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Hochblättern etc. sog. „Elaiosome", d. h. ölhaltige (seltener Stärke- oder Prote'inkörner) Stellen oder besondereAnhängsel (Fig. 294), welche auf die Ameisen eine anlockende Wirkung ausüben sollen. Die Myrmekochoren
l g. 294. Samen mit Elaiosomen. 1 und 2 Muscari
3 und 4 Viola tricolor. 5. Corydalis.(Alle Samen stark vergrössert.)
Asarum. 7 und 8 Polyg-ala amarella. 9. Chelidonium.
haben die Eigentümlichkeit, dass ihre Samen bezw. Früchte schnell reifen und sofort ausgestreut werden, da die Ameisennur während des Sommers sammmein. Die Blütenschäfte sind zart und dünn; zur Fruchtreife erhalten sie keine Ver-stärkung und sinken schnell zu Boden, so dass die Samen den Ameisen sofort zugänglich werden. Hauptsächlich sindes Wald- und Ruderalpflanzen; sehr viele myrmekochore Pflanzen kommen in den Buchenwäldern, wenige dagegenin den Birkenwäldern vor. Beispiele: Allium ursinum, Ornithogalum nutans (ohne eigentliches Elaiosom), Luzulapilosa, Gagea lutea und minima, Hyacinthus orientalis, Galanthus nivalis, Moehringia muscosa, Chelidonium maius(Fig. 294,9), Corydalis- (Fig.294,5)und Viola-Arten, Primula acaulis. verschiedene Veronica-Arten (V. opaca,hederifolia),Lathraea squamaria, Ranunculus ficaria, Fumaria officinalis, Ajuga, Borrago, Pulmonaria, Symphytum, Tozzia alpina(ohne differenziertes Elaiosom, in der Fruchtwand dafür reichlich Stärke an Stelle von fettem Oel), Lamium ampl exicaule,Rosmarinus, einige Carex-Arten (C montana, ornithopoda), Melica nutans, Euphorbia (Fig. 295), Knautia arvensis.Verschiedene Samen werden von einem meist auffallend gefärbten (gewöhnlich rot oder orange), saftigem Samen-mantel (arillus) umgeben, der den Samen mantelartig umschliesst (Euonymus, Taxus). Er entsteht vom Nabel heroder geht aus den Integumenten oder aus der Raphe hervor. Verschiedene Vögel (z. B. das Rotkehlchen) stellen demArillus eifrig nach und speien später die Samen aus. Bei der Muskatnuss stellt der Arillus eine zerschlitzte, häufigfleischige Masse (Fig. 296) dar und kommt als Muskatblüte in den Handel. Die Caruncula der Euphorbiaceen(Fig. 295) stellt eine Verdickung des äussern Integumentes an der Mikropyle dar und dient zunächst zur Loslösungder Samen von der Plazenta. In ähnlicher Weise werden durch Industrie und Handel Samen bezw. Früchte —vor allem solche mit Verbreitungsorganen — über weite Strecken hin verbreitet. Beliebte Standorte von der-artigen verschleppten Pflanzen sind besonders Ausladestellen (Getreide) der Eisenbahnen (Güterbahnhof Zürich, Nürn-berg, Lindau, früher Südbahnhof Münch en), nächste Umgebung von Mühlen (Köpeniker-mühle bei Berlin) oder Fabriken, in denen fremdländische Wolle verarbeitet wird(Wollkämmerei am Reiherstieg bei Hamburg, hier besonders südamerikanische Gräser.Kammgarnfabrik Derendingen bei Solothurn in der Schweiz, australische Unkräuter),Ballastplätze (Verpackungsmaterial) der Hafenstädte (Hafen von Mannheim, Ludwigs-hafen und Hamburg, Port Juvenal bei Montpellier), neue Eisenbahnanlagen (Valsugana-
Bahn in Südtirol), Kulturplätzevon neu eingeführten Nutz- nudZierpflanzen (Erfurt), Lager-plätze, Ablagestellen von Keh-richt usw. Hierher zählen vorallem auch viel zählebige Un-kräuter. Aus Amerika sind aufdiese Weise verschiedene Arten(Erigeron Canadensis, Stenactisannua, Mimulus luteus, Oeno-thcra bicnnis, Solidago Cana-densis, Erigeron Karwinskianusvar. mucronatus am Lago?. mit unserer einheimischen Flora vollständig assimiliert.
Fig. 295.
Samen von Euphorbia helioscopia mit Elaiosom.a von aussen, b im Längsschnitt.
Fig. 296. a Frucht (1/2 natürlicheGrösse) von der Muskatnuss.b Samen mit Arillus. c Schnittdurch den Samen mit ruminatemEndosperm.
maggiore etc.) angekommen und haben sich