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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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67. Lycopodium selägo 1 ) L. Tannen-Bärlapp. Taf. 11, Fig. 1.

Nach der Form ihrer Blätter wird die Pflanze Tangelkraut (mitteldeutsch Tangel = Nadeln derNadelbäume) genannt. Der Absud dieser Pflanze wird in manchen Gegenden (z. B. in Westpreussen, Tirol,Kärnten) zum Vertreiben der Läuse (bei Mensch und Tier) benutzt: Lauskraut (Böhmerwald, Tirol: Zillertal,Kärnten: Bleiberg). Ausserdem heisst diese Art: Maschlaber, Maschleber (Ostpreussen), Namen, die wohlaus dem Slavischen stammen.

5 bis 20 cm hoch, dunkel-, oder an sonnigen Stellen mehr gelbgrün, glänzend.Stengel aufsteigend, wenig stark gabelig verzweigt. Aeste einander genähert, ziemlich gleichhoch, oft dichte Büschel bildend. Blätter meist in 8 Reihen stehend, lineal-lanzettlich, zu-gespitzt, ganzrandig oder sparsam gezähnelt, abstehend oder angedrückt dachzielartig sichdeckend. Sporangien in der Mitte der Jahrestriebe stehend. VII bis X.

Ziemlich häufig in schattigen, etwas feuchten Wäldern, an Abhängen, auf Weidenund Matten, in Mooren, auf alten Baumwurzeln von der Ebene bis in die alpine Region,bis gegen 3000 m (auf der Spitze des Piz Mezdi im Unterengadin noch bei 2924 m). InDeutschland im nördlichen Tieflande weniger häufig, immerhin noch auf den Nordsee-inseln Norderney, Juist und Spieker Ooge.

Allgemeine Verbreitung: Fast Kosmopolit. Fehlt allerdings in den trockenenGebieten, wie z. B. im ungarischen Tieflande und in der immergrünen Zone des Mittelmeer-gebietes, vollständig.

Diese Art variiert verhältnismässig wenig. Zudem können diese Formen an demselben Stock, ja sogaran dem gleichen Spross gleichzeitig auftreten.

var. recürvum Desv. Spitzen der Sprosse oft zurückgekrümmt. Blätter wagrecht abstehend oderabwärts gerichtet.

var. appressum Desv. Blätter kurz, angedrückt.

var. dübium Sanio. Untere Blätter länger, abstehend; obere kürzer, angedrückt.

var. pätens Desv. Blätter ungleich abstehend, flacher und feiner zugespitzt.

var läxum Desv. Blätter massig lang, aufwärts gekrümmt.

68. Lycopodium annötinum 2 ) L. Sprossender Bärlapp. Taf. 11, Fig. 2.

Stengel über der Erde weithin kriechend, bis 1 m lang, mit aufrechten, oft ge-gabelten Aesten. Blätter etwas locker gestellt, meist in 5 Reihen stehend, horizontal sparrigabstehend oder zurückgekrümmt, lineal-lanzettlich, in eine stechende Spitze verschmälert(jedoch nicht haarspitzig), meist feingesägt, mit unterseits vorspringendem Nerven. Aehrensitzend, nicht gestielt, einzeln, bis 4 cm lang und 3 mm dick. Sporangientragende Blätter gelblich,zuletzt bräunlich, rundlich-eiförmig, mit kurzer, zuletzt zurückgekrümmter Spitze. VIII, IX.

Häufig in Wäldern, besonders im feuchten Berg- und Alpenwald, bis ca 2400 m.Fehlt auf den Nordseeinseln, sowie in der Schweiz in den Kantonen Genf und Schaffhausen.

Allgemeine Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa, nördliche Apenninen, Alt-Castilien, Nordasien, Nordamerika.

Auch diese Species variiert nur recht wenig.

f. püngens Desv. Blätter nur 5mm lang, aufwärts gekrümmt, mit knorpeliger Spitze. ArktischeForm. Bei uns mit Sicherheit in Tirol (Graun bei Meran, 1950 m) festgestellt. Angeblich auch in Ostpreussen(bei Lyck) und im Mährischen Gesenke bei Wiesenberg und Goldenstein.

var. integrifölium Schübe. Blätter zum Teil ganzrandig. Schlesien (Heuscheuer) und Tessin(ob Lostallo und Alpe die Muccia ob San Bernardino im Misox).

f. proliferum Milde. Aehre durchwachsen. Monstrosität.

*) Bei Plinius Name für eine dem Sevibaume (Juniperus sabina) ähnliche Pflanze; der Name sollkeltisch sein.

2 ) Vorjährig (lat. ännus = das Jahr); treibt alljährlich neue Sprosse.Hegi, Flora. 7