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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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3. Farn. Osmundäceae. Rispenfarne.

Ausdauernde Krautgewächse mit kurzer, aufrechter Grundachse, selten kleine Bäume.Spreuhaare fehlen. Blattspreite 1 bis 4 fach gefiedert. Sporangien kurz und dick gestielt.Statt des Ringes ist an den Sporangien unter dem Scheitel eine buckelig vorgewölbte Gruppevon polygonalen, dickwandigen Zellen entwickelt (Taf. I, Fig. 1). Die Sporangien springenmit einer Längsspalte zweiklappig auf. Sporen relativ gross, kugelig-tetraedrisch, mit dreiLeisten besetzt und von feinkörniger Skulptur (Taf. I, Fig. 25), im Innern mit Chlorophyll-gehalt. Vorkeim laubblattartig, oberirdisch, grüngefärbt, (Ueber die Entwicklung des Vor-keimes vgl. Taf. I, Fig. 26 bis 37).

Zu dieser Familie zählen nur drei Gattungen (Todea, Leptopteris und Osmunda)mit ca. 12 Arten, welche über die ganze warme und die gemässigte Zone der Erde ver-breitet sind. In Europa kommt einzig die Gattung Osmunda mit der folgenden Art vor.

XVII. Osmunda 1 ) L. Rispenfarn.

43. Osmunda regälis 2 ) L. Königsfarn. Franz.: Osmonde, fougere fleurie, fougereaquatique; ital.: Felce florida. Taf. 7, Fig. 3.

Stattlicher, 20 bis 180 cm hoher Farn. Grundachse verzweigt, alljährlich eine Anzahl6 bis 16 dm langer, sommergrüner, langgestielter, doppelt gefiederter, zuletzt kahler Blätterentwickelnd. Blattspreite eiförmig bis länglich-eiförmig. Fruchtbare und unfruchtbare Blätterund Blatteile verschieden gestaltet. Die Abschnitte der obern Fiedern in Sporangienährenumgewandelt. Fiederchen der unfruchtbaren Blatteile länglich, stumpf lieh, am Grundeschief gestutzt, geschweift gesägt. Fiederchen des fruchtbaren Blatteiles mit unendlichvielen, auf dem Rande sitzenden, geknäuelten und ährig angeordneten, zuletzt braunen.Sporangien (Fig. 3 a) bedeckt. Sporen grün. VI, VII.

Vereinzelt in schattigen Wäldern, in Gebüschen, auf moorigen Boden, oft auf weiteStrecken hin aber gänzlich fehlend. In Deutschland in der nördlichen Ebene besonders imWesten (auch auf Sylt) ziemlich häufig; in Westpreussen und Polen selten, in Ostpreussengänzlich fehlend. Im Berglande nur im Rheingebiete verbreitet, im östlichen Mitteldeutsch-land viel seltener (in Bayern nur in der Pfalz; in Württemberg nur in Wildbad an der Enz,daselbst 1884 noch vorhanden). In Oesterreich einzig in Kroatien (früher auch im nörd-lichen Böhmen und vielleicht in Tirol [Valsugana]). In der Schweiz im südlichen Tessinund Puschlav; nördlich der Alpen einzig im Bünzenmoos (Bezirk Muri, Kanton Aargau).Auch im Veltlin (Val Malenco) und bei Domo d'Ossola.

Allgemeine Verbreitung: Diese fast kosmopolitische Sumpfpflanze fehlt nurim hohen Norden und in den Hochgebirgen. In Europa ist sie besonders im Westen zuHause. Von Oesterreich an scheint sie durch Russland zu fehleir, um erst wieder auf derSüdseite des Kaukasus zu beginnen.

Von Formen können die beiden folgenden genannt werden:

var. acuminäta Milde. Fiederchen länglich bis lanzettlich, spitz bis zugespitzt, deutlich klein gesägt,mit in die Zähne auslaufenden Sekundärnerven. Vereinzelt beobachtet in der Rheinprovinz, in den ProvinzenSachsen, Brandenburg, Schlesien und Posen.

var. Plumierii Milde. Pflanze grösser. Fiederchen entfernt, zahlreicher, verlängert lanzettlich bisparallelrandig. 4 bis 6 cm lang, dicht und scharf klein gesägt, oft etwas gestielt. Diese Form herrscht iminsubrischen Gebiete der Schweiz vor.

J ) Der Name Osmunda stammt vielleicht vom deutschen Osmunder; soll ein Beiname des GottesThor gewesen sein und bedeutetGötterkraft".

! ) Königlich, von rex (Genitiv regis) = König; wegen des stattlichen Aussehens.