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var. pruinösum Moore. Blattstiel und besonders die Blattspindel dicht mit 1- bis 2 zelligen, oberseitsverbreiterten, meist mehrzackigen Haaren besetzt, die aber an den getrockneten Pflanzen meist unkenntlichwerden. — Ist nur von wenigen Stellen bekannt: Riesengebirge, Luckenwalde in der Provinz Brandenburg undvon der Partschottquelle im Walde bei Seis in Südtirol.
Ausserdem kommen verschiedene missbildete Formen vor, die von Farnliebhabern nicht selten in Gärtenkultiviert werden.
var. multi'fidum Moore. Blattspitze und Fiedern wiederholt gegabelt.
var. laciniatum Moore. Blätter mit mehr oder weniger verkürzten, oft grob gezähnten, häufiggespreizt gegabelten Fiederchen, welche dann die Blätter wie ausgefressen erscheinen lassen.
33. Athyrium alpestre Rylands (== Athyrium rhaeticum Dalla Torre). Gebirgs-Waldfarn.
60 bis 160 cm hoch. Dieser sehr oft verkannte Farn unterscheidet sich von dervorhergehenden Art, mit welcher er grosse Aehnlichkeit besitzt, durch die folgenden Merk-male: Spreuhaare am Grunde des 14 bis 40 cm langen Blattstieles breiter, länglich, hellbraunbis kupferfarben. Blattlläche stärker geteilt, länglich-lanzettlich, oft dunkelgrün, unterseitsblasser. Blattspindel grünlich, zuletzt strohgelb. Untere Fiedern bis 22 cm lang, jederseitsbis zu 16 Fiederchen tragend. Letzte Abschnitte stumpfer, breiter und kürzer gezähnt alsbei A. filix femina. Fruchthäufchen kleiner und nur in der Jugend die Hufeisen- oderlängliche Form zeigend, später ziemlich kreisrund werdend. Schleier rudimentär, nur inder ersten Jugend vorhanden. Sporen dankler braun, mit wenigen, ziemlich hohen, weit-läufig netzmaschigen Leisten. — VII.
Stellenweise in der subalpinen [und alpinen Region der Mittel- und Hochgebirge,von ca. 1400 bis ca. 2700 m, zuweilen auch tiefer hinabsteigend, bis 700 m. Dieser Farn,der weniger im eigentlichen Walde auftritt, bekleidet oft gesellig die rauhen Weiden und diebuschigen Abhänge der Hochgebirge. Er liebt kältere Expositionen und Nordlagen, woder Schnee lange liegen bleibt. In den untern Lagen trifft er oft mit A. filix femina zusammen.In Deutschland kommt er ausser in den bayerischen Alpen vor in den Vogesen, im Schwarz-wald, selten im württembergischen Allgäu, im Harz, Thüringerwalde, Bayerischen- und Böhmer-wald, im Erzgebirge und in den Sudeten. In der Schweiz tritt diese Art in den Alpenmeist auf Ur- und Schiefergebirge auf; ausserdem kommt sie vereinzelt in den Voralpenund in dem höchsten Teil des Jura vor.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Mittelgebirge, Karpaten, Balkan,Kleinasien, Kaukasus, Nordeuropa, nordwestliches Amerika.
Auch diese Art variiert ähnlich wie A. filix femina und tritt in verschiedenenFormen auf.
VIII. Scolopendrium 1 ) Sm. Hirschzunge.
Diese interessante Gattung tritt in unserer Flora nur in einer einzigen Art auf.Eine zweite, nahe verwandte Art (Scolopendrium hemionitis Lagasca) findet sichstellenweise im Mittelmeergebiet.
34. Scolopendrium vulgäre Sm. (=S.officinarumSw., = S. scolopendrium Karsten) Fürs ch-zunge. Franz.: Langue de cerf, herbe ä la rate; ital: Lingua cervina, lingua da pozzi.
Tal 6, Fig. 2.
Nach der Form der Wedel hat der Farn folgende Lokalbenennungen erhalten: Hirschzungen(Niederösterreich, Kärnten); Hirsazunge [= Hirschzunge] (Schweiz); Ochsäzungä, Rinde r zungä,Hasä-zungä (Schweiz: Waldstätten). Der Farn gilt im Volk als ein Mittel gegen Lungensucht und Milzkrankheiten.
Früher waren die Blätter auch unter der Bezeichnung Herba linguae cervinae s. phyllitidiss. scolopendrii als Wundmittel offizineil.
') Die Blätter werden mit einem Tausendfuss (griech. o'/.oÄoutvdga) verglichen.