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Wärmelehre.
überhitzter Dampf, der identisch mit ungesättigtem Dampfe ist,verständlich. Umgekehrt kann man aus ungesättigtem Dampfe auchauf zwei Wegen gesättigten herstellen, nämlich durch Druck unddurch Abkühlung. Ein ungesättigter Dampf verhält sich wie einvollkommenes Gas, gehorcht also den Gesetzen von Boyle-Makiotteund Gay-Lussac |§ 82].
§ 94. Dampfdicllte. Unter Dampfdichte (oder spezifischemGewicht der Dämpfe) versteht man gewöhnlich das Gewicht einerDampfmenge, bezogen auf ein gleich großes Volumen atmosphärischerLuft bei demselben Drucke und derselben Temperatur. Diese Größeist deshalb wichtig, weil man daraus die Molekulargewichte chemischerVerbindungen berechnen kann.
Nach dem Gesetz von Avogardo sind in gleichen Volumina aller Gasegleichviele Moleküle enthalten. Die spezifischen Gewichte gleicher Gas-volumina sind daher (wenn Temperatur und Druck gleich sind) proportionalden Molekulargewichten. Bezeichnet Mx das Molekulargewicht der unter-suchten Substanz, Mit das des Wasserstoffs, und ist das spezifische Gewichtder ersteren bezogen auf Luft = s, das des Wasserstoffs = 0,069, so ist
Mx: Mh = s : 0,069.
Da nun Mit = 2 ist, so ergibt sich
Sehr gebräuchlich ist z. B. die Methode von Hofmann, bei derdie zu untersuchende Substanz in das Vakuum einer Barometerröhregebracht und dort verdampft wird, indem man zwischen Barometer-röhre und einen Mantel Dämpfe einer siedenden Flüssigkeit leitet.So erhält man das Volumen, dessen Gewicht für Luft unter Berück-sichtigung von Temperatur und Barometerstand einen bestimmtenWert hat. Das Gewicht des Dampfes ist identisch mit dem der ver-dampften Substanz.
§ 95. Hygrometrie. Für viele Zwecke ist es nötig, denFeuchtigkeitsgehalt der Luft zu kennen, d. h. ihre Sättigung mitWasserdampf. Man unterscheidet hierbei absolute Feuchtigkeit,d. h. die wirklich vorhandene Menge Wasserdampf in einem bestimmtenVolumen, und relative, d. h. das Verhältnis der vorhandenen Wasser-dampfmenge zu der, welche bei vollkommener Sättigung vorhandenwäre. Wärmere Luft braucht mehr Feuchtigkeit zur Sättigung alskalte; daher entstehen bei Abkühlung der Luft schließlich Nieder-schläge.
Der einfachste Feuchtigkeitsmesser, das Haarhygrometer 1 vonSaussübb, beruht darauf, daß entfettetes Frauenhaar die Eigenschaft
1 vyQog feucht.