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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
89
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Sträucher) und die Mattenfichten (Stammbildung gänzlich unterdrückt, Zweige im Flechtenrasen wurzelnd)zur Ausbildung. Bei den Senkerfichten (var. stolom'fera Christ) schlagen die untersten Aeste Wurzeln underzeugen Tochterindividuen.

XXXI. Juniperus 1 ) L. Wacholder.

Die Gattung gehört ähnlich wie die Cypresse und die Thujen zu den Cupressineen und umfasstca. 30 Arten, die in der ganzen nördlichen Hemisphäre zerstreut sind. In unserem Gebiete treten nur 2 Artenauf, während im Mittelmeergebiet noch mehrere Arten (J. foeti'dissima Willd., drupäcea Lab., oxycedrus L.,thurffera L Phoenicea L. und excelsa Bieb.) vorkommen. J. oxycedrus (franz.: cade, cedre piquant) gleichtdem gemeinen Wacholder, besitzt aber steife, kantige Aeste, 3 zählige Blattquirle und grosse, glänzend braunroteBeeren. Er liefert einen öligen Teer, das Kade-Oel (pag. 108), welches in der Tierarznei Verwendung findet (Fig. 42).

1. Blätter nadeiförmig, in abwechselnd 3zähligen Quirlen, ohne Harzdrüsen J. communis nr. 79.

1*. Blätter meist schuppenförmig, seltener (zuweilen an dem gleichen Zweige) nadeiförmig, am Stengelherablaufend, mit Harzdrüsen......................J. s ab ina nr. 80.

79. Juniperus communis L. Wacholder. Franz.: Genevrier; ital.: Ginepro.

Taf. 13, Fig. 4.

Der Name Wacholder zeigt in seinem ersten Bestandteil das althochdeutsche wehhal, wachal(neuhochdeutsch = wach) = lebensfrisch, munter, während dasder" (englisch = tree) der zweiten SilbeBaum, Strauch bedeutet. Wacholder (althochdeutsch = wecholder, wechalter) bedeutet also einenlebensfrischen",d. i. einen immergrünen Strauch. Da das Wort wie ersichtlich mit Holder == Hollunder nichts zu tun hat,ist die Schreibweise Wachholder gänzlich ungerechtfertigt. Auch der mittelhochdeutsche Name des StrauchesQueck olt er" ist in gleicher Weise als lebensfrischer Baum zu deuten (angelsächsisch cwica, englisch quic,althochdeutsch quec = lebendig, munter; vergl. Quecke [Agropyrum repens]!). Die beiden Namen werden imVolksmunde vielfach verstümmelt: Wäckholder (Eifel), Wachhulder (Nördl. Böhmen), Wechalter(Schwaben), Weghaider (Schwaben), Weckelder(Eifel), Queckholder(Elsass), Wachelduren (Schwaben),Wachteldörner [angelehnt anWachtel" undDorn"!] (Franken),Wachelbeerstrauch (Nördl. Böhmen), Wachhandel (Bremen, Osna-brück) ; nicht selten wird das W in Wacholder vom Volk in M oderJ umgewandelt, es entstehen dann Formen wie: Machandel (untereWeser bis Danzig), Machholder (Usedom, Göttingen, Holstein),Mach oll er (Mecklenburg, untere Weser), Jachandelbaum (Schlesien),Jachelbeerstrauch (Nördl. Böhmen), die Beeren heissen dem-entsprechend in Nordböhmen: Jachendelb eeren , Je chelbeer en.Im Alemannischen wird der Strauch gewöhnlich als Reck hold er be-zeichnet. Dieser Name gehört vielleicht, wie es manche mundartlicheFormen auch zu bestätigen scheinen, zuRauch", da die Zweige und dieBeeren besonders zum Räuchern benützt werden. (Vergl. unten dielitauische Bezeichnung Kadagys!): Recholder, Reckolder, Rack-ho 1 d er (Schweiz, Elsass); Räuckholter, Rauckholterä (Schweiz:Waldstätten). Im ganzen südöstlichen Deutschland, sowie in Oesterreichund Tirol findet sich als ein weitverbreiteter Name für den Strauch dieBezeichnung Kran awit (althochdeutsch chrana-witu). Ueber den erstenBestandteil dieses Namens ist man noch nicht ganz im klaren. Nach einerErklärung soll er abzuleiten sein aus dem althochdeutschen gruoni =grün, nach einer zweiten von mittelhochdeutsch grann (neuhochdeutsch =Granne) = Stachel, wegen des stechenden Laubes, während er nach einerdritten auf mittelhochdeutsch krane = Kranich zurückzuführen ist. Derzweite Teil des Wortes ist das althochdeutsche witu = Holz (Vergl.Wiedehopf und englisch wood = Wald !): Kr an a Witten (Oberösterreich,Bayern), Kranaweten, Kronawötten (Tirol, Kärnten, Altbayern),Kranawet, Granawötholz (Niederösterreich), Kronabetstaude(Steiermark, Salzburg), Kronewett (Siebenbürgen), Kronebiden,

Fig. 42. Juniperus oxycedrus L. 1 )7 Fruktifizierender Zweig- (verkleinert)2 Blatt (Oberseite). 3 Blattquerschnitt!4 und 5 Scheinbeere, von der Seite undvon oben. 6 Samen. 7 Querschnitt durchden Samen.

] ) Name der Gattung bei den Römern. Soll mit Anspielung auf die Verwendung von Juniperus sabinaals Abortivum nach dem lat. jüvenis = Jüngling und pärere = gebären benannt worden sein.

H egi, Flora. q