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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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42. Polypodium vulgäre L. Gemeiner Tüpfelfarn, Engelsüss. Französisch: Reglisse

sauvage; italienisch: Felce dolce, Erba radioli; rätoromanisch: Risch dultga (Heinzenberg),

Ragisch dutscha [= Süsswurzel] (Unterengadin). Taf. 7, Fig. 2.

Das süss schmeckende Rhizom dieses Farnes wurde früher wegen seiner Heilwirkung so sehr geschätzt,dass es hiess, die Engel hätten diese Pflanze den Menschen gezeigt; daher die folgenden lokalen Benennungen:Engelssoite (Göttingen), Ingelseit (Pommern), Engelsess (Siebenbürgen), Engelsüass (Niederösterreich),Engelwurz (Kärnten), Angelsüess (Schweiz: Waldstätten). Von althochdeutsch goumil = Aufseher, Hüter,Schutzengel: Göneichen (Thüringen: Ruhla), Göumlich, Gömichen (Gotha), Hörne (Eifel). Soit werte![= Süsswurzel] (Göttingen), Süssholz (Rheinprovinz: an der Nahe), Süasswürzel (Oesterreich, Tirol), Süss-würzli (Schweiz). Nachdem Standorte: Steinlaxe [laxe = lakritze?] (Nordböhmen), B erg wurzeln (Kärnten:Hüttenberg), Stein würzl (Oesterreich). Der kriechende Wurzelstock des Farns wird mit einer Schlange (Nieder-deutsch : adder, schnacke) verglichen: Adderkrud,Snakenbläder (Ostfriesland). [Diese Bezeichnungen geltenjedoch auch für andere Farne, z. B. für Aspidium fiüx mas.] Das Rhizom galt früher als ein vorzügliches Mittel gegenSchlaganfälle (tropfen = Apoplexie); daher schon im Althochdeutschen trophwurz: Tropfen würz (Ostpreussen).

Das Rhizom dieses Farnes war früher als Rhizoma (s. radix) Polvpodii offizineil. Es diente alsDiureticum bei Leberleiden und Gicht. Als Volksheilmittel liefert es Tee gegen Husten und Heiserkeit.

ö bis 70 cm hoch. Grundachse dicht unter oder über der Bodenfläche weithinkriechend, dicht mit braunen, lanzettlichen Spreuhaaren besetzt. Blätter steif aufrecht, kahl.Blattstiel meist kürzer als die tief fiederteilige, lederartige, unterseits etwas hellere Blatt-flache. Abschnitte jederseits bis 28, meistens miteinander abwechselnd, lineal-länglich undmeist klein gesägt. Sori rundlich oder länglich, nackt. (Taf. 7, Fig. 2 a.) VIII, IX.

Ziemlich häufig an schattigen Abhängen, an Felsen oder Mauern, auf dem Wald-boden, zuweilen auch epiphytisch auf Stämmen oder in den Kronen der Bäume, von derEbene (auch auf den Nordsee-Inseln) bis in die alpine Region hinauf, bis ca. 2200 m.

Diese Art ist im Umriss der Blattfläche, sowie in der Form und Berandung derBlattabschnitte ziemlich veränderlich. Diese Formen sind jedoch wie bei vielen anderntarnpflanzen nicht scharf voneinander getrennt.

... ° n e " In Mltt eleuropa zuweilen auftretenden Formen mit immergrünen Blättern und mit meist

anglich-lanzettlicher, plötzlich zugespitzter Blattfläche mögen die folgenden genannt werden:

abschnitt ü'' COmmÜne Milde ' B1 attfläche lanzettlich, ziemlich schmal, mit 12 bis 15 Abschnitten. Blatt-a sc is gegen die Spitze hin ziemlich gleich breit, dann plötzlich kurz zugespitzt, nach vorn gesägt. Die

bei uns am meisten verbreitete Form.

Var ' rot «ndätum Milde. Blattabschnitte vorn ohne Verschmälerung zugerundet, fast ganzrandig,as is zur Spitze ziemlich gleich breit. Diese Form tritt in typischer Ausbildung zuweilen mit der-Normalform auf demselben Rhizome vereinigt - vereinzelt bei uns auf.

var. attenuatum Milde. Blattabschnitte vom Grunde an verschmälert, am ganzen Rande gesägt. Ziemlich verbreitet.

Leitbü i' pr _ lon ° des Aschers. Aehnlich der vorigen Form, doch die Blätter sehr gross, bis 7 dm lang,mit oft 6 3 CrSt m dei ° bern HiUfte d es Blattstieles sich vereinigend. Blattabschnitte tief und scharf gesägt,mal gegabelten Sekundärnerven. Fruchthäufchen öfter länglich. Sehr vereinzelt.. . . a ' u m Wollaston. Blattabschnitte vom Grunde an verschmälert, spitz, ganzrandig. Trittin der Schweiz (meist aber nur versus acutum) auf.

i,,,- »; i &U$ Um Hausm. Sekundärnerven im Gegensatz zu den bis letzt angeführten Formen meist

nur einmal gegabelt II»; r i ,

6 cm breit- S andern zweimal gegabelt!). Blattfläche schmal, bis 48 cm lang, aber nur 272 bis

, ~ -^ uss erdem kommen noch verschiedene Spielarten, Kümmerformen und Missbildungen vor.

weit Verbreiter- tenShSCh "* besonders die südliche Unterart subsp. senatum Willd, die im MittelmeergebietBlätter und zei Ts "^ '" ihrem biol °g'schen Verhalten ist sie recht interessant. Sie besitzt wintergrüneBlattfläche dr^iecki 0 " 1 " 16 "^ 116 ' ^ Blätter sterben im Hochsommer ab. Die Sori sind im Frühjahr entwickelt,lanzettlich, startT v' ^ ° rUnde bis 15 cm breit, allmählich spitz zulaufend. Blattabschnitte meist schma]südlichen Gebiete F f , ^ g6Sägt Nerven 3 bis 4 mal gegabelt. Sori oft etwas länglich. Bei uns nur imPustertal Brixen etc ) . " DeUtschland gänzlich. In Oesterreich in Südtirol (Bozen, Meran, Prags imV em .« 7 ih i eC '!.',- 1 ? Dalmatien und in Istrien. In der Schweiz im untern Rhonetal (von Vionnaz bisveina^az; und im südlichen Tp«i \ 1 j-

dem n«rHl! i, T von dleser Unterart sind verschiedene Formen bekannt, welche mit

üem nördlichen Typus parallel gehen.

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