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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Gegenden (z.B. im Jura, in der Salzburger Gegend) Fasshahnen (= niederdeutsch pipe, zu Pfeife): Pippen-holz (Salzburg) verfertigt. In Oberbayern heisst die Beere Eibenkersch (= Eibenkirsche), an anderenOrten wegen ihres schleimigen, fadenziehenden Saftes : Rotzbeer (Niederösterreich), Schnuderbeeri (Schweiz)(Althochdeutsch roz und angelsächsisch snott, englisch snot = Nasenschleim). In gleicher Weise führt der Baumselbst Namen wie: Rotzbaum (Anhalt), S chnuderb e eribo m (Schweiz: Thurgau).

Die Eibe wird wegen ihres zu Schnitzwerk vortrefflich geeigneten Holzes seit alter Zeit hoch geschätzt-Bereits in den ältesten Pfahlbauten Oesterreichs und der Schweiz finden sich Bogen, Messer, Kämme etc. ausEibenholz. Die grosse Rolle, die der Baum früher spielte, sehen wir auch in den althochdeutschen Personen-namen Iwo, Ibo, Iwald (wohl daraus abgeleitet der heutige Familienname Eibel), sowie in Ortsnamen, wie Ibach,Iberg, Iben, Eyenwald (Schweiz), Iwenbusch (Bromberg), Iwald (bei Görlitz), Eibach, Eibenberg (Bayern); auchdem bekannten Eibsee im bayerischen Gebirge hat unser Baum den Namen gegeben. Ebenso führt vielleichtdas Val Tesino in Südtirol nach diesem Baume (von taxus) seinen Namen. Das Holz der Eibe wird zu Schnitzwerkaller Art verwendet. In der Schweiz dient es wegen seiner Elastizität besonders zur Verfertigung von Bogen; inOberschwaben heisst die Armbrust noch heutzutageEibe" (vergl. oben althochdeutsch iwa!). Ausserdem wirddas Holz zu verschiedenen Drechslerarbeiten, zu Peitschenstöcken, Bergstöcken u. s. w. verarbeitet. Da es derFäulnis lange widersteht, eignet es sich auch zu Zaunpfählen, Rebstickeln und Grenzpfosten. Die Zweige desBaumes waren früher im Zürcher Oberland zu Stubenbesen sehr beliebt.

Von der Giftigkeit der Eibe hatte man in früherer Zeit übertriebene Vorstellungen. Ein junges Obst-bäumchen, dem man eine Stange aus Eibenholz zur Stütze gegeben hat, verdorrt nach dem Volksglaubenunfehlbar. Tatsache ist, dass das Laub giftige Eigenschaften zeigt, während die Beeren sicher unschädlichsind, wie schon der Umstand beweist, dass diese früher in den Alpenländern von den Holzknechten als durst-löschendes Mittel gegessen wurden. Ebenso werden sie in manchen Gegenden ohne Schaden von Kinderngegessen. Die Eibe enthält in Holz, Rinde, Blättern und Samen (nicht aber in dem fleischigen Arillus) einAlkaloid, Taxin (eine Nitrilbase von der Formel C37 H52 O10 N) genannt, das nach Versuchen besonders aufSäugetiere giftig einwirken soll. Besonders häufig werden beim Pferd Vergiftungen konstatiert, während dasRindvieh weniger empfindlich ist und sich allmählich an das Gift zu gewöhnen scheint. In der Schweiz(St. Gallen) wird ein Absud von Eibenblättern gegen das Ungeziefer beim Vieh verwendet. In Versam (Grau-bünden) wird bei Hochzeiten die Türe der Braut mit Eibenkränzen geschmückt. In katholischen Ländern werdenEibenzweige alsPalm" neben Juniperus sabina, Hex aquifolium (s. d.) etc. arn Palmsonntag in die Kirchengebracht (vergl. auch das bei Salix caprea angeführte!). Auch als Abortivum soll der Absud der Blätter Ver-wendung finden.

Immergrüner Strauch oder Baum mit einer Maximalhöhe von 17,4 m; nur Langtriebeentwickelnd. Rinde anfangs rotbraun, später mit graubrauner, periodisch, platanenartig sichabblätternder Borke überzogen. Krone länglich pyramidal oder ganz unregelmässig. Aestewagrecht oder abwärts abstehend. Blattstellung verschieden: Kotyledonen wirtelig, Primär-blätter decussiert oder spiralig, Folgeblätter spiralig ( 5 /is oder 3 /s Stellung). Nadeln immer-grün, oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits hellgrün, matt, kurz stachelspitzig, bis 35 mmlang und 2 mm breit, ohne Harzgang (Taf. 12, Fig. 53), an den aufrechten Triebensymmetrisch gebaut, nach allen Seiten abstehend, horizontal oder etwas aufgerichtet, an denhorizontalen oder schiefen Seitensprossen durch Drehung des Blattstieles mehr oder wenigergescheitelt, d. h. in eine horizontale Ebene geordnet, meist etwas asymmetrisch (sichelförmiggekrümmt). Blüten zweihäusig. Die männliche Blütenknospe (Taf. 12, Fig. 54) wird imHerbst angelegt. Männliche Blüte aus 6 bis 15 Staubblättern bestehend, unten von mehrerentrockenen, braungelben Schuppen umgeben, im entwickelten Zustande ein kugeliges Köpfchen(Taf. 12, Fig. 55) darstellend, das nach abwärts geneigt ist. Staubblätter von der Gestalteines gestielten Schildchens, an dessen Unterseite 5 bis 9, mit einander verwachsene Pollen-säcke sitzen. Die weiblichen Blütenknospen (Taf. 12, Fig. 57) werden ebenfalls im Herbstals Kurztriebe in den Blattachseln von Jüngern Zweigen angelegt und sind den Laubknospensehr ähnlich. Weibliche Blüten einzeln, voneinander ziemlich entfernt, recht primitiv gebaut,etwas nach abwärts geneigt, aus einer einzigen Samenanlage an einem kleinen Sprösschenbestehend. Geschlechtsreife Samenanlagen grünlich. Mikropyle zwischen den oberstenSchuppenblätter frei herausragend, zur Zeit der Empfängnisfähigkeit ein kleines kugeligesTröpfchen von klarer, wässeriger, schwach sauer reagierender Flüssigkeit (wahrscheinlich