, Obersteiermark), Lagerstaude (Obersteiermark), Leckerstaude (Steiermark, Oester-reich), Lackholzbaum (Bayern), Lackholz (Böhmerwald). Ungefähr die gleiche Bedeutung wie die ebenangeführten Namen hat die Bezeichnung Latsche (Ostalpen), die zu einem Verbum „latschen" = mit den Füssenam Boden dahinschleifen gehört. Weil der am Boden hinkriechende Strauch gleichsam an den Felsen„klebt", heisst er in Niederösterreich (Schneeberg, Rax) auch „Klepp'n" (vergl. Klette!) Von dem vielfachgebogenen Stamme leiten sich die Benennungen ab: Krummholz, Knieholz; Knickholz (Riesengebirge).Aus dem deutsch-romanischen Worte Zette, Zötte (verkürzt aus lat. ericetum = Heidekrautgestrüpp vonlat. erfca) leiten sich ab (vergl. auch Rhododendron und Vaccinium myrtillus): Zatten, Zetten, Zotten (Ost-alpen, besonders im Pustertal und in Kärnten). Ein Gipfel des bekannten Kaisergebirges (Nordtirol), der„Zettenkaiser", hat nach den massenhaft dort vorkommenden Legföhren seinen Namen erhalten. Aus derromanischen Bezeichnung der Legföhre „zondra" (vergl. auch die Namen von Rhododendron!) stammen die Namen :Zunder, Zuntern (Tirol, Algäu), Sonderumen, Zundera (Vorarlberg). Zu romanisch tevla = Krummholzgehören die Benennungen: Dufe (Oberbayern), Taufern, Tüfern (Algäu), Daofra (Algäu: Tannheimer