Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
48
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

48

Stellenweise in stehenden oder langsam fliessenden Gewässern, gerne zwischenFlossholz, in Altwässern der grösseren Flüssen u. s. w.; zuweilen in grosser Menge oftunbeständig. In Deutschland am häufigsten in Schlesien und in der Provinz Branden-burg seltener in Westpreussen (imWeichseltale), in Mittel-Sachsen (Pöplitzer Teich bei Dessau),in Pommern (bei Stettin und Putbus), längs der Elbe (von Wörlitz bis Magdeburg und vonLauenburg bis Stade) und in der obern Rheinfläche (von Strassburg und Karlsruhe bis Offen-bach) Fehlt in Württemberg gänzlich. In Bayern als grosse Seltenheit in der \ orderpfalz.In Oesterreich stellenweise in Schlesien, im nördlichen Mähren, Istrien und in Südtirol(im Etschtale von Burgstall unterhalb Meran bis Verona). Fehlt in der Schweiz gänzlich,iedoch rings in der Umgebung (auch im Aostatale), sodass diese im Erlöschen begriffeneArt der Steppenseen vielleicht noch an gewissen Stellen aufgefunden werden konnte Ineinem kleinen Teile auf Mühlegg bei St. Gallen wurde sie 1810 gesammelt; seither ist sieaber völlig verschwunden.

6. Farn. Marsiliäceae. Schleim- oder Kleefarne.

Ausdauernde, kriechende Sumpfpflanzen, seltener schwimmende Wasserpflanzen, mit

echten Wurzeln. Laubblätter wie bei den echten Farnkräutern in der Jugend eingerollt.

Mehrere Sori zu einer bohnen- oder kugelförmigen, hartwandigen Sporenfrucht verwachsen.

1 Laubblätter langgestielt, mit vierteiliger Fläche (kleeblattähnliche Blättchen). Spoi enfrucht gestielt

.... , fivherio- .............. Marsilia XXI.

°T* g La^bblätter stets ohne'Blattfläche, stielrund/binsenartig. Sporenfrucht fast sitzend kugelig, 2 bis

,,..,. ..... Pilulana XX11.

i fächerig....................

XXI. Marsilia 1 ) Baumg. Kleefarn.Die Gattung umfasst ca. 50 Arten, die über die Tropen und über einen grossen Teilder gemässigten Zonen verbreitet sind, von denen aber nur 4 Arten in Europa vorkommen.Die Sporenfrüchte verschiedener Arten enthalten Stärke und andere nahrhafte Reservestorfeund werden alsNardupflanzen" vielfach zur Brot- und Kuchenbereitung verwendet.

52. Marsilia quadrifölia L. Vierblättriger Kleefarn. Ital.: Quadrifoglio, Trifoglio

dei laghi. Taf. 8, Fig. 6.Bis 10 cm hoch. Stengel weithin kriechend, bis 50 cm (an Wasserformen bis über1 m) lang, spärlich verzweigt, auf der Rückenseite zweizeilig beblättert, auf der Bauchseiteverzweigte Wurzeln treibend. Laubblätter vierzählig, die Blättchen breit, keilförmig, obenabgerundet, kahl, Schlafbewegung zeigend. Sporangienhülle bohnenförmig filzig behaart,(Fia 6 a), auf aufrechten, die Hülle etwa 3 mal an Länge übertreffenden Stielen Die mehr-fächerige, zweiklappige Sporenfrucht besteht aus einem zusammengeschlagenen Blattabschnitt.Im Innlrn der reifen Frucht befindet sich eine knorpelige Gewebemasse, an welcher dieSori der Mikro- und Makrosporangien fiederartig angeordnet sind. Bei der Keimung quilltder knorpelige Ring allmählich auf, die beiden Klappen der Fruchtwand weichen an derBauchnaht auseinander und die Sori treten paarig an dem immer weiter aufquellenden,wurmförmigen Gallertringe heraus (Fig. 6d). An diesem befinden sich zahlreiche Sorus-fächer von denen iedes Fach nebeneinander Mikro- und Makrosporangien enthält (Fig. 6e)Die Mikrosporangien (Fig. 6 g) enthalten zahlreiche Mikrosporen, die Makrosporangien (h ig. ot>ie nur eine einzelne Makrospore. IX, X. _ _

Vereinzelt in der Ebene, in Sümpfen, Teichen und Gräben, in Lehmgruben, aufnassen Triften meist auf zuletzt austrocknendem Boden; überall im Verschwinden begriffen.In Deutschland selten in Schlesien (Rybniker Hammerteich) und in der obern Rhein-fläche von Hüningen bis Astheim oberhalb Mainz (früher). In Bayern früher zwischenRosenheim und Kloster Rott und bei Germersheim in der Rheinpfalz .In O e s t e r r e i c hvereinzelt in Steiermark (Podwinzen bei Pettau), Kärnten (Klagenfurt, Waidmannsdorf) undin Ober-Oesterreich. In der Schweiz sehr vereinzelt im Kanton Waadt (Rhoneebene zwischen-Villeneuve und Roche) und im Kanton Bern (marais d'Anet bei Erlach und bei Bonfol im Pruntrut)..Allgemeine Verbreitung: Zerstreut, aber in zahlreichen Kolonien von Japanund China durch Asien und Mitteleuropa bis Spanien; selten auch im östlichen Nordamerika.

*) Nach den Grafen U F.Marsigli in Bologna (gest. 1/30); schrieb mehrere botanische Abhandlungen.