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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Es hat sich gezeigt, dass ein Transport von Samen durch den Wind auf grosse Distanzen hin selbstauf Hunderte von Kilometern möglich ist, dass er aber für die tatsächliche Pflanzenverbreitung eine sehr geringeRolle spielt. Mehr Bedeutung hat der Transport auf Distanzen von 3 bis 40 Kilometern.

Durch Tiere (Vögel, Nagetiere) wer-den vor allem saftige, nährstoffreiche, oftsüss schmeckende Beeren und die sog.Häckel- oder Klettfrüchte (Fig.293),die am Pelzwerk oderFederkleidderTiereleicht anhäckeln, verschleppt. Dadurchkönnen Samen an ganz ungewohnteLokali-täten, auf Dächer, Kirchtürme, Ruinen,Felsen etc. gelangen und hier zu keimen be-ginnen. Verschiedene Vögel speien ihreaufgenommene Nahrung aus ihrenKröpfenaus und tragen auf diese Weise zur Ver-breitung des Samen bei (z. B. Nusshäher,Rotkehlchen, Schneehuhn).Verschiedene Beerenfrüchte sind als Lockfrüchte zu bezeichnen und dementsprechend auffällig gefärbt(Appetitfärbung) oder durch Kontrastfarben ausgezeichnet. Mit Ausnahme der weissen, klebrigen Beeren derMistel sind fast alle einheimischen Beeren rot, orange oder blau gefärbt. Rote oder orangerote Fleischfrüchtezeigen Daphne mezereum, Schneeball, Vogelbeere, Steinbeere, Ribes rubrum und alpinum, Aronstab, verschiedeneGeissblattarten (Lonicera xylosteum und alpigena), Sanddorn, Sambucus racemosa, Fragaria, Sauerdorn, Weiss-dorn, Cornus mas, Rosen, Himbeere, Preiselbeere, Convallaria, Maianthemum, Taxus; schwarzblaue Beerenfrüchte:Rhamnus frangula, Brombeere, schwarzer Hollunder, Schlehdorn, Liguster, Hornstrauch, Hartriegel, Actaea spicata,Epheu, Einbeere, Tollkirsche, Polygonatum, Solanum nigrum, Empetrum nigrum. Vaccinium uliginosum, Ribesnigrum, Juniperus communis, Arctostaphylos alpina. Im allgemeinen zeigt es sich, dass die schwarzen Fleischfrüchtedurchschnitttlich später reifen als die roten. Da die Samenschalen den Magen- und Darmsäften gegenüber sichsehr widerstandsfähig erweisen und zudem die Verdauung und Wanderung der Samen durch den Magendarm-kanal wie auch experimentell nachgewiesen worden ist sehr rasch vor sich geht, verlieren die Samen beimPassieren des Tierkörpers an ihrer Keimfähigkeit absolut nichts, ja im Gegenteil, die mit ihnen abgesetztenExkremente sind ihnen als Dünger für ihre erste Entwicklung sehr nützlich. So wurde z. B. ein Pferd mit Trespen-

Flügelfrüchte, a Acer, b Ulmus, c Esche, d Isatis,(letztere stark vcrgrössert).

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l'ig 293. Hackelfrüchte. a Sanicula, b Ranunculus arvcnsis, c Agiirnonia, {cl im Längsschnitt), d Bidens.

körner gefüttert; die noch ganzen Früchte wurden aus dem Mist ausgeschieden und zunächst einem Ochsen, hernacheinem Schwein und zu guter Letzt einem Huhn verfüttert. Die aus dem Kote des Huhn ausgelesenen Körnerwurden ausgesät und erwiesen sich noch als vollkommen keimfähig. Zu den Häckelfrüchten, die an ihrer Ober-fläche besondere Einrichtungen haben, welche ein Anhäckeln oder Ankleben an Tierkörper oder an Kleidern leichtermöglichen, gehören Xanthium, Centaurea solstitialis (Fig. 185), Lappa, Waldmeister, Galium aparine, Cynoglossum,Echinospermum. Sanicula (Fig. 293 a), Caucalis, Orlaya, Turgenia, Daucus, Circaea, Agrimonia eupatoria (Fig.293c, cl), Bidens (Fig. 293d), Medicago minima, Tragus racemosus, Setaria verticillata, Cenchrus tribuloides etc.Auch an den Füssen und an den Federn von Wasservögeln bleiben Samen (namentlich von Wasserpflanzenz. B. Aldrovandia) in Erde eingeschlossen leicht hängen. Ist doch bekannt, dass aus einem Ballen Erde, dervon dem Schenkel eines Rebhuhnes losgelöst wurde, sich nicht weniger als 82 verschiedene Pflanzenarten ent-wickelten. In neuerer Zeit wird auch den Ameisen bei der Verbreitung der Früchte und Samen eine grosseBedeutung zugeschrieben. DieMyrmekochoren"-Pilanzen zeigen an ihren Samen, Früchten, Blütenstielen,

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