Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
CLVII
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

CLVI1

Von BryophyllumAdventivknospen.

calycinum mit

hypogaea, Trifolium subterraneum) bohren ihre Früchte in die Erde ein. Bei den betreff. Gramineen ist die Grannewie ein Seil gedreht und führt hygroskopische Bewegungen aus.

Zum Schluss mag noch kurz die ungeschlechtliche oder vegetative Vermeh-rung (propagätio) berührt werden. Von der geschlechtlichen Fortpflanzung unterscheidetsich diese dadurch, dass hier niemals zwei Sexual-zellen miteinander verschmelzen. Sie ist vor allembei den Kryptogamen stark vertreten (Zellteilung,Sprossung, freie Zellbildung) und dient für diequantitative Vermehrung der Art. Auch die Sporender Moose, Farne, Schachtelhalme, Bärlappgewächse,die auf ungeschlechtlichem Wege in den Sporangienoder Mooskapseln (Sporogone) entstehen, gehörenhieher. Aus der Spore entwickelt sich dann derVorkeim, der bei den Farnen die Antheridien undArchegonien trägt (Taf. 1); die letztern enthalten diemännlichen und weiblichen Sexualzellen. Auch die

Soredien der Flechten und die Brutknospen oder Brutbecher vieler Lebermoose mögen

hier kurz genannt sein. Bei den Phanerogamen sind es immerKnospen oder mit Knospen versehene Teile, welche den Charaktervon Vermehrungsorganen übernehmen. Einige Arten haben wirbereits früher erwähnt, so die Fortpflanzung vermittelst Winter-knospen oder Hibernakeln (Fig. 82), durch Brutzwiebeln (Fig. 116),Knollen, Ableger, Ausläufer oder Stolonen (Fig. 119,120). Ve rschiedeneArten vermehren sich gleichzeitig auf geschlechtlichem und vegetativemWege, so z. B. das Frühlings-Scharbockskraut (Fig. 303), bei welchemsich in den Achseln der Laubblätter Knöllchen ausbilden, welcheauf den Boden fallen und im nächsten Jahre austreiben können;die Knöllchenbildung geht besonders an schattigen Stellen leicht vonstatten. Aehnlich verhält sich Dentaria bulbifera, die im Halbdunkeldes Waldes nur selten bestäubt wird und dort in denBlattachseln Knöllchen ausbildet. Bei dem lebendig ge-bärenden Knöterich (Polygonum viviparum) finden sichim untern Teil der Blütenähre zahlreiche Bulbillen,die vom Schneehuhn gern aufgesucht werden. Siewachsen nicht selten schon an der Mutterpflanze zukleinen Pflänzchen aus. Aehnlich verhalten sich ver-schiedene Allium-Arten, Saxifraga cernua, nivalis undstellaris, Juncus alpinus und supinus, verschiedene Gräser(vor allem der alpinen und arktischen Region, z.B. Festucarupicaprina, ovinaetc.),wo inderBlütenregionstattBlütenAbleger ausgebildet werden. Beim lebendig gebären-den Rispengras (Poa alpina var. vivipara, Taf. 35,Fig. lb) hat die ungeschlechtliche Fortpflanzung diegeschlechtliche vollständig ersetzt. Auch zahlreicheandere Gräser wie Alopecurus pratensis, Phleum pra-tense, Boehmeri und Michelii, Agrostis alba und vul-garis, Koeleria pvramidata, Deschampsia caespitosa,

. < T-i -tm J Fi £- 302 - BIa Medern von Asplenium bulbiferum.

Arrhenatherum elatms, roa supma, bulbosa, minor und m ; t Adventivknospen.

Fig-. 301. Blatt von TolmieaMenziesii mit Adventivknospen.