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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Änderung des Aggregatzustandes.

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wodurch man Wasser zum Gefrieren bringen kann. Auf der Verdunstungs-kälte beruht z. B. auch die wohltätige Wirkung des Schweißes.

§ 93. Gesättigter und ungesättigter Dampf. Läßt man ineiner genügend langen, mit Quecksilber gefüllten Röhre, die unten inein weites Gefäß mit Quecksilber eintaucht, z. B. eine bestimmteMenge Äther aufsteigen, so wird dieser in dem ToKEicuLLi'schenVakuum verdampfen. Durch die Spannung (Druck) des gebildetenÄtherdainpfes wird die ursprünglich 760 mm hohe Quecksilbersäulenach abwärts gedrängt; ihre Höhe ist somit ein Maß für die Spann-kraft des Dampfes. Die Verdampfung des Äthers hört aber bald auf,wenn nämlich die entstandenen Ätherdämpfe einen genügend großenGegendruck auf den noch flüssigen Äther ausüben. Man sagt dann,der Raum über der Quecksilbersäule ist mit Ätherdampf gesättigt,oder auch kurz, der Ätherdampf ist gesättigt. Ein gesättigterDampf ist demnach ein solcher, der aus der Flüssigkeit, aus der erentstanden ist, nichts mehr aufnehmen kann. Sobald dieser Zustanderreicht ist, nimmt die Quecksilbersäule eine konstante Höhe an.Wird nämlich der Raum, in dem der flüssige und dampfförmigeÄther ist, vergrößert, so verdampft noch ein Teil der Flüssigkeit,bis der vergrößerte Raum wieder gesättigt ist; wird er verkleinert,so wird ein Teil des Dampfes kondensiert. Stets aber bleibt dieSpannung die gleiche, was eben aus der gleichbleibenden Höhe derQuecksilbersäule hervorgeht. Die Spannung eines gesättigtenDampfes ist also vom Volumen unabhängig und zugleichein Maximum (für die betreffende Temperatur). Einen größerenDruck durch Verkleinerung des Volumens zu erzielen, ist eben un-möglich, weil dann sofort ein Teil des Dampfes verflüssigt wird.Dagegen wird eine Erhöhung des Druckes herbeigeführt durchErhitzen, indem dann neue Flüssigkeit verdampft, und zwar steigtder Druck gesättigter Dämpfe bei Temperaturerhöhung mehr an, alsdas GAY-LussAc'sche Gesetz besagt. Auch die Sättigungsmenge steigtmit der Temperatur. — Wird nun der Raum über der Quecksilber-säule so sehr vergrößert, daß schließlich aller Äther verdampft, sowird der Raum ungesättigt, oder, wie man gewöhnlich sagt, derÄtherdampf in jenem Raum ist ungesättigt. Charakteristisch fürden ungesättigten Dampf ist also, daß er nicht mehr mit seinerMutterfiüssigkeit in Verbindung ist, die gewissermaßen das Magazindarstellt, aus dem das Sättigungsbedürfnis bei Volumsschwankungenbefriedigt werden kann. Man kann nun auch ungesättigten Dampfdadurch erhalten, daß man gesättigten so lange erhitzt, bis alle Flüssig-keit verdampft ist. Aus diesem Entstehungsmodus ist der Name