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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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und bis zu den südöstlichen Karpaten. Ausserdem vereinzelt im Walde von Bialoweza (Wohnortdes Wisent) im Gouv. Grodno, im Gouv. Siedice und in Wolhvnien (bei Dubno undWladimir Wolynskij).

Die Tanne variiert nur recht wenig. Als wild wachsende Formen können gelegentlich die folgendenbeobachtet werden:

lusus pendula Carr. Hänge- oder Trauertanne. Hauptäste hängend, den Stamm zum Teil voll-ständig bedeckend. Vereinzelt.

I. virgäta Caspary. Schlangen-Tanne. Aeste lang, wenig zahlreich, dicht beblättert, nur an derSpitze spärlich verzweigt. Im Elsass (bei Ober-Ehnheim und Bannstein), im Böhmerwald und in der West-schweiz (Fleurier) konstatiert.

1. monocaülis Conwentz. Baum gänzlich unverzweigt. In Ostpreussen (Forst Sadlowo beiBischofsburg) und in der Westschweiz (Chaumont) beobachtet.

Ausserdem sind als Gartenformen 1. fastigiäta hört, mit aufrechten, angedrückten Aesten und nichtgescheitelten Blättern, sowie 1. tortuösa Gord. von zwergigem, unregelmässig sparrigem Wüchse in Kultur.

XXX. Picea 1 ) Dietrich. Fichte.

Die Gattung umfasst ca. 22, einander sehr ähnlich aussehende Arten der nördlichen gemässigten Zone.In Gärten und Anlagen werden nicht selten kultiviert: Picea Engelmänni Engelm. aus dem Felsengebirgevon Nordamerika, Picea püngens Engelmann mit graugrünen, silberweissen Nadeln (ebenfalls aus dem Felsen-gebirge), seltener auch Picea Canadensis Koehne und P. Mariäna O. Kuntze (beide aus dem östlichenNordamerika).

78. Picea excelsa Link (= Abies excelsa Lam. et DC, Picea rubra A. Dietr., Picea vulgaris

Link). Fichte, Rottanne. Franz.: Epicea, pesse, fie, sapin rouge, faux-sapin, serente,

pesse. Ital.: Abete, abete rosso od excelso, di Moscovia o di Germania, perso, peccia,

zampino, abete maschio, avezzo. Taf. 13, Fig. 3.

Der Name Fichte (althochdeutsch fiohta, fluhta) ist urverwandt mit dem griechischen .itvxij. Es istdies wohl der gleiche Stamm, der sich auch in griech. fttoera (lat. = pix) = Pech findet. Im südlichen Gebiet(Oesterreich, Bayern, Tirol u. s. w.) wird der Baum vom Volke Feichte, Feicht'n genannt, im Böhmerwaldund in Niederösterreich auch Fiacht'n, in Krain (bei Gottschee) Weichte, Weichtle. Zum Unterschiedvon der Weisstanne (Edeltanne = Abies alba) wird die Fichte auch Rottanne (Schwarztanne, Pechtanne)genannt. In manchen Gegenden (z.B. im nordwestlichen Deutschland) wird sie auch einfach als Tanne, ein Nameder sonst der vorigen Art zukommt, bezeichnet. Ueberhaupt werden die beiden Arten in der Namengebungoft nicht getrennt (siehe auch unter Abies alba pag. 82). Aus dem dänischen und schwedischen Namen derFichtegran" (zu althochdeutsch gran = Barthaar, auch Stachel, vergl. Kranwit pag. 89) leiten sich die Be-nennungen ab: Grane (Pommern), Gräne (Liefland), Granenholt [= das Holz der Fichte] (Ostfriesland).Die jungen Stämmchen führen in vielen Gegenden besondere Namen: Hanech'ln (Oberpfalz, Niederösterreich).PearzI (Kärnten). Ebendort heisst ein junger Anflug von Nadelbäumen auch Parzach, Geparzach. BeideWorte dürften aus dem Slavischen stammen. Mit dem englischen grow = wachsen (vergl. auch mittelhoch-deutsch gruose = junger Trieb) hängen vielleicht zusammen: Grotza, Grötzli (Schweiz: St. Gallen, Wald-stätten), Danegrösslen [= junge Tannenbäumchen] (Oberpfalz). ImTannheimer Tal (Allgäu) heisst eine jungeFichtePf ötsche* (daher auch der FamiliennamePfötscher"), ein Name, der zu romanisch petsch (ital. peccia,lat. picea) = Fichte gehört. Von lat. picetum (= Fichtenwald) leitet sich der welschtiroler Familienname Pitscheider,Patscheider (vergl.Lardschneider" pag. 95) ab. Verkrüppelte und kleine Fichten heissen in Westpreusscn Luk-fichten, Kuje, Kuseln, Glambuwken, Namen, die alle aus dem Slavischen stammen. Ein weit verbreiteterName, den in Oesterreich, Bayern und in den östlichen Alpenländern, das Fichten- und Tannenreisig führt lautetDax'n". Ab und zu wird er auch für die Bäume selbst gebraucht. So heisst in Bayern ein Nadelgehölz auchDachsach, Dachsicht. In Schwaben lauten die Bezeichnungen D aas, Dos (vergl. grödnerisch la dasa= Waldstreu).Diese Namen werden von vielen zu dem lat. taxus (= Eibe, vergl. pag. 79 Anmerk. 1) gestellt. Nach anderen hängensie mit holländisch tak = Zweig zusammen. In Niederösterreich heisst das Nadelreisig G ' ras s, in Tirol Gras-sach, Grasset. Vielleicht onomatopoetisch aufzufassen sind die Namen Räspä, Gräsp (Schweiz: Waldstätten),die an das Knistern des ins Feuer geworfenen Reisigs erinnern (vergl. Knirk, Knister für den Wacholder, pag. 90).

') Name der Fichte bei den Römern. Wohl zu lat. pix = Pech. Vergleiche das über das WortFichte" Gesagte.