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Fig. 46. „Milzbrandföhre" (Pinus silvestris Link) von Schnelldorf bei Krailsheim.
Blütenstaub (Schwefelregen) dientab und zu als Verfälschungsmittelvon Bärlappsporen (vgl. pag. 67).
Verschiedene Pinus-Arten,sowie Abies alba und Picea excelsa,liefern: Ter ebinthina, Kolo-phonium, Oleum Terebin-thinae, Pix liquida etc. (Pharm,germ., austr., helv., vgl. pag. 107.)
Bis 48 m hoher Baum, mitanfangs kegelförmiger, zuletztunregelmässig, schirmförmiggewölbter Krone (Fig. 46),mit geradem, sich hoch hinaufreinigendem Stamme. Rindeim obern Teil des Baumesrötlich. Schuppen der Winter-knospen und Tragblätter derKurztriebe am Rande weiss-lich,mitspinnwebig ineinanderverwebten Fransen. Nadelnzu zwei (selten zu drei, imGschnitztal in Tirol beob-achtet), innen bläulich, der
Baum deshalb von weitem bläulich schimmernd, 4 bis 6 (selten 1 bis 10) cm lang, 1,75 bis 2 mmbreit, 0,6 mm dick und 2 bis 3 (selten 4 bis 5) Jahre dauernd (an männlichen blühenden Zweigenlänger), von 9 bis 11 (seltener 7 bis 22) Harzgängen durchzogen. Baum monoecisch, seltendioecisch (in Tirol am Berg Isel und bei Eppan beobachtet). Männliche Blüten in grosser Zahlan Stelle von Kurztrieben aus den untern Schuppenblätter eines Jahrestriebes entspringend, amGrunde 4 Schuppenblätter tragend, gelb, eiförmig, 6 bis 7 mm lang. Antheren mit niedrigemConnectivkamm, mit einem Längsspalt sich öffnend (Taf. 12, Fig. 24 u. 25). WeiblicheBlüten an der Spitze von jungen Trieben, welche im nächsten Jahre weiter wachsen, einzelnoder zu zweien (zuweilen auch zahlreicher), in Form von kugeligen, 5 bis 6 mm langen, aufdicht beschuppten Stielen stehenden Zäpfchen (Taf. 12, Fig. 26); diese von rotbrauner (auchhochroter oder grünlicher) Farbe. Deckschuppen rundlich, dünn. Fruchtschuppen etwas kürzer,fleischig. Zapfen deutlich gestielt, nach der Blütezeit hakig zurückgebogen. Schuppenschildmatt (Taf. 12, Fig. 33). Nabel in der Mitte meist hellbraun, glänzend, nicht schwarz um-randet und meist ohne Stachelspitze. Samen (Taf. 12, Fig. 34) 3 bis 5 mm lang, eiförmig-länglich, schwärzlich oder hellbraun, mit dünnem, meist 15 bis 20 mm langem Flügel aus-gestattet. — V, VI.
Verbreiteter, besonders auf Sandboden häufiger Waldbaum, allein oder mit andernKoniferen (Fichte, Lärche) oder mit Laubhölzern gemischt, grosse, oft über viele Kilometersich hinziehende (besonders in Norddeutschland) Bestände bildend; oft auch auf Fels- undSchuttboden an sonnigen, trockenen Abhängen, in Moorgründen, ohne Unterschied desSubstrates. Steigt in den Alpen bis ca. 1800 m, im Maximum bis 2200 m (Puschlav inGraubünden: bildet dasselbst die Baumgrenze) hinauf.
Allgemeine Verbreitung: Im grössten Teile von Mittel- und Nordeuropaund von Nordasien; ist jedoch nicht überall (Niederrheinische Berglande, nord-westliches Frankreich, England, Irland, Dänemark, ungarisches Tiefland) als Ursprung-