Halogenverbindungen.
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Zusammensetzung
Siedepunkt
Spez. Gew
Chloräthan
CH, - CH 2 C1
12,5°
0,9214
1,1- Dichloräthan
GH 3 - CHC1. 2
57,5°
1,2124
1, 2 - Dichloräthan
CH 2 Ci — CH,Cl
83,5°
1,2808
1,1,1- Triehloräthan
CH 3 - CC1 3
74,5°
1,3657
1, 1,2- Triehloräthan
CH 2 C1 — CHCI 2
114°
1,4784
1,1,1,2- Tetrachloräthan
CH 2 C1 — CC1 3
130°
1,5825
1, 1, 2, 2 - Tetrachloräthan
CHG1 2 - GHC1 2
147°
1,6258
Pentaehloräthan
CHG1 2 — GG1 3
161,7°
1,7089
Hexachloräthan
CGI, — CC1,
185°
2,011
Äthylenchlorid, CH 2 C1 — CHgCl, symmetrisches Dichlor-äthan, Aethylenum chloratum, ist seit langer Zeit bekannt. SeineBildung bei der Vereinigung von Chlor mit Äthylen wurde schon 1795durch holländische Chemiker beobachtet, es erhielt daher den Namen„Öl der holländischen Chemiker". Es findet heute zuweilen Anwendungals lokales Anästheticum. Es ist eine farblose, neutrale Flüssigkeitvon dem Chloroform ähnlichem Geruch, siedet bei 85° und hat bei 15°das spezifische Gewicht 1,260. In Wasser ist es unlöslich, mischtsich aber mit Alkohol und Äther. Die Prüfung des arzneilich ange-wandten Präparats geschieht wie die des Chloroforms.
Äthylidenchlorid, CH 3 — CHC1 2 , Aethylidenum chloratum,
findet ebenfalls eine beschränkte Anwendung als Anästheticum. Esist eine farblose, neutrale Flüssigkeit vom Siedepunkt 58° und demspezifischen Gewicht 1,181—1,182 (bei 15°). Man gewinnt es durchEinwirkung von Acetaldehyd auf Phosphorpentachlorid (S. 39). VomÄthylenchlorid unterscheidet es sich außer durch den Siedepunkt da-durch, daß sich konzentrierte Schwefelsäure, die damit geschütteltwird, sehr bald braun färbt. Die sonstige Prüfung ist wie die desChloroforms.
Äthylenbromid, CH,Br — CH 2 Br, ist das wichtigste der mehr-wertigen Halogenderivate des Äthans. Es wird dargestellt, indem manaus Alkohol durch Einwirkung von Schwefelsäure Äthylen entwickelt(S. 33) und dieses in Brom einleitet:
C,1L -j- Br 2 = C 2 H 4 Br 2 .
Es siedet bei 132°, erstarrt bei +8,5° und hat das spezifische Gewicht2,189 (bei 15°). Das Äthylenbromid (Aethylenum bromatum) iststark giftig und von dem zur Narkose dienenden Äthylbromid wohlzu unterscheiden. Es dient zur Darstellung zweiwertiger Äthanderivate,da es mit vielen Reagenzien unter Ersatz des Broms durch andereAtomgruppen reagiert (vgl. S. 39 die Reaktionen des Äthyljodids).
Von den Trihalogenderivaten der Paraffine sind die desMethans, das Chloroform, CHC1 3 , das Bromoform, CHBr 3 , unddas Jodoform, CHJ 3 , von hervorragender Wichtigkeit.
Chloroform, CHC1 3 , Trichlormethan, Formylchlorid, For-mylum, trichloratum, wird durch Einwirkung von Chlorkalk aufverdünnten Alkohol oder auf Aceton gewonnen.
Die Darstellung des Chloroforms geschieht fabrikmäßig, indem in einemDestillationsapparat 20 T. Chlorkalk, der einen Gehalt von 30% aktivem Chlor be-sitzen muß (vgl. Bd. I, S. 321), mit 60—80 T. heißem Wasser zu einem Brei ange-rührt und mit 4 T. 86prozentigem fuselfreiem Alkohol versetzt werden. Das Gemischwird durch Wasserdampf auf etwa 45° erwärmt, worauf die Beaktion in Gangkommt und ohne weitere Wärmezufuhr von selbst von statlen geht. Das entstehendeChloroform destilliert mit Wasserdämpfen zusammen über, und das Destillat sondert