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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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chlorophyllführende Gewebe ist vorzugsweise unter den Furchen im Anschluss an die dort ausschliesslich vor-handenen Spaltöffnungen entwickelt. Die Spaltöffnungen bilden an der Aussenseite der Stengel Reihen undLinien, deren Anordnung für die systematische Einteilung von grossem Wert ist. Die Spaltöffnungen bestehenaus je einem Paar von Schliesszellen und Nebenzellen.

Bei verschiedenen Arten sind die fruchtbaren und unfruchtbaren Sprosse gleich-gestaltet und grün, während sie bei anderen Arten (z. B. bei Equisetum arvense und maxi-mum) in Form und Farbe recht verschieden sind. Die oberirdischen Sprosse werden bereitsin der vorhergehenden Vegetationsperiode an den Grundachsen angelegt. Die fruchtbarenSprosse einiger Arten (z. B. von E. arvense, maximum, silvaticum etc.), die sich von dengrünen unfruchtbaren Sprossen durch ihre hellgelbe bis rötliche Färbung unterscheiden, sindbereits im Herbst vollständig entwickelt und brechen dann im Frühjahr durch geringeStreckung der Stengelglieder frühzeitig aus dem Boden hervor. Die fruchtbaren Sprosseendigen mit einem ähren- oder zapfenförmigen Sporangienstande (Blüte), dessen Blätter dieForm von meist sechseckigen Schildern (Sporangienträger) besitzen (Taf. 9, Fig. 3 b). Diesestehen in zahlreichen Quirlen, sind gestielt und tragen meist 5 bis 6 sackartig ausgebildeteSporangien, die aus einer Gruppe von Oberhautzellen hervorgehen und deren einschichtige,ringlose Wand sich nach dem Stiele zu mit einem Längsriss öffnet. Die Sporangienähreüberragt die oberste Blattscheide meist bedeutend. Am Uebergange von der oberstenBlattscheide zu den fruchtbaren Blättern befindet sich ein aus verkümmerten Scheiden

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zusammengesetzter Ring, der als ein erster Anlauf zur Bildung einer Blütenhülle betrachtetwerden kann (ausnahmsweise sind auch mehrere Ringe entwickelt, die sogar Sporangientragen können). Der ganze Sporangienstand repräsentiert dann gleichsam eine roheBlütenbildung. Die reifen Sporen sind grün, chlorophyllhaltig, kugelig oder eiförmig.Während der Entwicklung der Spore differenziert sich die äussere Haut zu schmalen, starkhygroskopischen, schraubig aufgerollten Bändern, den Elateren, welche sich beim Be-feuchten zusammenrollen (Taf. 9, Fig. 3d, 3e), beim Austrocknen sich aber strecken. Sie habendie Aufgabe die keimenden Sporen, aus denen sich die eingeschlechtlichen Prothallienentwickeln, aneinanderzuhacken. Die Vorkeime sind grün und blattartig, aber verzweigt,unregelmässig zerschlitzt, kraus und meist zweigeschlechtig (dioecisch). Die männlichenVorkeime sind kleiner als die weiblichen (Taf. I, Fig. 47), und besitzen allein die Anthe-ridien, während die viel grösseren und stärker geschlitzten weiblichen Prothallien(Taf. I, Fig. 46) die Archegonien tragen. Die Antheridien und Archegonien sind denender Farnpflanzen recht ähnlich; jedoch sind die Spermatozoiden grösser und weniger starkgewunden.

Die Familie ist gegenwärtig so sehr reduziert, dass sie nur noch durch die einzige Gattung Equisetummit ca. 24 Arten repräsentiert wird. In Europa kommen im ganzen 11 Arten vor, von denen eine Art (E. trachyodon)als endemisch zu bezeichnen ist. Vom australischen Kontinente ist gar keine Art bekannt. Während einigetropische Arten eine ansehnliche Höhe erreichen und die vorweltlichen Formen zum Teil riesige Dimensionenbesassen, erreichen unsere heutigen einheimischen, ausdauernden Arten im Maximum die Höhe von 2 m.Die meisten unserer einheimischen Formen lieben einen feuchten oder nassen Boden. Andere Arten (besondersE. arvense) treten aber auch auf trockenen Standorten, wie auf Aeckern und Eisenbahnkörpern (in prächtigerAusbildung z. B. auf dem Bahnkörper der Lokalbahn MurnauPartenkirchen und der Bahn Grafing-Glonn inOberbayern) auf und zwar nicht selten als lästiges Unkraut.

Verschiedene Equisetumarten werden in der Volksmedizin häufig als Diureticum und zu Bädern ver-wendet. E. arvense, palustre und variegatum waren früher als Herba Equiseti minoris, E. maximum undhiemale als Herba Equiseti maioris offizineil. Andere Arten werden noch heute in Westindien und Süd-amerika als Adstringens geschätzt.

Die Vorfahren der Schachtelhalme, die Calamarien, waren besonders in der Steinkohlenformationdurch riesige Formen von 1012 m Höhe vertreten. Sie besassen eine Art Cambiumbildung und somit einsekundäres Dickenwachstum, sowie zum Teil Mikro- und Makrosporen, sodass sie also nicht wie die heutelebenden Equisetaceen isospor, sondern heterospor waren.