Mit III
Chloroform.
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darauf, daß er die Zersetzungsreaktionen verlangsamt, also als nega-tiver Katalysator dient, und daß er mit den Zersetzungspro'duktenunter Bildung unschädlicher Verbindungen reagiert.
Chloroform ist nicht brennbar, zersetzt sich aber, in eine Flammegebracht, unter Entwicklung von Salzsäuredämpfen. Auf der Zer-setzung der Chloroformdämpfe beruhen auch die schädlichen Neben-wirkungen, die sich bei Narkosen einstellen, die bei offen brennendenGasflammen vorgenommen werden. Dann entsteht Chlorwasserstoff,Chlor und Phosgen, also lauter gasförmige Produkte, die die Atmungs-organe stark angreifen. Die Aufbewahrung des Chloroforms ge-schieht am besten in dunkeln, völlig gefüllten Flaschen mit Glasstöpsel.
Prüfung. Das medizinisch angewandte Chloroform siedet zwischen 60 und 62°«nd hat bei 15° das spezifische Gewicht 1,485—1,489. Man prüft das Chloroformzunächst durch seinen Geruch. Erstickender Geruch verrät Phosgen. Mit Chloro-form getränktes Filtrierpapier darf nach dem Verdunsten des Chloroforms nicht riechen.Hierbei würden sich Amylverbindungen bemerkbar machen, die aus fuselhaltigemAlkohol stammen. Zur Prüfung auf Chlorwasserstoff schüttelt man 20 cem Chloroformmit 10 cem Wasser, hebt sofort 5 cem Wasser ab und prüft sie mit Lackmuspapierund Silbernitrat. Freies Chlor erkennt man beim Schütteln des Chloroforms mit■Todzinkstärkelösung. Beim Schütteln mit konzentrierter Schwefelsäure bleibt Chloro-form unverändert, während Amylverbindungen und Nebenprodukte der Chloroform-darstellung, wie Äthylidenchlorid, sich zersetzen und die Säure dunkel färben. Manschüttelt 20 cem Chloroform und 15 cem Schwefelsäure in einer kleinen, vorher mitSchwefelsäure ausgespülten Glasstöpselflasche häufig um. Innerhalb 1 Stunde darfsich die Schwefelsäure nicht färben.
Das zur Narkose dienende Chloroform, Chloroformium pro Narcosi, mußdenselben Bedingungen genügen, nur ist die Prüfung mit konzentrierter Schwefelsäurebedeutend strenger, indem sich diese hierbei innerhalb 48 Stunden nicht färben darf.Ferner wird das Narkosechloroform mit Formalinschwefelsäure (Marquis' Rea-gens) geprüft, die mit den verschiedensten organischen Verbindungen rote, violetteund braune Färbungen gibt und u. a. Spuren von Amylverbindungen anzeigt, mitreinem Chloroform aber nicht reagiert. Man führt die Schwefelsäureprobe wie vor-her aus, fügt aber 4 Tropfen Formaldehydlösung hinzu. Es darf dann innerhalbli Stunde keine Färbung eintreten.
Chloroformium o Chloralo, Chloralchloroform, ist chemisch und physio-logisch identisch mit reinem Chloroform. Da auch das aus Alkohol und Chlorkalkgewonnene Chloroform heute in völliger Reinheit hergestellt wird, so bat das Chloral-chloroform seiine Bedeutung verloren. Es wird durch Destillation eines Gemisches von 1 T.Chloralliydrat und 3 T. Natronlauge (spezifisches Gewicht 1,1) gewonnen. Das Chloralspaltet sich hierbei in Chloroform und Ameisensäure:
CCl 3 .CHO+NaOH = CHC1 3 + HCO,Na.
Chloroform Pictet und Salicylid-Chloroform (Chloroform Anschütz) sindHandelsmarken, für die auf Grund ihrer Darstellung ein besonderer Grad der Rein-heit beansprucht wird. Chloroform Pictet wird durch Kristallisation des Chloro-forms bei —70° gewonnen. Verunreinigungen bleiben hierbei in der Mutlerlaugeund werden durch Ausschleudern entfernt. Die Gewinnung des Salicylid-Chlororforms beruht darauf, daß Salicylid (CfH^C^),!,, das innere Anhydrid der Salicylsäure,sich aus einer Chloroformlösung mit Kristallchloroform abscheidet. Diese Kristalleaus Salicylid und Chloroform besitzen die Zusammensetzung (CjH^O,)^- 2CHC1 3 undgeben das Chloroform beim Erwärmen sehr leicht ab, so daß es in völliger Reinheitgewonnein werden kann.
Umsetzungen des Chloroforms. Durch Erwärmen mit Kali-lauge wird das Chloroform in Ameisensäure übergeführt:
CHC1 3 + 4K0H = HC0 2 K + 3KCI + 2H 2 0
Ameisensaures Kalium.Auf der Bildung von Ameisensäure bei der Einwirkung von Alkalienberuht es auch, daß FEHLiNG'sche Lösung beim Erwärmen mit Chloro-form unter Abscheidung von Kupferoxydul reduziert wird, da dieAmeisensäure leicht oxydiert wird und daher reduzierend wirkt.