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XII. Pteris 1 ) L. Saumfarn.
Diese Gattung mit ca, 120 Arten ist in allen wärmeren Erdteilen, besonders in denTropen, verbreitet. Nur eine Art, Pteris Cretica, kommt bei uns in dem Gebiete der ober-italienischen Seen vor.
38. Pteris Cretica L. Kretischer Saumfarn. Fig. 16.50 bis 100 cm hoch. Grundachse kriechend. Blattstiel bis6 dm lang, so lang bis 3 mal länger als die Blattfläche, strohgelb,nur am Grunde bräunlich und mit Spreuhaaren besetzt. Blattflächelänglich-eiförmig, grösstenteils einfach gefiedert, dünn, lederartig,freudig grün, unterseits (besonders in der Jugend) zerstreut behaart,sonst kahl. Fiedern jederseits 2 bis 9, gegenständig, mit keilförmigenGrunde sitzend. Die sporenlosen Fiedern breit linealisch, amknorpelig verdickten Rande scharf gesägt, die sporentragendenschmäler und soweit der Sorus reicht ganzrandig. Blattrand denSorus anfänglich bedeckend. — VI, VII.
Sehr selten an bewaldeten und felsigen Abhängen im südlichenTessin (bei Locarno und bei Gandria am Luganersee). Ausserdemvereinzelt am Lago maggiore, am Corner- und am Gardasee, sowiebei Piuro oberhalb Chiavenna.
Allgemeine Verbreitung:Oestliches Mittelmeergebiet (westlichbis Nizza), wärmeres Asien. Ost- undSüdafrika, subtropisches Nordamerikaund Mexiko, Hawai-Inseln.
XIII. Adiäntum 2 )L. Lappenfarn.
Zierliche Farne der wärmerenErdstriche, von denen nur wenige indie gemässigte Zone vordringen.
Fig. 16. Pteris Cretica L.Habitus (verkleinert).
39. Adiantum capillus Veneris 3 ) L. Frauenhaar.
Franz.: Capillaire de Montpellier ; engl.: Laidy's hair.;
ital.: Capelvenere. Fig. 17-
Dieser Farn fand besonders früher zu Sirup und Tee gegenBrustleiden arzneiliche Verwendung. Ofnzinell: Folium Adianti seuHerba capilli V eneris (Pharm, austr. und helvet). Den Namen Frauen-haar verdankt der Farn den zierlich gefiederten Wedeln.
Bis 35 cm hoch. Grundachse kriechend. Blätter zwei-zeilig gestellt, zart, fast kahl, bis 5 dm lang. Blattstiel glänzendschwarz, so lang oder etwas kürzer als die 2 bis 4 fach gefiederteBlattfläche, nur am Grunde mit Spreuhaaren besetzt. Fiedernund Fiederchen dünn und lang gestielt. Die Abschnitte letzterOrdnung sind haardünn gestielt, aus schief keilförmigen Grunderhombisch-verkehrteiförmig, am obern Rande mehr oder weniger
Fig. 17. Adiantum capillus Ve-neris L. Habitus (verkleinert), Rand-lappen, Schnitt durch den Sorus, Spore.
*) rctigig — Farnkraut.
2 ) d privativum = nicht, diaivto = benetzen, weil das Wasser die zarten Wedel nicht benetzen soll.
3 ) Lat. capillus = Haar: Venus (Genetiv Veneris) = Göttin Venus ; wegen der zarten, zierlichen Wedel.