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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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XXII. Piltlläria 1 ) Vaill. Pillenfarn.

Blätter stets ohne Blattfläche. Sporenfrüchte einzeln am Grunde eines Blattes.Reife Frucht eine kurz gestielte, kugelige, 2 bis 4 fächerige Kapsel. Die Gattung umfasst6 Arten, von denen in Europa ausser der folgenden noch P. minuta Dur. im Mittelmeer-gebiet auftritt.

53. Pilularia globulffera 2 ) L. Kugelfrüchtiger Pillenfarn. Franz.: Pilulaire;

ital.: Pepe di padule. Taf. 8, Fig. J.

7 bis 15 cm. Stengel bis 50 cm weit kriechend. Blätter dicht gedrängt stehend,binsenartig zugespitzt, aufwärts gerichtet, 3 bis 10 cm lang oder an Wasserformen (f. natansKaulfs.), die dann keine Sporenhüllen tragen, bis 20 cm lang und sehr zart. Sporangien-früchte kugelig, erbsengross, kurzfilzig, anfangs gelbgrün, zuletzt schwarzbraun, 4 fächerig.Jedes Fach enthält einen Sorus. (Vgl. Taf. 8, Fig. 7 a, 7 b und 7 c.)

Bei der Keimung quillt im Innern der reifen Frucht das Gewebe zu einer hyalinenSchleimmasse auf und die Fruchtwand weicht in Klappen auseinander. Die Schleim-masse führt die durch die Quellungsvorgänge frei gewordenen Mikro- und Makrosporenmit sich heraus und bildet ausserhalb der Fruchtwand einen Tropfen, in welchem die Ent-wicklung der Prothallien, der Antheridien und Archegonien und schliesslich auch die Be-fruchtung vor sich geht. Erst hernach zerfiiesst der Schleim. VII bis IX.

Zerstreut an zeitweise unter Wasser stehenden Orten, an schlammigen, moorigenUfern, in Gräben, seltener auf nassen Heidestellen, meist in der Ebene; oft sehr gesellig,aber nur stellenweise auftretend. In Deutschland am häufigsten in den norddeutschenHeidegebieten westlich der Elbe (inkl. Schleswig-Holstein) und in der Nieder- und Ober-lausitz, ausserdem östlich bis Nieder-Schlesien, dem mittlem und östlichen Brandenburg undbis Hinterpommern; vereinzelt im rheinischen Schiefergebirge, in der Oberrheinfläche (vonFreiburg bis Frankfurt a. M. und Hanau), Kahl bei Aschaffenburg, bei Kaiserslautern undfrüher bei Bitsch, dann vereinzelt in Franken, Thüringen (Schleusingen, Unterneubrunn?,früher auch bei Pössneck), im Königreich Sachsen und im Algäu (Werdensteiner Meer beiImmenstadt). In Oesterreich einzig im Küstenlande zwischen Görz und Sempas (Schön-pass). In der Schweiz nur im Moor von Bonfol bei Pruntrut (ob noch?)

Allgemeine Verbreitung: Westliches Europa (von Süd-Skandinavien bisPortugal) und zerstreut im mittleren und südlichen Europa bis Russland.

Die frühere Bezeichnung der Hydropterides als Rhizocarpae ist nicht zutreffend,da die Sporenfrüchte nicht an den Wurzeln, sondern stets an den Blättern entstehen.

7- Fam. Isoetäceae 3 ). Brachsenkräuter.

Fast^ immer untergetaucht lebende Wasser- oder Sumpfpflanzen, die wenigstenseiner ^ zeitweisen Wasserbedeckung bedürfen; nur 2 Arten sind Landbewohner. Stammunterirdisch, kurz, knollenförmig, unverzweigt, mit spiralig gestellten, langen, halbstielrunden,binsenähnlichen Blättern. Diese besitzen eine entwickelte Scheide, von welcher die lange,schmale Spreite durch eine dreieckig-eiförmige Grube abgetrennt ist (Taf. 8, Fig. 8 a, 8 b, 8 c).Am obern Rande dieser Grube befindet sich ein zungenförmiges Gebilde (ligula). Diebporangien sind in die Vertiefung der Blattscheide (Sporangiumgrube) eingesenkt. DieMafcrosporangien treten am Grunde der äussern, die Mikrosporangien am Grunde der innernL-Slatter (bporophylle) auf. Beiderlei Sporangien, besonders aber die Mikrosporangien, ent-halten zahlreiche Sporen und werden von Gewebesträngen (trabeculae), die von der Rücken-zur Bauchseite verlaufen, unvollkommen gefächert (Fig. 8 c). Die Sporangien öffnen sichdurch Fäulnis. - Aehnlich wie die Gattung Botrychium besitzt auch die Gattung Isoetesein aDnoimes sekundäres Dickenwachstum. Hier ist im Spross ein Cambiumring entwickelt,der aber hauptsächlich nur parenchymatisches Rindengewebe produziert.

) Vom lat. pflula = Kügelchen. Pille; wegen der Aehnlichkeit der Sporenhüllen.

) Vom lat. globulus = Kügelchen und vorn lat. fero = trage.

) wiese f amme wird häufig auch am Schluss der Pteridophyten, nach den Selagi

Hegi, Flora.

aginellaceen, aufgeführt.6