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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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XII. Pteris 1 ) L. Saumfarn.

Diese Gattung mit ca, 120 Arten ist in allen wärmeren Erdteilen, besonders in denTropen, verbreitet. Nur eine Art, Pteris Cretica, kommt bei uns in dem Gebiete der ober-italienischen Seen vor.

38. Pteris Cretica L. Kretischer Saumfarn. Fig. 16.50 bis 100 cm hoch. Grundachse kriechend. Blattstiel bis6 dm lang, so lang bis 3 mal länger als die Blattfläche, strohgelb,nur am Grunde bräunlich und mit Spreuhaaren besetzt. Blattflächelänglich-eiförmig, grösstenteils einfach gefiedert, dünn, lederartig,freudig grün, unterseits (besonders in der Jugend) zerstreut behaart,sonst kahl. Fiedern jederseits 2 bis 9, gegenständig, mit keilförmigenGrunde sitzend. Die sporenlosen Fiedern breit linealisch, amknorpelig verdickten Rande scharf gesägt, die sporentragendenschmäler und soweit der Sorus reicht ganzrandig. Blattrand denSorus anfänglich bedeckend. VI, VII.

Sehr selten an bewaldeten und felsigen Abhängen im südlichenTessin (bei Locarno und bei Gandria am Luganersee). Ausserdemvereinzelt am Lago maggiore, am Corner- und am Gardasee, sowiebei Piuro oberhalb Chiavenna.

Allgemeine Verbreitung:Oestliches Mittelmeergebiet (westlichbis Nizza), wärmeres Asien. Ost- undSüdafrika, subtropisches Nordamerikaund Mexiko, Hawai-Inseln.

XIII. Adiäntum 2 )L. Lappenfarn.

Zierliche Farne der wärmerenErdstriche, von denen nur wenige indie gemässigte Zone vordringen.

Fig. 16. Pteris Cretica L.Habitus (verkleinert).

39. Adiantum capillus Veneris 3 ) L. Frauenhaar.

Franz.: Capillaire de Montpellier ; engl.: Laidy's hair.;

ital.: Capelvenere. Fig. 17-

Dieser Farn fand besonders früher zu Sirup und Tee gegenBrustleiden arzneiliche Verwendung. Ofnzinell: Folium Adianti seuHerba capilli V eneris (Pharm, austr. und helvet). Den Namen Frauen-haar verdankt der Farn den zierlich gefiederten Wedeln.

Bis 35 cm hoch. Grundachse kriechend. Blätter zwei-zeilig gestellt, zart, fast kahl, bis 5 dm lang. Blattstiel glänzendschwarz, so lang oder etwas kürzer als die 2 bis 4 fach gefiederteBlattfläche, nur am Grunde mit Spreuhaaren besetzt. Fiedernund Fiederchen dünn und lang gestielt. Die Abschnitte letzterOrdnung sind haardünn gestielt, aus schief keilförmigen Grunderhombisch-verkehrteiförmig, am obern Rande mehr oder weniger

Fig. 17. Adiantum capillus Ve-neris L. Habitus (verkleinert), Rand-lappen, Schnitt durch den Sorus, Spore.

*) rctigig Farnkraut.

2 ) d privativum = nicht, diaivto = benetzen, weil das Wasser die zarten Wedel nicht benetzen soll.

3 ) Lat. capillus = Haar: Venus (Genetiv Veneris) = Göttin Venus ; wegen der zarten, zierlichen Wedel.