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Tafel 9.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Equisetum silvaticum. Habitus.„ 1 a. Querschnitt durch den Spross unterhalb derSporangienähre.2. Equisetum maximum. Fertiler und steriler
Spross.2 a. Querschnitt durch den unfruchtbarenSpross.
Fig. 3. Equisetum arvense. Fertilerund steriler Spross.„ 3 a. Querschnitt durch den unfruchtbaren Spross.„ 3 b. Einzelner Sporangienträger mit Sporangien.„ 3 c, d, und e. Sporen mit den Elateren.„ 4. Equisetum palustre. Habitus.„ 4 a. Querschnitt durch den Spross unterhalb derFruchtähre.
8. Farn. Equisetäceae. Schachtelhalme.
Die meist rötliche bis schwarze, weithin kriechende Grundachse liegt tief im Bodenund ist reichlich verzweigt. Zuweilen sind einzelne Verzweigungen der Grundachse zurundlichen oder birnförmigen, rosenkranzartig aneinander gereihten Knollen verdickt, die,von der Pflanze losgelöst, neue Sprosse hervorbringen können. Die Aeste der Grundachsewachsen aufrecht und treiben meist erst dicht unter der Bodenoberfläche zahlreiche Stengel,die fast immer von nur einjähriger Dauer sind, wodurch dann dichte Büschel von oberirdischenSprossen zur Ausbildung kommen. Die Wurzeln befinden sich einzeln an den Knoten derunterirdischen Achsen und sind in der Regel reichlich verzweigt. Die Rhizome und dieoberirdischen Sprosse bestehen aus einer Reihe von gestreckten, hohlen Gliedern, welche anden Knoten durch je eine Querwand (Diaphragma) voneinander getrennt werden. DieseGlieder lassen sich am Blattgrunde leicht voneinander trennen. Jedes Internodium gehtin einen Blattquirl über, dessen schmale, einfache, ungeteilte und einnervige Blätter, die anihrem Saume in Zipfel oder Zähne endigen, zu einer einzigen stengelumfassenden, ge-schlossenen Scheide verwachsen sind. An der Verwachsungsstelle von je zwei der scheiden-artigen Blätter befindet sich meist eine deutliche Einsenkung, die Commisuralfurche. Die Ver-zweigung der Stengel ist bei einigen Arten eine sehr reichliche, z. B. bei den sterilen Sprossenvon Equisetum maximum. (Taf. 9, Fig. 2.) Die Zweige durchbrechen den Grund der Scheidenund wechseln in der Regel mit den Zähnen der Blattscheide ab.
Die Oberfläche der oberirdischen Sprosse ist gewöhnlich mitregelmässig abwechselnden, längs verlaufenden Erhabenheiten (Riefenoder Rippen, carinae) und Vertiefungen (Rillen oder Rinnen, valleculae)versehen; jede Riefe entspricht einem Blattzahn der nächstoberenScheide. Diese äussere Beschaffenheit des Stengels steht mit dem ana-tomischen Bau im engsten Zusammenhange. Die Sprosse werden vonzahlreichen, in einem Kreise angeordneten, collateralen Leitbündeln undvon verschiedenen Luftgängen durchzogen, die nur sehr selten, wie z. B.bei Equisetum scirpoides gänzlich fehlen. Jedes Glied wird zunächstvon einem zentralen Luftgang (Mittelhöhle oder Zentralhöhle) durchzogen(vgl. Taf. 9, Fig. 1 a, 2 a, 3 a, 4 a und Taf. 10 Fig. 1 b, 2 a, 3 b, 4 c), dessenLumen verschieden weit ist. Ausser dieser grossen Lufthöhle befindensich im Umkreise des Stengels auf gleichem Radius wie die Rillen oderFurchen die Furchenlücken (Vallecularhöhlen), während die Leitbündelmit den Kantenlücken (Carinalhöhlen) auf gleichem Radius wie dieRiefen oder Rippen liegen. Die Steifheit der Stengel ist besonders der
an Kieselsäure reichen Oberhaut (Fig. 21) und den Sklerenchvmbündel Fig. 21. Epidermis von Equisetum
,. , _ , ..._ „ ■ ,. . , „. , , " ,-. heleocharis Ehrh. mit Einlagerungen
(in den Querschnittfiguren gelb gehalten) der Riefen zuzuschreiben. Das von Kieselsäure