Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
VI
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

VI

Grosse Sorgfalt wurde den volkstümlichen Namen zugewendet. Auch die Ver-wendung und Benützung der einheimischen Pflanzen in früherer Zeit und in der Gegen-wart wurde besonders berücksichtigt. Herr cand. rer. nat. Heinrich März eil in München,der sich seit Jahren mit volksbotanischen Studien beschäftigt und über ein grosses selbst-gesammeltes und gesichtetes Material verfügt, hat die Ausführung dieser interessanten undlehrreichen Erklärungen übernommen. Auch die Erläuterungen der lateinischen Pflanzen-namen, welche besonders für Lehrer, Schüler, Gartenfreunde u. s. w. eine willkommene Bei-gabe sein dürften, stammen aus dessen Feder.

Alle offizineilen und die häufigeren einheimischen Giftpflanzen, die vor allem fürden Mediziner und Pharmazeuten Interesse haben, werden in diesem Werke abgebildet.

Um schliesslich auch allen denjenigen, die ihr Herbarium nach dieser Flora zuordnen und zu unterhalten beabsichtigen, Rechnung zu tragen, wurden alle Gattungen undArten fortlaufend numeriert.

Da wir bestrebt waren, die wichtigen und interessanten Pflanzen möglichst voll-ständig abzubilden, war es bei der in Aussicht gestellten Zahl von Tafeln nicht ganz zuumgehen, dass einzelne Tafeln etwas überladen werden mussten.

Aber das vorliegende Werk soll nicht nur einen rein systematisch - floristischenCharakter an sich tragen, nein, es soll noch etwas mehr bieten. Es soll den Lehrern undStudierenden der Naturwissenschaften an unsern Hoch-, Mittel- und Volksschulen, wie über-haupt allen Interessenten dieser scientia amabilis wertvolle Auskunft über die Lebens-verhältnisse und den feinern Bau der Pflanzen, wie über die Bestäubungs- und Befruchtungs-vorgänge u. s. w. zu geben imstande sein. In Bild und Wort ist es bestrebt, die Biologieund vor allem auch die Entwicklungsgeschichte ins richtige Licht zu setzen.

Die in dem Werke abgebildeten Figuren sind insgesamt Originale und mit grössterGenauigkeit nach der Natur gezeichnet und gemalt worden. Die künstlerische Leitungvon Band I lag in den Händen von Dr. G. Dunzinger, früher Assistent am Pflanzen-physiologischen Institute der Universität München. In dem von ihm geleiteten Atelier fürwissenschaftliches Zeichnen wurden Tafeln und Textfiguren in der Hauptsache nachden von ihm selbst angefertigten Präparaten und Skizzen zu diesem Bande ausgeführt.Auch bei der Abfassung der morphologischen Einleitung hat mich Herr Dr. Dunzinger inliebenswürdiger Weise unterstützt, wofür ich ihm herzlichen Dank sage. Besondere Er-wähnung verdient die Tätigkeit von Herrn Kunstmaler R. E. Pfenninger in München,der von Anfang an mit grosser Hingabe an dem Werke mitgearbeitet hat.

Für die prächtige und reiche Ausstattung des Werkes gebührt dem HerrnVerleger mein aufrichtiger Dank. Von seiner Seite ist nichts versäumt worden, um dasWerk zu einem guten und brauchbaren Lehr- und Lernmittel auszugestalten.

MÜNCHEN, September 1906.

Dr. Gustav Hegi.