In der Schweiz heissen die Koniferennadeln Chriesnodle, Chresnodle (Thurgau, St. Gallen), Chrisnägel(Graubünden). — Interessant sind auch die Namen, welche die Koniferen z apfen führen; sie gelten meist fürdie Zapfen aller Arten: Bockerl (Niederösterreich); sollte diese Bezeichnung nicht eine Analogie zu denfolgenden, die sich von „Kuh" oder „Geiss" ableiten, darstellen und als das Deminutiv von „Bock" aufzufassensein?, Küelen [= kleine Kühe] (Tirol), Kühe (Schwaben), Tannchua [= kuh] (Schweiz: St. Gallen). Vonniederdeutsch butt = kurz, dick („Butzl" bedeutet oft etwas kleines): Budlkuh, Buzelküh (Bayern), Budl-goass [= geiss] (Oberpfalz). Diese drei letzteren Namen werden hauptsächlich für Kiefernzapfen gebraucht.Im Elsass führt der Fichtenzapfen auch den Namen Schnurrnuss. Zu ital. tacca = Fleck, Lappen (die Deck-schuppen des Zapfens werden damit verglichen!) gehören: Tatsche, Tetschle [= Zapfen von Pinus cembra](Tirol: Oberinntal), Tatscha (Lechtal). In Krain (Gottschee) nennt man die Zapfen Zaglein und unter-scheidet Taschenzagle [= Tannenzapfen] und Weichtzaglein [= Fichtenzapfen, siehe oben!]. Aus dem Romanischen(zu ital. caricäre = beladen) stammt der besonders in Tirol und in Kärnten weitverbreitete Name der Koniferen-zapfen: Tschurtschen. Der bekannte Tiroler Familienname Tschurtschenthaler (vergl. pag. 14) geht auf diese
Fig. 39.') Urwaldscenerie aus den Tegernseer Bergen (Fichtenwald).
Bezeichnung zurück. Slavisch sind die Benennungen (polnisch Szyszka, russisch Sziszka, böhmisch siska = Tannen-zapfen) : Schischken (Westpreussen), Schurken (Schlesien), S chisg an (Niederösterreich: Waydh. a. d. Th.),.Zusehen, Zutschen (Oberpfalz).
Im Romanischen heisst die Fichte: pegn, petsch (Remüs), pign, peu, pin, avez (Ober-engadin). Die Zapfen heissen: batschlauna, gutta, loba, miscalca, püsa, pois, puschas d'pinoder d'petsch. Das Tannenreisig nennt man im Oberengadin descha, im Unterengadin dascha. Im Dialektvom Veltlin heisst der Baum: abiezz, avezz, pescia; im Dialekt des Tessin: crovat, pescia.
Die Rottanne liefert den Jura-Terpentin, der besonders im schweizerischen Jura (um Delsberg,.Tramelan etc.) gewonnen wird.
Bis 60 m hoch und bis 2 m dick. Stamm gerade. Verzweigung äusserst regel-mässig. Krone spitz pyramidenförmig. Aeste streng scheinquirlig, horizontal abstehend oderetwas hängend. Wurzelsystem weit ausstreichend, tellerförmig, ohne abwärts dringende
J ) Herr Inspektor Stützer in München hatte die grosse Liebenswürdigkeit, uns die Figuren 39, 41,46 und 4/ aus seinem prächtigen Werke: Die „grössten, ältesten oder sonst merkwürdigsten Bäume Bayerns"(München, Piloty und Löhle) zur Verfügung zu stellen.