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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Tafel 7.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Pteridiam aquilinum- Habitus. 1 a. Fiederchen von der Unterseite. Blattrand

umgeschlagen. 1 b. Querschnitt durch ein Fiederchen mit Sorus.,, 1 c. Querschnitt durch den Blattstiel (vergrössert).

Fig. 2. Polypodium vulgare. Habitus. 2 a. Querschnitt durch eine Fieder mit Sorus. 3. Osmunda regalis. Habitus. 3a. Stück des fertilen Abschnittes. Vergrössert.

XL Pteridium 1 ) Kuhn. A dl er f arn.

Rhizom mit Gliederhaaren (einfachen Zellreihen) besetzt. Blätter 3- bis 4fach gefiedert.Sorus lang, linienförmig, genau am Rande stehend, von zwei schmalen, unterständigen,bewimperten Schleiern bedeckt, von denen der der Oberseite angehörige (der äussere)zurückgerollt ist. Die Gattung enthält nur eine Art von kosmopolitischer Verbreitung.

37. Pteridium aquilfnum 2 ) Kuhn. (== Pteris aquilina L.) Adlerfarn. Franz.: Fougereimperiale, f. commune, aquiline; ital.: Felce aquilina, F. da ricotte, F. capannaja. Taf. 7, Fig. 1.

Die Anordnung der Leitbündel zeigt im Querschnitt des unteren Wedelstieles die Figur eines Doppel-adlers (Taf. 7, Fig. lc); daher die Benennung: Adlerfarnkraut (Schweiz: Bern). Adlerkraut (Kärnten).Andere sehen in dieser Figur die Buchstaben J. C, deshalb die Bezeichnung: Jesus Christwurz (Schweiz).Aus dem slavischen pero (= Farn; siehe pag. 5, Anmerkung 2): Paprutsch, Papruz (Ostpreussen); Ferlach(Kärnten); Pfurm, Pfarm (Krain: Gottschee). Nach dem hohen Wuchs des Farnes: Stängelfarn,Stockfarn, Grossfarn, Hochfarn (Schweiz: Waldstätten). Wird vielerorts als Viehstreue benutzt, daherStrafarn [= Streu-] (Niederösterreich), Farnstreu (Schweiz: Churfirstengebiet, Zürcheroberland). NachdemVolksaberglauben soll dieser Farn nur eine Minuteblühen": Minuten kraut (Westpreussen).

ol) bis 12o cm hoch. Grundachse verzweigt, weithin kriechend, jährlich nur einenWedel entwickelnd, mit Gliederhaaren bedeckt. Blattstiel bis 2 m lang, so lang oderetwas länger als die Blattfläche, bis 1 cm dick, gelblich, auf der Unterseite rinnig. Blättersommergrün, 2- bis 3 fach gefiedert. Blattfläche derb krautartig, hellgrün, bogenförmiggeneigt. Fiedern einander genähert, länglich, zugespitzt, die untern gestielt, die obern sitzend.Fiederchen lanzettlich. Sporentragende und sporenlose "Blatteile fast gleich gestaltet.Blattrand umgerollt (Taf. 7, Fig. 1 a ), den Sorus anfänglich bedeckend. VII bis IX.

Sehr verbreitet in lichten Wäldern, auf Waldblössen und an Waldrändern, besondersauf sandigem, kalkarmen Boden, in der Ebene und in der Bergregion stellenweise grosseBestände bildend; steigt zuweilen bis ca. 1790 m hinauf. Bedeckt an vielen Orten (z. B. inder Schweiz) den Boden auf weite Strecken hin und wird als Streuematerial verwendet.

Allgemeine Verbreitung: Dieses kosmopolitische Waldunkraut kommt inallen Erdteilen vor und wuchert oft in gewaltigen Beständen. Gänzlich fehlt es nur inden Polarländern, in den eigentlichen Wüsten- und Steppengebieten und in den Gebirgenvon der Baumgrenze an aufwärts. Das Rhizom wird wegen seines Gehaltes an Stärke inmanchen Ländern verwendet. Namentlich bildete es für die Maoris von Neu-Seeland einstein Hauptnahrungsmittel. Auch der Kaligehalt der Pflanzen wird ab und zu ausgebeutet.

Der Adlerfarn ändert im Umriss der Blattspreite, in der Art der Blattzerteilungund in der Behaarung der Unterseite vielfach ab. Doch lassen sich eigentliche, scharf begrenzteFormen nicht unterscheiden.

') Deminutiv von nvtoig = Farn.2 ) Vom lat. äquila = Adler.