XXV
die
Während in den besprochenen Fällen die Auflagerung der Verdickungsschichtenvon innen her geschah (centripetale Verdickung), gibt es nun auch Fälle, wo die Auf-lagerung auf die Aussenseite der Membran
erfolgt (centrifugale Verdickung). Das
ist z. B. bei den Pollenkörnern und Sporen
(Fig. 15) der Fall. Aber auch in stofflicher
Beziehung wird die Zellmembran verändert.
So wird in die Cellulosesubstanz häufig
kohlensaurer Kalk eingelagert. Eine eigen-tümliche Form dieser Einlagerung sind
die sogenannten C y s t o 1 i t h en (Trauben-steine). Die Zellmembran treibt dabei in die
Höhlung (das „lumen") der Zelle eine
zapfenförmige Wucherung aus, in welche der
Kalk eingelagert wird. Durch Behand-lung mit Essigsäure kann der Kalk gelöst
werden und man kann dann das Cellulose-
gerüst durch Zusatz von Chlorzink und
Jod deutlich sichtbar machen. Ebenso lässt
sich dieses als Grundlage der Cvstolithen
dienende Gerüst sehr hübsch mit Anilinblau oder mit Pikrinanilinblau färben. Auch inchemischer Hinsicht hat die Cellulose hier eine Veränderung erfahren, indem sie in sogen.„Kallose" verwandelt worden ist. Die Cvstolithen sind für einige Pflanzenfamilien wie die
Urticaceen, Moraceen, Ulmaceen, Acanthaceen und für viele Borraginaceen charakteristischeMerkmale. (Fig. 16.) Auch oxalsaurer Kalk wird zuweilen in die Cellulosemembran in Formvon kleinen Kristallen eingelagert, so bei den eigentümlichen „innern" Haaren von Nuphar(Fig. 16 b). Kieselsäure ist gleichfalls eine oft vorkommende Einlagerung. Besondersreichlich findet sie sich bei einer zu den Algen gehörigen Pflanzengruppe, den Diatomeen,welche oft mächtige Schichten der Erdrinde bilden (Diatomeenerde oder Kieseiguhr). BeimV erbrennen der Diatomeen bleiben zierliche Kieselskelette zurück, die genau die Form derZellen zeigen. Aber auch bei höheren Gewächsen ist Verkieselung der Zellmembran einhäufiges Vorkommnis, so besonders in den Oberhautzellen der Schachtelhalme und vielerGräser. Erstere finden deshalb häufig als Putzmittel für Metall (Zinnkraut) Verwendung.(Fig. 16 a).
Ausserdem kann die Zellwand noch eine Reihe von andern wichtigen, chemi-schen Veränderungen erfahren. Sehr verbreitet ist die verkorkte Zellwand. Kork(Suberin) ist eine zu den Fetten gehörende Substanz, die für Wasser nur sehr schwerdurchlässig ist und sich namentlich da findet, wo ein Schutz gegen Benetzung notwendig
Fig. 14. a Zellen mit einfachen Tüpfeln aus dem Niihrgewebe vonScilla bifolia. b Hoftüpfel in denWänden der Zellen einesNadelholzes.
Centrifugale Wandverdickung. Pollenkörner. „ von Malva. b c von Taraxacum. ,/ e von Achillea millefolium.üegi, Flora. ...