Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
23
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

23

var. aristatum Christ. Blattspindel dichter, spreuhaarig. Blattfläche verhältnismässig schmal, wenigerderb lederartig, unterseits weiss spreuhaarig. Fiedern und Fiederchen sehr gedrängt stehend. Fiederchenhöchstens 7 mm lang, tief und lang stachelborstig-gesägt; das unterste, vordere Fiederchen nicht so auffälliggrösser als die folgenden. Zerstreut durch die Gebirgswälder.

var. umbräticum Kunze. Blätter gross, krautig. Unterstes, vorderes Fiederchen doppelt so grossals das folgende. Schattenform.

var. subtripinnätum Milde. Blätter gross, sehr stark zerteilt. Fiederchen tief eingeschnitten, fastalle gestielt, besonders das unterste fast bis zur Rippe in drei oder noch mehr Lappen geteilt. Zähne meistlang begrannt.

var. longilobum Milde. Blätter bis 6 dm lang. Fiederchen oft geteilt, vom Grunde an rasch verschmälert.

var. auriculätum Luerssen. Pflanze gross. Blätter bis 7 dm lang, mit dreieckigen, fast ganzrandigen,aber an der Basis mit einem besonders grossen und rechtwinkelig abgesetzten Oehrchen versehenen Fiederchen,das von der halben Grösse des Fiederchens ist. Hie und da.

var. micrölobum Milde. Blätter bis 35 cm lang, fast lineal lanzettlich. Fiederchen wenig zahlreich,jederseits nur 5, klein, bis 5 mm lang, rundlich rhombisch, kaum gezähnt, an der Basis stark zusammengezogenund deutlich gestielt.

var. rotundätum Doell. Schwache, meist jugendliche Form mit durchaus ungeöhrelten, rundlichovalen, mit breiter Basis angewachsenen, geschweift zugespitzten, kaum gezähnten Abschnitten. Hie und daunter der Normalform.

var. Plukenetii Loisel. Pflanze klein, I bis 2 dm hoch. Blätter fast einfach gefiedert. Abschnitteder Fiedern nur bis zur Hälfte der Blattfläche eindringend. Sori klein, zerstreut und nicht in dichter Linie stehendwie etwa bei Aspidium lonchitis (Taf. 4, Fig. 2 a). Diese Form tritt sowohl als Jugendform, als auch als bleibende,auf der ursprünglichen Stufe verharrende und fruktifizierende Kümmerform auf.

subsp. anguläre (Kit.) Aschers. Blattstiel bis 30 cm lang und bis 5 mm dick.Blattfläche nach dem Grunde zu weniger verschmälert, länglich-lanzettlich, glanzlos, wenigerderb als bei der subsp. lobatum. Fiedern lineallanzettlich. Fiederchen höchstens 1 cm lang,rechtwinkelig abstehend, alle kurz gestielt, das unterste vordere in der untern Blatthälftenicht oder wenig grösser als das folgende, häufig wie auch die nächstfolgenden fiederigeingeschnitten. Blattzähne und die stumpfe Spitze der Abschnitte und Fiederchen plötzlichin eine Stachelborste zusammengezogen. Fruchthäufchen kleiner, meist endständig. Schleierzarter als bei lobatum. VII, VIII, im Süden VI, VII.

A /T ereinzelt in schattigen, feuchten Wäldern und Schluchten. In Deutschland inder Rheinprovinz im Neandertale bei Düsseldorf, Rheineck, Hönningen (früher), im Idar-wald, Marienburg bei Bullay a. d. Mosel und Possbachtal bei Bingerbrück, (angeblich auchbei Leichlingen im Wuppertal und Cornelimünster bei Aachen), Iberg und Gunzenbachertalbei Baden-Baden, Güntersthal und Rosskopf bei Freiburg i. Br. In O est erreich seltenin Mähren und Schlesien. In der Schweiz nur vereinzelt in der Kastanienregion des insubri-schen Gebietes, sowie im Becken des Lago maggiore und des Lago di Lugano.

Allgemeine V erbreit ung der Art: Kosmopolit beider Halbkugeln, besondersin den Gebirgswäldern der Tropen und in den mildern Teilen der gemässigten Zone (fehlt> aber in Nordamerika).

19. Aspidium Braünii x ) Spenn. Braun's Schildfarn.Bis 80 cm hoch. Blätter sommergrün, weicher und schlaffer als bei A. aculeatum.Blattstiel 2 bis 15 cm lang, bis 5 mm dick, blassgrün, am Grunde schwarzbraun, wie dieBlattspindel sehr dicht mit ungleich grossen, gelblichen bis kupferbraunen Spreuhaaren

') Nach Alexander Braun, geb. 1805 in Regensburg, gestorben 1877 als Professor der Botanik zu Berlin.Braun entdeckte zusammen mit Spenner diese Art im Jahre 1823 im Höllenthale bei Freiburg im südlichen Schwarzwald.