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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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CLVI
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CLVI

Durch das fliessende Wasser werden im allgemeinen nur wenige Früchte meistens Früchtevon Wasserpflanzen verbreitet, welche längere Zeit auf dem Wasser zu schwimmen vermögen. Von ein-heimischen Arten gehören dahin einige wenige Carex-Arten (C. rostrata und vesicaria, vgl. Bd. II pag. 7,Fig. 175), Polygonum amphibium, Alisma plantago,Sagittaria, Butomus, Sparganium, Nuphar, Nymphaea etc.Solche Samen können von einem lufthaltigen Mantelumgeben sein (Nymphaea), sind unbenetzbar (Polygonumamphibium) oder weisen lufterfüllte Hohlräume auf (Carex).welche sie spezifisch leicht machen. Auch Samen von Alpen-pflanzen (besonders alpine Geröllpflanzen) werden durch dasfliessende Wasser oft auf grössere Strecken hin be-fördert. An zahlreichen Stellen der schweizerischen undschwäbisch-bayerischen Hochebene (auch innerhalb derAlpenkette) können auf Kiesbänken und in den Auender Alpenflüsse (Rhone, Rhein, am Bodensee, Hier, Isar,Wertach, Lech, Inn, Saalach, Salzach etc.) verschiedenealpine und z, T. hochalpine Geröllpflanzen angetroffenwerden, deren Samen sicherlich durch das Flusswasserin die Tiefe gebracht worden sind. Wie experimentellnachgewiesen wurde, zeigen derartige Samen und Früchte ein grosses Schwimm-vermögen (von Saxifraga aizoides bis 17 Tage) und können ihre Keimfähigkeit langebeibehalten (bis 38 Tage). Es sind ziemlich die gleichen Arten, welche in denmeisten grösseren Flüssen wiederkehren, so Chondrilla prenanthoides, Hieraciumstaticifolium, Gypsophila repens, Hutchinsia alpina, Kernera saxatilis, Arabis alpina,Linaria alpina, Campanula pusilla, Dryas octopetala, Saxifraga aizoides, Poaalpina etc. Ebenso sind einige Früchte dem Transporte durch das Meerwasserund Meeresströmungen angepasst. Das Perikarp ist dick und verholzt oder istaussen mit einer Fettschicht überzogen und dadurch für das Meerwasser undurch-dringlich; ausserdem kommen lufterfüllte Räume oder luftführende Faserschichten(Kokosnuss) vor. Hieher gehören zahlreiche Strandpflanzen, deren Früchte (Drift-früchte") durch Meeresströmungen lange Zeit (einzelne bis 121 Tage) zu schwimmenvermögen, ohne ihre Keimfähigkeit einzubüssen. Beispiele: Kokospalme, Nipa-Palme(Nipa fruticans), Barringtonia, Calophyllum, Terminalia catappa, Entada scandens, Cassiafistulosa, Heritiera litoralis, Ipomaea pes caprae etc. Früchte der im tropischenAmerika einheimischen Entada scandens wurden durch den Golfstrom an die Küstevon Norwegen getrieben und gelangten dort zur Keimung.

Fig. 297. Längsschnitt durch die Frucht von Euonymus. Samenmit Arillus (stark vergrössert).

Fig. 299. Schleuderfrüchtevon Impatiens noli tangere.

Fig. 293. Springfrüchte von Erodium moschatum (in verschiedenen Stadiender Entwicklung).

Eine letzte Gruppe repräsentieren dieSpring- oder Schleuderfrüchte. Infolgeeines äusseren Stosses, infolge Austrocknens etc.schleudern verschiedene Früchte auf mechani-schem Wege ihre Samen aus (bei Bauhiniapurpurea bis 15 m weit). Oft ist das Aus-schleudern von einem eigentümlichen Geräuschbegleitet (Acantlius, Dorycnium), was auchGoethe auf seiner Italienreise aufgefallen ist. Bei-spiele liefern verschiedene Leguminosen (ArtenvonLathyrusundLupinus),EschscholtziaCalifor-nica, Montia, das Springkraut oderRührmich-nichtan" (Impatiens noli tangere, Fig. 299),Oxalis, Springkresse (Cardamine impatiens),Dentaria, Geraniumsilvaticum, Erodium (Fig.298),verschiedene Viola- und Euphorbia-Arten, Mer-curialis, Lathraea, dieSpritzgurke" (Ecballiumelaterium) etc. Einige Gramineen (Stipa-,Heteropogon-, Avena- und Aristida-Arten) undLeguminosen (Amphicarpaea monoica, Arachis