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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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II IM.'

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Chloroform.

sich in zwei Schichten, von denen die untere das Rohchloroform darstellt. Dieseswird mit Wasser gewaschen und zur Zerstörung anderer Halogenverbindungenlängere Zeit mit Schwefelsäure geschüttelt, nochmals mit Sodalösung gewaschen,durch geschmolzenes Chlorcalcium getrocknet und destilliert.

Die Wirkung des Chlorkalks bei der Darstellung des Chloroforms ist sowohleine oxydierende, als auch chlorierende. Man nimmt an, daß der Alkohol zunächstzu Aldehyd oxydiert wird :

2 CH 3 • CH 2 OH + Ca(OCl) 2 = 2 CH 3 • CHO + CaCI 2 -f 2 H 2 0,Alkohol. Aldehyd.

daß der Aldehyd sodann durch die chlorierende Wirkung des Chlorkalks in Tri-chloraldehyd (Chloral) übergeführt wird :

2CH 3 .CHO + 3Ca(OCl), = 2CC1 3 . CHO -j-3Ca(0H) 2 ,Aldehyd. Chloral.

und daß das Chloral schließlich durch die Einwirkung des im Chlorkalk enthaltenenCalciumhydroxyds in Chloroform und Ameisensäure zerlegt wird :

2CCl 3 -CH0 + Ca(0H) 2 = 2CHC1 3 + (HCO,) 2 Ca

Chloral. Chloroform. Ameisensaures Calcium.

Auch durch Einwirkung von Chlorkalk auf Aceton wird Chloroform gewonnen.Hierbei wirkt der Chlorkalk vermutlich zunächst chlorierend unter Bildung vonTrichloraceton :

2CH 3 .CO-CH 3 + 3Ca(OCl) 2Aceton.

2CH 3 . CO • CC1 3 + 3 Ca(OH) 2Trichloraceton.

worauf das Trichloraceton durch die Wirkung des Ätzkalks in Chloroform und Essig-säure zerlegt wird :

2CH 3 • CO • CC1 3 + Ca(OH) 2 = 2CHC1 3 + (CH 3 • C0 2 ) 2 Ca

Trichloraceton.

Chloroform. Calciumacetat.

Eigenschaften. Das Chloroform ist eine farblose, leicht be-wegliche Flüssigkeit von eigenartigem, süßlichem Geruch. Der Siede-punkt des reinen Chloroforms liegt bei 61°, der Schmelzpunkt bei— 70°, das spezifische Gewicht bei 15° beträgt 1,5008. In Wasser löstes sich sehr wenig (7 g in einem Liter), hingegen mischt es sich mitAlkohol, Äther, Benzin und Benzol, sowie mit fetten und ätherischenÖlen in jedem Verhältnis. Für viele Stoffe besitzt das Chloroformein großes Lösungsvermögen, so für Jod und Brom, für Harze, Paraffin,Kautschuk und für viele Alkaloide. Einige organische Substanzenkristallisieren mit Chloroform zusammen in einem bestimmten Ver-hältnis, es bildet dann „Kristallchloroform".

Das Einatmen der Dämpfe des Chloroforms verursacht Bewußt-losigkeit. Diese Eigenschaft wurde 1848 von Simpson zuerst ange-wandt, und seitdem dient das Chloroform als Betäubungsmittel beichirurgischen Operationen. Entdeckt wurde es 1831 gleichzeitig vonSoubeiran und Liebig. Soubeiran erhielt es durch Einwirkung vonAlkohol auf Chlorkalk, Liebig durch Einwirkung von Chlor auf Alkoholund Zersetzung des hierbei entstehenden Chlorals durch Atzkali.

In ganz reinem Zustande ist das Chloroform nur wenig haltbar, Luftund Licht, erzeugen bald Zersetzungsprodukte, die bei seiner An-wendung zur Narkose schädliche Nebenwirkungen zur Folge haben.Es entsteht hierbei freies Chlor, Chlorwasserstoff und Kohlenstoffoxy-chlorid (Phosgen), COCl 2 . Bedeutend befördert wird seine Haltbarkeitdurch einen geringen Zusatz von Alkohol, das zur medizinischen Ver-wendung bestimmte Chloroform kommt daher mit einem Alkoholgehaltvon lo/o in den Handel, wodurch sein spezifisches Gewicht auf 1,485bis 1,489 erniedrigt wird. Die Wirkung des Alkohols beruht jedenfalls