XIX
JA-
U
dieser indirekten Kernteilung (Karyokinese, Mitose) kann der Kern sich aucheinfach, direkt durch Einschnürung teilen (Amitose). Dieser Fall ist aber seltener undkommt namentlich in krankhaftem Zustande vor.
Ausser den feinen Körnchen (Mikrosomen) und dem Zellkerne finden wir im Proto-plasmaleibe als weitere wichtige Körper die F arb stoff trag er (Chromat oph oren)eingebettet (Fig. 5 a). Diese sind meist kugel- oder linsenförmig, nur bei niedern Pflanzenanders (band-, stern- oder plattenförmig) gestaltet und meist in grosser Zahl, oft über 100 ineiner Zelle enthalten. Niedere Pflanzen zeigen mitunter in einer Zelle nur einen einzigen Farb-stoffträger. Diese Chromatophoren vermehren sich durch einfache Zweiteilung (Fig. 5 b). Teilssind sie farblos (namentlich im Innern des Pflanzenkörpers) und heissen dann Leuco-p lasten, teils lebhaft grün gefärbt (Chloroplasten oder Chlorophyllkörner).Auch diese Körper sind wie das Protoplasma ihrem chemischen Verhalten nach Eiweiss-körner. In der farblosen Grundsubstanz (Stroma) ist bei den Chlorophyllkörnern das Blatt-grün (Chlorophyll) fein verteilt. Das Chlorophyll zeigt in alkoholischer Lösung Fluoreszenz;bei durchfallendem Lichte erscheint es sma-ragdgrün, bei auffallendem Lichte blutrot.Wird durch diese Lösung ein Sonnenstrahlgeleitet und dann durch das Prisma zerlegt,so erscheineil im Spektrum ganz charakte-ristische Absorptionsbänder. Der grüne Farb-stoff ist ein Gemisch von Farbstoffen, einemgrünen, dem eigentlichen Chlorophyll, einemgelben, dem Xanthophyll und einem rotenFarbstoff, dem Carotin. Durch Schüttelneiner alkoholischen Lösung mit Benzol lassensich diese Farbstoffe leicht trennen. Meistenssind die Chlorophyllkörner der wandständigenSchicht des Cytoplasma eingelagert. Nicht selten, so z. B. vor dem herbstlichen Laub-fälle, werden die Chlorophyllkörner zerstört; es bleiben dann nur noch kleine, gelbe Körn-chen in den Zellen zurück. Hie und da wird die grüne Farbe der Pflanzenteile durchandere im Zellsafte gelöste Farbstoffe verdeckt, so in den Blättern der Blutbuche, der Blut-hasel, des Blaukrautes, von Amarantus-Arten u. s. w. Bei verschiedenen Lagerpflanzen(riiallophyten) erscheinen in den Chromatophoren neben dem grünen Farbstoff noch andereund verdecken diesen zuweilen vollständig. So tritt bei vielen Schizophyceen oder Cyano-phyceen neben dem grünen Farbstoff ein blauer Farbstoff (das Phycocyan), bei denBraunalgen (Phaeophyceen oder Fucoideen) ein brauner (Phy c ophae'in) und bei denIvotalgen (Rhodophyceen oder Florideen) ein roter, das Phy coöry thr in auf.
Dieses Blattgrün ist für die Pflanzen charakteristisch (es fehlt bei den Tieren) undist von der grössten Bedeutung. Es befähigt nämlich die Pflanzen, den in der Kohlensäure der-Laut enthaltenen Kohlenstoff mit Hilfe des Lichtes mit den Elementen Wasserstoff und^auerstoff zu einem Körper, den wir als Stärke (Amylum) bezeichnen, zu vereinigen.Unter dem Mikroskop lässt sich die gebildete Stärke leicht nachweisen. In den grüngehübten Chlorophyllkörnern sind dann stark lichtbrechende Körperchen wahrzunehmen. Dergrüne Farbstoff lässt sich durch Alkohol, Aether, Schwefelkohlenstoff etc. aus den Chloro-phyllkörnern leicht ausziehen. Wenn wir einem mit Alkohol entfärbten Schnitte etwas Jod-tinktur zusetzen, so treten uns innerhalb der farblosen Grundsubstanz die Stärkekörnerals dunkelblaue, fast schwarze Körnchen entgegen. (Fig. 5). Die im Lichte innerhalb derLhlorophyllkörper erzeugte Stärke (Assimilationsstärke) wird beständig durch einen im Proto-
II*
Flg. 5. a Zelle mit Chlorophyllkörnern, b Entstehung- derChlorophyllkörner. c Durch Jod dunkel gefärbte Assimi-lationsstärke im Stroma der Chlorophyllkörner.